Guadeloupe - Bequia

Freitag, 13. April

Nachdem ich gestern das Deck geschrubbt habe, kommt heute die Kajüte dran. Dann ist die Blue Bie bereit für den Besuch von Tanja. Da kommt ein SMS von Tanja – dringend anrufen, was ich auch mache. Sie hat ihren Anschlussflug in Paris um einige Minuten verpasst und kommt erst morgen um die gleiche Zeit. ich verschiebe den Mietwagen auf morgen und aktualisiere ich die Homepage, flaniere herum und lasse es mir gut gehen. Bereits gestern habe ich Steven beim Hafenmeisterbüro getroffen und so gehe ich auf einen Schwatz zu ihm. Einmal mehr verfliegt die Zeit und ich bin fast froh, dass es Tanja den Flieger verpasst hat.

Samstag, 14. April

Ich geniesse wieder einmal ein französisches Frühstück an Land mit Croissant und Espresso, rufe zu Hause an geniesse ich den Morgen. Gegen Mittag hole ich den Mietwagen und gehe einkaufen. So langsam aber sicher rückt das Auswassern der Blue Bie näher und ich kaufe versuche nicht mehr allzu viel einzukaufen. Trotzdem gibt es einen grossen Wagen voll mit frischen Sachen für die nächste Woche und Wasser. Es ist schon praktisch, wenn man das Wasser nicht so weit schleppen muss. Gegen Abend hole ich Tanja am Flughafen ab und wir richten uns auf der Blue Bie ein. Es reicht nur für ein kleines Nachtessen, ehe der Jet Lag Tanja einholt.

Sonntag, 15. April

Tanja

Ich hole frische Croissants um an Bord zu frühstücken. Alleine mache ich das nicht: Wenn ich schon an das Land fahre, esse ich gleich dort. Doch zu zweit ist es schon schön, gemütlich an Bord zu frühstücken. Danach gehen wir Anker und segeln zu den Saintes zu segeln. Der Wind ist zwar sehr südlich, aber es reicht für einen Anlieger. Die Bucht vor Bourg des Saintes ist uns zu überlaufen und so ankern wir eine Meile südlich hinter einem hohen Piton. Wir machen, was wir die nächsten Tage so gerne machen: Am Strand faulenzen, lesen und viel über Gott und die Welt diskutieren.

Zum Nachtessen gehen wir mit dem Dinghi nach Bourg de Saintes, wo wir direkt am Hauptplatz ein superfeines Restaurant finden, das karibisch-asiatische Spezialitäten serviert und wir essen Sushi und Tempura.

Montag, 16. April

Marie Galante

Nach einem gemütlichen Frühstück segeln wir auf Marie Galante. Hier war ich vor einigen Wochen mit dem Yachtclub St. François in einer schönen Bucht zum Barbecue. Die Bucht ist wirklich speziell: Hohe Felsen und ein schöner Sandstrand bilden eine wunderbare Kulisse für das türkisgrüne Wasser. Dank dem südlichen Wind hat es keine Dünung und wir liegen sehr ruhig. Tanja hat es nicht so gut: Ein Sonnenstich hat ihr zugesetzt. So koche ich mir etwas kleines und Tanja schaut zu.

Dienstag, 17. April

Leguan

Es ist nicht sehr weit bis nach Petite Terre, doch ich möchte nicht allzu spät los, denn die Mooring Bojen sind beschränkt. Mit herrlichem Südwind rauschen wir mit geschrickten Schoten die 15 Meilen nach Petite Terre, was sonst eine anstrengende Kreuz ist. Doch ich kann Petite Terre nicht sehen. Da sehe ich sie – doch nicht dort, wo sie gemäss Seekarte sein sollten! Eine Viertelstunde später löst sich das Rätsel: Petite Terre ist so flach, dass man sie erst knapp vorher sehen kann und was wie eine Insel ausgesehen hat, ist das Ostkap von Guadeloupe – Felsen die ein vielfaches höher als der weitere Verlauf der Insel sind. Eine freie Mooring Boje haben wir schnell gefunden. Petite Terre ist wirklich paradiesisch. Die Mooring Bojen sind zwischen den beiden Inseln in einem 50m breiten Kanal. Die Inseln sind abgesehen von 10,000 Leguanen unbewohnt. Wir schnorcheln bis die Ausflugsboote abgelegt haben, ehe wir einen Rundgang an Land machen. Und tatsächlich, schon nach wenigen Metern sehen wir die ersten Leguane. Die antillischen Leguane werden bis zu 1.6m lang und haben eine viel aggressivere Zeichnung wie ihre Artgenossen.

Zum Nachtessen koche ich wieder einmal Spagehtti – damit kann man ja nie falsch gehen.

Mittwoch, 18. April

Abendstimmung

Nochmals geniessen wir Petite Terre, bevor die Ausflugsboote über die Insel herfallen. Innert Minuten sind hunderte Touristen auf die Insel gekarrt und wir verziehen uns nach St. François. Es sind lediglich 12 Meilen und so treiben wir gemütlich unter Genua. Zwei Stunden später laufen wir in die Bucht ein, gehen lesen und wieder einmal einkaufen. Zum ersten Mal haben wir wieder Internetzugang. Doch es ist in der Welt nicht viel Interessantes passiert und wir sind schon bald wieder auf der Blue Bie bzw. am herrlichen Palmenstrand.

Zum Nachtessen finden wir ein herziges Restaurant direkt am Hafen und ich gönne mir eine wunderbare Gänseleber.

Donnerstag, 19. April

Petit Havre

Heute möchten wir nach St. Anne. Es ist nicht weit und nach dem Mittag sind wir dort. Doch der Wind steht voll in die Bucht hinein, die Einfahrt ist eng zwischen Riffen und der Ankerplatz scheint wenig geschützt. Nachdem ich die Situation für 10 Minuten aus sicherer Distanz beobachtet habe, beschliesse ich die Einfahrt nicht zu wagen. So segeln wir nochmals 3 Meilen weiter bis nach Petit Havre. Das Segeln wäre schön, wären nicht überall Langustenkörbe im Weg. Da wir gegen die Sonne segeln, können wir die Bojen kaum sehen. Eine erwische ich, doch ich kann sie tauchend von Hand lösen. Zwei andere erwischen wir, doch sie lösen sich von selbst. Trotzdem tauche ich sicherheitshalber nochmals, bevor ich die Motoren anlasse. Auch in Petit Havre weht der Wind voll auflandig. Doch die Einfahrt hinter das Riff ist eine Seemeile breit und hinter dem grossen Riff hat es keine Wellen mehr.

Ein genialer Platz: Nur ein grosses Riff trennt uns vom offenen Meer und hinter uns hat es einen kleinen Strand und eine Steilküste. Wir sind ganz alleine in der grossen Bucht. Einige Kiter und Surfer zeigen uns ihre Tricks und wir gehen schnorcheln. Ich habe nicht damit gerechnet selber zu kochen gerechnet, doch die Bordküche gibt Rosmarinkartoffeln mit Spargen und Sauce Hollandaise her. Beim letzten Besuch von Tanja vor einem Jahr wollten wir auch Spargeln kochen, doch ich hatte keinen gross genügenden Kochtopf. Doch heute ist die Blue Bie gut ausgerüstet und wir haben kein Topfproblem mehr.

Freitag, 20. April

Isle Gosier

Von Petit Havre sind es nur 5 Meilen nach Pointe à Pitre. Das schafft Blue Bie nur unter Genua in weniger als einer Stunde. So legen wir bei der Isle Gosier eine Mittagsrast ein. Die Insel ist richtig karibisch: Türkisgrünes Wasser, Sandstrand, Palmen und eine Snackrestaurant. Diese sind meist nur mittags geöffnet und bieten ein volles Menu. Die Nachfrage ist gross wie man an den kleinen Motorbooten von Pointe à Pitre unschwer erkennen kann. Wir planschen, lesen und diskutieren, bis es Zeit wird nach Pointe à Pitre zu fahren um einen Mietwagen für die morgige Inselrundfahrt zu reservieren.

Samstag, 21. April

Wasserfall

Mit einem kleinen Renault Clio erkunden wir Basse Terre, die höhere Inselhälfte von Guadeloupe. Eigentlich sind es zwei Inseln, die durch einen Kanal getrennt sind, doch von jeher werden sie als eine Insel betrachtet. Nach einer kurzen Autobahnfahrt beginnt eine schöne Strasse sich durch Bananen- und Zuckerrohrplantagen zu winden. Eine Palmenallee, welche seit Jahrzehnten alle Wirbelstürme überlebt hat, säumt für eine Weile die Strasse,. Ein Besuch im Botanischen Garten von Valcombes gibt uns einen schönen Einblick in die Flora von Guadeloupe und einen Ausblick, was uns im Regenwald erwarten wird. Nach einer kurzen Fahrt erkunden wir den höchsten Wasserfall Guadeloupe’s, der in zwei Stufen je 100m herunterstürzt. Der Weg zum Wasserfall ist kurz, doch es ist eine Kletterei über grosse Felsbrocken, die erst vor kurzem heruntergestürzt sind. Kein Wunder, ist er gesperrt! Doch es lohnt sich, das Bad am Fuss des Wasserfalls ist herrlich und der Wasserfall sieht aus der Nähe noch viel imponierender aus.

Baden macht hungrig, doch wir finden und finden kein Restaurant. Erst gegen 14.00h werden wir fündig und stürzen uns mit Heisshunger auf ein Pouletcurry. Die Zeit vergeht schnell und nach dem Essen fahren wir gemütlich zurück und legen an einem weiteren Wasserfall nochmals eine kurze Rast ein. Es ist schon wieder der letzte Abend von Tanja und wir lassen uns in Pointe à Pitre zum Nachtessen nochmals so richtig verwöhnen.

Sonntag, 22. April

Unternehmenslustig wie Tanja ist, brechen wir schon bald auf um nochmals nach Isles Gosier zu segeln. Doch nicht auf dem direkten Weg: Tanja hat soviel Spass am Segeln gefunden, dass wir erst etwas ausfahren und sie überlegt, diesen Sommer in der Schweiz einen Segelkurs zu besuchen. Nochmals baden und relaxen wir, ehe wir das letzte Mal Pointe à Pitre anlaufen. Es war eine wirklich schöne Woche mit Tanja. Wie es so ist, wenn man einen guten Freund nach langer Zeit wieder trifft. So ist es auch ein schöner Abschied im Wissen einen guten Freund zu haben.

Am Abend gehe ich noch bei Steven vorbei, der seit 2 Wochen auf günstigen Wind wartet um nach Süden zu segeln. Der lange anhaltende Südwind war sehr untypisch und ist das Resultat vieler Kaltfronten die von Amerika bis zur Dominikanischen Republik herunterkamen und dort stoppten. So hatten wir Südwind und Nordswell!

Montag, 23. April

Ich möchte gegen Ende Woche in Antigua sein, um einen Platz auf einer Yacht für die Antigua Sailing Week, der grössten Regatta der Karibik, zu finden. Ich bin früh fleissig: Ausklarieren, Einkaufen und Mail beantworten. Ich habe schon einen anderen Rhythmus mit Besuch an Bord und Internet Cafés waren die letzten Tage Mangelware.

Gegen 11.00h ist alles erledigt und ich mache mich klar für den Schlag nach Antigua. Ich bin noch nicht sicher, auf welcher Inselseite ich um Guadeloupe herumsegeln will. Die Westseite hat weniger Wind, doch ist einfacher zugänglich. Die Ostseite hat mehr Wind, doch man muss am Anfang kreuzen. Nach dem Segeln setzen zeigt sich, dass es eine anstrengende Kreuz auf die Ostseite gäbe, so nehme ich Kurs Süd, zu den Saintes. Eine Stunde später stirbt der Wind und dreht nach Südwest, so dass ich wende und Kurs Osten nehme. Doch wieder eine Stunde später dreht er zurück und ich nehme wieder Kurs Saintes. Während dem Segeln fühlen sich die Wanten sehr locker an und ich gehe dem nach. Es sieht alles gut aus und alle Wantenspanner sind fest. Doch bei einer Schraube des Püttingeisens ist der Kopf abgerissen und weil der Wantenzug nach schräg aussen führt, ist das Rigg lose geworden. Nicht gerade die idealste Konstruktion! Ich stütze das Püttingeisen mit Backstag, Ersatzfall und einer Leine. So segle ich vorsichtig weiter und komme gegen 16.00h auf den Saintes an. Die Reparatur wäre einfach, doch ich habe keine passende Schraube. So verwende ich für das erste eine dünnere Schraube und behalte die anderen Unterstützungen bei.

Dienstag, 24. April

So schlecht ist der Wind auf der Westseite von Guadeloupe gar nicht: Einmal mehr dreht er hinter dem Berg auf West und ich mache bei 10kn Wind 6kn Fahrt und laufe vor Deshaies auf eine wunderschöne Yacht auf. Zwei Stunden später kommen die Eigner vorbei: Sie kennen die Blue Bie von den Cocos Islands (bei Australien), wo sie den Vorbesitzer kennen gelernt haben. Schnell kommen wir in das Gespräch und sie laden mich zum Nachtessen ein. Sie haben eine geniale 45“ Segelyacht: Zwar 15-jährig, doch sehr modern, mit High-tech Materialien, auf einfache Handhabung ausgerichtet und dem höchsten Rigg, das ich je auf einer Tourenyacht gesehen habe. Das wäre der erste Monohull, der mir gefallen würde.

Mittwoch, 25. April

Wieder einmal heisst das Tagesziel Falmouth Harbour. Ich bin schon das vierte Mal hier und bin immer wieder gerne da. Ich bin gespannt, ob ich irgendwo ein Plätzchen finde, um an der Antigua Sailing Week mitzusegeln. Die 40 Meilen vergehen wie im Fluge und auch das Rigg steht stabil. Gegen 14.00h fällt der Anker. Die Bucht ist recht voll, doch noch sind es zumeist Tourensegler. Einige Regattaboote liegen in der Marina. Zuerst gehe ich einklarieren, denn die Zöllner sind nirgendwo so heikel wie hier. Meine Papiere sind in Ordnung und die Tatsache, dass ich bereits vor 2 Tagen ausklariert habe, wird nicht registriert und so geht das Einklarieren zügig und problemlos.

Donnerstag, 26. April

Die Bulle Crew

Heute steht die Blue Bie im Vordergrund: Schrauben für das Püttingeisen finden, Gennakerbaum aus der Reparatur holen (ich habe ihn im Januar abgegeben – ob das Ersatzteil endlich eingetroffen ist?) und den Lazybag zur Reparatur bringen. Und tatsächlich der Gennakerbaum ist fertig. Ich habe es schon aufgegeben, doch wie so häufig, wenn man es am wenigsten erwartet, funktioniert es. Ich hänge eine Annonce am Anschlagbrett auf, dass ich ein Platz für die Regatta suche und spreche wildfremde Leute an.

Gegen Abend kommt ein Anruf: Eine deutsch/schweizerische Crew hat von Fredy Geisser, einem Kollegen vom Segelclub Rietli und hier auch Skipper, meinen Namen erhalten, hat meinen Anschlag gesehen und ihn kurzerhand vom Schwarzen Brett entfernt – ich gehöre ihnen! Sie fragen, ob ich Zeit und Lust auf ein Bier habe. Klar habe ich. Wir sind uns auf Anhieb sympathisch und kurze Zeit später ist es beschlossen, dass ich bei ihnen mitsegeln werde.

Freitag, 27. April

Ich segle auf einer Sun Fast 37, welche von Einzelbuchern über die deutsche Charteragentur KH+P gebucht wurde. Wir sind alle im gleichen Alter und sie kennen sich untereinander auch nur teilweise: Corinne (Lülü) und Resi sind vor einigen Jahren schon einmal mit Skipper Alex gesegelt und Rainer und Michael sind Brüder die den Rest der Mannschaft nicht kennen. So gehen wir erst einmal zusammen segeln. Trainieren wäre wohl zu viel gesagt: Wir versuchen erst einmal zu verstehen, was wie funktioniert und erste Wenden hinzukriegen. Zur Entspannung gehen über Mittag wir in die Marmora Bay baden und etwas kleines Essen. Am Nachmittag versuchen wir uns erstmals am Spi – mit mässigem Erfolg. Nur Alex und ich haben Spi-Erfahrung und es ist ein langer Weg bis alles bereit ist. Uns allen ist höchstens mässig wohl, mit Spi zu regattieren. Und doch wäre es schade, so ein Boot ohne Spi zu fahren.

Nachdem wir hören, dass unser Schwesterschiff beschlossen hat, ohne Spi zu fahren, ist unsere Entscheidung schnell gefällt – wir fahren auch ohne. Vor allem, weil wir in der Performance-Cruiser Klasse bleiben können und ein besseres Rating erhalten. Nach einer gemeinsamen Pizza teilen wir uns auf, die einen in den Ausgang, die anderen in das Bett.

Samstag, 28. April

Empfangskommittee

Morgen geht die Regatta los und so nützen wir den Tag um nochmals zu trainieren, das Ausbaumen der Genua zu üben und die Wenden zu perfektionieren. Die Mannschaftseinteilung steht: Resi fiert die Genua, Rainer und Michael holen die Genua dicht, Lülü macht das Vorschiff und die Genuaschürze, ich trimme das Gross und Alex steuert und macht die Taktik. Am frühen Nachmittag sind wir mehr oder weniger bereit und gehen in den Hafen um letzte Vorbereitungen zu treffen, schwere Gegenstände auf die Blue Bie zu laden und an der Steuermannsbesprechung teilzunehmen. Anschliessend erfolgt die Besprechung bei KH+P. Die deutsche Charteragentur hat 18 von 200 Booten gestellt und organisiert jeden Abend einen kleinen Apéro, eine interne Preisverteilung und hat einen Regattaexperten dabei, der mit Rat zur Seite steht. So bildet sich bald eine Familie von KH+Plern.

Eigentlich wollten wir in das Trappers essen gehen, doch als ich um 17.00h reservieren wollte, waren sie schon für den ganzen Tag ausgebucht. Man merkt, dass ein letztes Mal Grossbetrieb herrscht. So reserviere ich nebenan im Cap Horn, wo wir einmal sehr verwöhnt werden. Wir haben grossen Spass am Tisch und mit den Engländern nebenan. Erst recht, als bei ihnen zwei Crewmitglieder am Tisch einschlafen und sich die restlichen 10 still und leise vom Tisch entfernen.

Sonntag, 29. April

Alex

Punkt 10.00h ist unser Start. Er klappt problemlos, wenn auch nicht in der ersten Reihe. Nach einer kurzen Startkreuz geht es auf eine lange Vorwindstrecke, unterbrochen von einem kleinen Holeschlag um zwei Bojen. Dann geht es erst auf halbem Wind der Westküste entlang ehe wir in die Dickinson Bay hineinkreuzen. Dort bleiben wir über Nacht. Wir segeln soweit gut, doch das Handicap des Starts können wir nicht mehr aufholen und werden 8. von 19 Booten. Doch wir sind die erste von 5 identischen Sun Fast 37.

Am Abend werden wir von einem Wassertaxi abgeholt und wir stürzen uns in das Landleben. Gegen 23.00h gehe ich in das Bett, obwohl die Party noch weit in die Nacht hinein dauert.

Montag, 30. April

Philip

Heute führt die Regatta von der Dickinson Bay zurück nach English Harbour. Der Start gelingt uns hervorragend und wir segeln von Beginn vorne in der Klasse mit. Die lange Kreuz zurück nach English Harbour kommt uns auch entgegen, da unser Handicap ohne Spi zu segeln nicht gross zum Tragen kommt. Das Segeln ist wie gestern grossartig: 15-20kn Wind, wir können die grosse Genua gerade so tragen und fahren eine unglaubliche Höhe. Doch wie gestern ereilt uns ein Regenschauer mit 25 kn. Zum Glück hält er ebenfalls nicht lange an und wir fahren auf halbem Wind einfach durch. Die Endabrechnung ist super: 3. Platz und wieder schnellste Sun Fast 37.

Am Abend gehen wir in das Trappers essen. Zum Glück habe ich vor zwei Tagen gebucht – es ist brechend voll. Einmal mehr trennen sich die Wege nach dem Essen, ein Teil geht in das Bett, der andere in den Ausgang.

Dienstag, 1. Mai

Party an Bord

Heute steht ein ein Up- und Down Kurs vor Antigua’s Südküste auf dem Programm. Wir starten wieder gut und machen keine grossen Fehler, doch es reicht nicht mehr als zu einem 7. Platz. Wieder sind wir die schnellste Sun Fast 37. Am meisten messen wir uns mit der anderen Einzelbucher Sun Fast von KH+P. Wie die letzten beiden Tage startet die Regatta für unsere Klasse um 10.00h und wir sind um 14.00h im Ziel. Danach wechseln wir für den morgigen Ruhetag das Boot, ziehen mit Sack und Pack auf die Blue Bie. Wir segeln mit 10 anderen KH+P Booten in die Nonsuch Bay, wo wir am Abend am Strand grillieren. Die meisten Boote grillen an Bord und so kommt nicht so richtig Stimmung auf. Wir gehen auf die Blue Bie um einen Absacker zu trinken. Es kommen immer mehr Leute – zum Glück mit eigenem Getränk – und bald hängen 6 Dinghis an der Blue Bie und rund 25 Leute feiern im Cockpit.

Mittwoch, 2. Mai

Resi

Einmal mehr werde ich als Skipper verwöhnt, denn als ich aufwache, ist die Küche und das Cockpit bereits blitzblank geputzt und alles weggeräumt. Nur 6 volle Abfallsäcke erinnern noch an gestern Abend. Den Rest des Tages relaxen wir und ich gehe eine Stunde kitesurfen. Am Abend findet die 40. Geburtstagsfeier der Sailing Week auf Shirley Height statt. Doch irgendwie verpassen wir den Anlass. Der Sonnenuntergang auf Shirley Height ist trotzdem spektakulär. Nach einem Nachtessen beim Mexikaner gehe ich früh in das Bett um mich von der letzten Nacht zu erholen.

Donnerstag, 3. Mai

Lülü - die Rumpunschfee

Heute geht die Regatta nach Jolly Harbour. Wie am ersten Tag eine kleine Startkreuz und dann eine lange Vorwindstrecke. Wir starten gut und nehmen auf der Startkreuz zwei Dreher sehr gut mit und sind als 2. Boot am Luvfass. Doch auf dem langen Vorwindgang leiden wir ohne Spinnaker und werden 9. Einmal mehr sind wir die schnellste Sun Fast. Die lokalen Boote vermessen schon sehr gut: Sie wissen, wie viel Segelfläche sie melden müssen um bei den vorherrschenden Winden ein optimales Rating zu erhalten. Abgesehen vom 2. Tag schaffen wir es nie, in deren Phalanx einzubrechen.

Die Anlage in Jolly Harbour ist sehr schön – wie in Port Grimaud. Wir gehen zum grossen Pool und geniessen den Nachmittag und kommen auch immer wieder mit den anderen KH-Plern in gute Gespräche. So habe ich auch Zeit mit Fredy Geisser zu plaudern, den ich seit 10 Jahren nicht mehr gesehen habe. Am Abend ziehen wir durch die Häuser von Jolly Harbour. Zum Glück hört die Musik um 1.00h auf und so kommen wir alle zu einer gesunden Portion Schlaf.

Freitag, 4. Mai

Drei Musketiere

Heute führt die Regatta zurück von Jolly Harbour nach English Harbour. Wir sind zu früh über die Startlinie und müssen nochmals zurück. Zum Glück haben wir uns bereits vor dem Start entschieden auf der rechten Seite zu segeln, wo wir wie gestern eine Windkante gefunden haben. Das zahlt sich aus und wir sind beim Luvfass wieder am Feld dran. Auf dem Vorwindgang holen wir einige Boote und hätten am Raumfass Gelegenheit 4 Boote auf einmal zu holen. Doch das Boot neben uns gibt uns keinen Vortritt. Alex forciert nichts – was in Anbetracht der hohen Kaution auf dem Charterschiff sehr sinnvoll ist. Mit unseren eigenen Booten wären wir wohl beide zugefahren. Trotzdem holen wir im Lauf der Wettfahrt noch einige Plätze auf und vor allem überholen wir unser Schwesterschiff. Auch sonst hatten wir einige gute Erlebnisse: Wir sind einem gleich langen Bareboot von hinten im Lee quer durch den Abwind nach vorne in Luv gesegelt, konnten nach einer Unterwendung ein Boot auf Abstand halten, obwohl es uns bereits in den Abwind genommen hatte und haben einen verdutzten Barebootfahrer eine Wende ‚kommandiert’ um freien Wind zu haben. Wir werden 10. in unserer Klasse und sind zweitschnellste Sun Fast 37. So werden wir über alles 7. von 19. Booten und beste Sun Fast 37. Wir sind mit unserem Ergebnis sehr zufrieden!

Samstag, 5. Mai

Heute relaxen wir erstmal von der strengen Segelei und den Parties der letzten Tage. Wir motoren in die Marmora Bay, baden, geniessen an einer Poolbar einen Pina Colada und machen Spaghetti zu Mittag – danke Lülü für all deine Kocherei und die Fotos! Am frühen Nachmittag motoren wir zurück, damit Alex ausklarieren kann. Morgens um 6.00h müssen Lülü, Resi und er zurück nach Guadeloupe. War die Regatta super organisiert, so ist die Preisverteilung doch sehr karibisch geprägt: Das Champagnerbuffet wird verspätet geöffnet und hat nach einer halben Stunde keinen Champagner mehr, das Barbecue für 200 Leute wird - mit den entsprechenden Wartezeiten - auf einem normalen Grill gemacht und die Portionen sind so klein, dass wir nach dem Nachtessen erst einmal Nachtessen gehen, ehe wir uns den Drinks widmen. Die Nacht wird lang und ich habe um 6.00h die Crew verabschiedet, die sich direkt auf den Weg nach Guadeloupe machte.

Die Sailing Week war wirklich ein gelungener Anlass. Der Mix aus Segeln und Party ist passt perfekt und ich hatte das Glück eine gute Mannschaft und einen Performance Cruiser gefunden zu haben. Denn die Bareboats machen deutlich weniger Spass zum Segeln. Wenn sich die Gelegenheit ergibt, werde ich gerne wieder dabei sein. Genauso wie Alex und ich gerne wieder zusammen eine Regatta segeln würden. Mal schauen, wann das klappen wird.

Sonntag, 6. Mai

Nach der Antigua Sailing Week habe ich keine Pläne mehr und schlafe mehr oder weniger gut bis 10.00h. Doch ich bin den ganzen Tag etwas groggy und habe nichts gemacht.

Vor Sonnenuntergang kommt eine Ehepaar vorbei, das ich letzten Dezember auf Las Palmas kennen gelernt habe, und haben mich mit einem anderen Seglerpaar zum Nachtessen eingeladen. Konnte ich auf Las Palmas noch kaum ein Wort französisch, so kann ich heute die ganze Unterhaltung auf französisch bestreiten. Das Training auf Guadeloupe und Martinique hat wirklich gut getan!

Montag, 7. Mai

Der Tag danach. Ich habe 12 Stunden geschlafen und fühle mich erstmals wieder erholt. English Harbour ist komplett ruhig. Alle Geschäfte und die meisten Restaurants sind geschlossen, der Wirt macht ein Mittagsschläfchen auf der Eckbank und die Bucht ist praktisch leer.

Morgen möchte ich los und so habe ich ausklariert, obwohl die Windrichtung noch sehr unsicher ist. Danach bin ich einige Stunden am Mailen, es hat sich die letzten Tage viel angestaut.

Dienstag, 8. Mai

Deshaies

Den Trip nach Deshaies kenne ich langsam, ich habe ihn die letzten Monate einige Male gemacht. Es ist in einem Tag gut zu schaffen und die Bucht würde auch ein Einlaufen bei Nacht erlauben. So frühstücke ich ausgiebig, räume alles auf und gehe Anker auf. Es ist einmal mehr ein herrliches Segeln. Der Wind kommt anfänglich besser als vorhergesagt und kommt erst knapp vor Guadeloupe vorlicher. Doch bis dorthin habe ich genügend Reservehöhe und kann Deshaies bestens anliegen. Es ist immer wieder eine Freude mit der Blue Bie zu segeln. Nur die Fische wollen nicht beissen!

Auch wenn ich vieles schon kenne, gibt es überall noch unbekannte Ecken und auch hier finde ich ein Lokal, in dem ich noch nie war. Trotz aller exotischer Kost, liebe ich ein Wiener Schnitzel und hier schmeckt es sogar besonders gut!

Mittwoch, 9. Mai

Werner

Ich verschiebe die Abfahrt nach St. Lucia um einen Tag, weil ich von Werner ein SMS erhalten habe, dass er unterwegs nach Deshaies ist. So mache ich mir wieder einmal einen gemütlichen Tag, putze das Unterwasserschiff und lese im Buch „Der Sinn des Lebens“ von Julian Baggini. Ich habe richtig Spass an solchen Büchern. Nicht nur, weil sie mich weiterbringen, sondern weil ich sie immer mehr gegeneinander vergleichen kann, eine Position gegen die andere abwägen kann und nicht mehr einem Autor „ausgeliefert“ bin. Am Mittag kommt Werner aus Nevis kommend an. Er hatte weniger Glück mit dem Wind und musste teilweise gegen den Wind motoren. Am Nachmittag helfe ich ihm bei einigen kleinen Reparaturen und wir gehen zusammen zum Zoll. Dieser hat wie immer eine Stunde pro Tag offen, nur jeden Tag anders. Ich komme mir vor wie ein Local, so wie ich mich langsam auskenne.

Abends gehe ich mit Werner essen und wir holen auf, was wir die letzten Wochen verpasst haben. Er geht schon bald wieder in die Schweiz und so werden sich unsere Wege morgen schon wieder trennen.

Donnerstag, 10. Mai

Es sind 150 Seemeilen bis nach St. Lucia. Es gäbe mit Guadeloupe, Saintes, Dominica und Martinique genügend Inseln für kurze Schläge. Doch ich habe Lust auf einen Nachtschlag und möchte mehr Zeit für die südlichen Antillen haben. Ich rechne mit einer Geschwindigkeit zwischen 5 und 8 Knoten und so laufe ich um 10.00h aus, so dass ich nicht vor Sonnenauf- und nach Sonnenuntergang ankomme. Das gibt ein recht kleines Zeitfenster. Soll noch einer sagen, Segeln sei die grosse Freiheit.

Es geht im Grossen und Ganzen alles bestens. Der Wind bläst im Lee von Guadeloupe erfreulich stark und dreht an der Südspitze unerfreulich auf die Nase. Gegen Abend erreiche ich Dominica, wo der Wind auch weit im Lee der Insel stark abflaut. Ich lasse den Motor für zwei Stunden mitlaufen, bis ich wieder frischen Wind erreiche.

Freitag, 11. Mai

Marigot Bay

Das gleiche Spiel wiederholt sich nach Mitternacht im Lee von Martinique. Ich hätte gedacht in einem Abstand von 4-8 Seemeilen würde der Wind durchziehen, doch offenbar nicht. So komme ich gegen Mittag in der Marigot Bay auf St. Lucia an. Ich war mit Rolf und Elsbeth bereits hier. Es hat mir so gut gefallen, dass ich nochmals herkommen wollte. Und einmal mehr gefällt es mir hier sehr gut. Die Bucht ist wirklich einmalig. Auch wenn sie vor dem Bau der Marina noch viel schöner war, gefällt es mir gut.

Nachdem ich mich vom Nachtschlag etwas erholt habe, will ich an den Strand eines Luxus-Ressorts etwas lesen gehen. Doch kaum lande ich, kommt der Strandwärter und fragt was ich will. Wahrheitsgemäss sage ich, dass ich wegen dem Nachtessen schauen möchte und ein wenig am Strand lesen möchte. Seine Antwort? „Kein Problem, ob ich etwas Haschisch möchte?“ Ich lehne dankend ab und mache es mir am Strand gemütlich.

Samstag, 12. Mai

Blue Bie vor Pitons

Ich mache am Morgen ein langes Telefon in die Schweiz. Es ist schon genial, wie ich so weit weg und doch verbunden bleiben kann. Das gibt ab und zu auch Probleme, denn es ist nicht immer einfach eine Freundschaft auf die Distanz gut zu pflegen. Doch über alles ist es sicherlich eine positive Entwicklung. Ich schätze sie sehr.

Nach dem Mittag setze ich die Genua und segle gemütlich zu den Pitons, dem Wahrzeichen von St. Lucia. Sie sind schon grandios und ragen 800 Meter steil aus dem Meer. Es fühlt sich an, wie wenn ich vor dem grossen und kleinen Mythen. Am Abend gehe ich in das lokale Restaurant essen. Kaum im Restaurant, senden sie eine Wache zur Blue Bie und zum Nachbarboot, da sie hier Probleme mit Diebstählen haben. Das Essen schmeckt lecker und sie geben allen Gästen eine grosse Frucht zum karibischen Frühstück mit.

Sonntag, 13. Mai

Aussicht von den Pitons

Soufrière, am Fusse der Pitons ist in der Mitte des alten Vulkankegels, dessen Westflanke bei der Explosion vor 10’000enden von Jahren weggesprengt wurde. So haben kann ich mit dem Bike Schwefelquellen erkunden, in warmen Thermalquellen baden und im Ladera Resort die wunderschöne Aussicht zwischen den beiden Pitons geniessen.

Zum Nachtessen gehe ich nochmals zum rührigen Wirt. Das Essen schmeckt bestens und ich darf gratis sein privates E-Mail benützen. Ein richter Familienbetrieb: Die 12-jährige Tochter serviert, die Mutter kocht und der Sohn bewacht die Boote. Und der Vater? Er organisiert :)

Montag, 14. Mai

Heute steht der letzte grosse Übersegler an: Ich segle 60 Meilen nach Mustique. Eigentlich wäre St. Vincent weniger weit, doch im Lee von St. Vincent hat es wahrscheinlich keinen Wind und ich müsste nachher nach Mustique aufkreuzen. Obwohl die Passage nicht sehr weit ist, hat sie in sich: Schon an der Südspitze von St. Lucia hat es 3 kn Strom und gewaltige Wirbel. Der Gegenstrom von 3 kn hält bis nach St. Vincent an und reduziert die schönen 9kn Fahrt durch das Wasser auf 6kn über Grund. Im Luv von St. Vincent reduziert sich der Strom langsam, dafür stehen gewaltige Kreuzseen. Der Wind nimmt immer mehr ab und ich setzte erstmals den Gennaker, seit ich ihn an Weihnachten geshreddert habe. Die Reparatur des Segelmachers ist sehr gut – man sieht dem Profil nichts an – nur zwei grosse Flicken erinnern an das Malheur. Kurz vor Mustique kommt die Strömung zurück, diesmal von der Seite und versetzt mich stark.

Am Abend treffe ich Patricia Probst – eine ehemalige Arbeitskollegin von mir - und ihr Freund Huw, die auf Mustique Urlaub machen. Zusammen gehen wir in das Cotton House essen – ein ehemalige Plantage und ein grandioses Kolonialstilhotel. Es gibt viel zu erzählen, zu lachen und es wird spät, ehe wir in das Bett respektive Kojen gehen. Ich habe jetzt seit mehr als einem halben Jahr nicht mehr an Land geschlafen und vermisse es keinen Moment.

Dienstag, 15. Mai

Frühstück im Cottonhouse

Ich sattle das Bike – das ideale Verkehrsinsel um die kleine Privatinsel (5x3km) zu erkunden. Es kommt mir vor wie in einem Zoo. Alles ist wunderbar herausgeputzt. Es hat keine Wiesen, nur Grünflächen sind Rasen. Die Zoobewohner sind nicht etwa Tiere, nein, Mick Jagger, David Bowie, Raquel Welch, etc. besitzen hier Villen. Es hat nur ein zwei Hotels, der Rest sind private Villen. So ist sehen und gesehen werden das grosse Themen. Doch ich sehe niemanden – und wenn ich jemand gesehen hätte, hätte ich ihn sicherlich nicht erkannt.

Das Einklarieren am Flughafen geht problemlos und danach gehe ich auf einen Espresso in das Cotton House zu Patricia und Huw. Dort drucken sie 500 Zeitungen auf Verlangen aus und so kann ich erstmals seit langem wieder ganz gemütlich den Tages Anzeiger lesen. Am Nachmittag geniesse ich die Blue Bie und schruppe das Unterwasserschiff. Das Antifouling ist definitiv am Ende und ich muss das Unterwasserschiff alle zwei Wochen putzen. Gut, dass die Saison bald zu Ende geht. Ich bin nicht mehr so richtig motiviert, noch viele Inseln anschauen zu gehen und freue mich, bald in die Schweiz zu fliegen. Doch am Abend kommt noch ein englischer Kitesurfer vorbei, der an der Outremer 43 interessiert ist. Er erzählt von einem guten Kitespot in der Nähe und das motiviert mich wieder, noch etwas weiter zu fahren.

Mittwoch, 16. Mai

Patricia und Huw

Nach einem faulen Morgen, kommen Patricia und Huw vorbei und wir segeln nach Canouan. Huw ist selber aktiver Regattasegler und wir geniessen das gemeinsame Segeln sehr. Eine gute Stunde später sind wir dort und geniessen die Sonne, das warme Wasser und ein kleines spätes Mittagessen an Bord. Ich habe die letzten Tage so viele Früchte von fliegenden Händlern gekauft, dass es für uns drei locker reicht. Wir haben es nicht eilig mit lossegeln, schliesslich hatten wir lediglich eine Stunde hierher. Doch drei Knoten Strömung treiben uns sehr stark ab. Wir können Mustique nicht anlegen und müssen gegen die Strömung aufkreuzen. So wird es immer später, wir erleben einen schönen Sonnenuntergang auf See und kommen erst bei voller Dunkelheit in Mustique an. Das Montezuma Riff können wir dank elektronischer Seekarte problemlos umschiffen. Doch wo hat es eine freie Mooring? Wir suchen eine mit Hilfe einer Taschenlampe. Auf einem Ankerlieger weist uns die Crew ihrerseits mit einer Taschenlampe den Weg zur nächsten freien Mooring – herzlichen Dank. So macht segeln Spass.

Anschliessend gehen wir zu einem späten Mittagessen in das Firefly. Das Essen ist wirklich lecker und ich kann behaupten, ich habe jedes Restaurant auf der Insel besucht!

Donnerstag, 17. Mai

Philip

Ich gehe zur Nachbaryacht um für die gestrige Hilfe zu danken. Es sind drei Amerikaner aus Boulder, Colorado auf einer Charteryacht. Nochmals gehe ich mit dem Bike zu Patricia und Huw, ehe Abschiednehmen angesagt ist. Es macht schon Spass unterwegs immer wieder Freunde oder Unbekannte zu treffen. So schön die Landschaft der Karibik ist, so viel interessanter sind die Leute, die man unterwegs trifft.

Die Mooringgebühr auf Mustique gilt für drei Tage (USD 30) und so ziehe ich heute weiter nach Bequia. Das Segeln ist anspruchslos und zwei Stunden später bin ich nur unter Genua dort. Bequia ist wie English Harbour auf Antigua ein Yachtzentrum. Ich lese noch etwas ehe ich gegen Sonnenuntergang an Land gehe. Wie jeden Donnerstag spielt im Frangipani eine Spielband und ich geniesse einen Sundowner. Irgendwie bin ich total erschöpft, doch ich weiss nicht von was. Auf alle Fälle nicke ich um 19.00h an der Bar ein! Das kann es ja auch nicht sein, nehme mich zusammen und komme mit zwei Deutschen Touristen in das Gespräch. Wir essen anschliessend zusammen das Barbeque. Ich habe einen Bärenhunger und vertilge Vor- und Hauptspeise und einen happigen Dessert!

Freitag, 18. Mai

Der Crusing Guide rühmt Bequia als Ort um Yachtzubehör einzukaufen. Ich brauche nicht viel, doch die beiden Yachtläden sind sehr klein und ich finde nichts Passendes. Nicht tragisch, alle Sachen haben Zeit. So gibt es anschliessend auch nichts zu tun und ich mache es mir auf der Blue Bie bequem und mache ein Mittagsschläfchen. Hier hat es guten Internetzugang und ich mache mich daran, meine Homepage zu überarbeiten.

Im Laufe des Nachmittags will ich in das Dorf mich etwas umschauen. Doch auf dem Weg komme ich ich bei Peter auf seiner Onda Blue, einer Schweizer Amel Super Maramu, vorbei. Er ist seit 6 Jahren in der Karibik unterwegs und ist jeden Sommer zu Hause. Wenn ich möchte, könnte ich schon noch eine Weile hier bleiben. Ich weiss noch nicht, wo ich nächsten Winter segeln möchte. Das muss ich auch noch nicht wissen, doch ich denke, ich werde wahrscheinlich nicht noch einmal die Antillen bereisen, sondern eher der spanischsprachige Teil der Karibik (Venezuela/Kolumbien oder Guatemala/Honduras). Wir plaudern den Nachmittag vorbei und schon ist es wieder zu spät um das Dorf zu erkunden.

Nach dem Nachtessen gehe ich der Wasserfront entlang, doch alles ist tod. Nur in der letzten Bar am anderen Ende der Bucht spielt eine Lifeband. Ich treffe die Deutschen und die Amerikaner die mir auf Mustique geholfen haben und wir haben einen schönen Ausklang eines gemütlichen Tages. Was habe ich vorgestern gesagt? Es sind die Leute, die eine solche Reise interessant machen. Da kann ich gerne einen Dorfbummel auf morgen verschieben und beschliesse nochmals einen Tag zu bleiben.