Urlaub

Am 10. Juli ging die Blue Bie auf die Werft um die diversen geplanten Reparaturen zu machen. Habe ich gedacht, dass alles innerhalb eines Tages erledigt ist? Es hat erst einmal zwei Tage gedauert bis die Werft überhaupt Zeit hatte und dann brauchten sie nochmals zwei Tagen um das meiste zu erledigen. Doch leider nicht alles und ich war sehr froh, dass Michel sich um den Rest kümmerte, weil er anschliessend mit der Blue Bie in den Urlaub fahren wollte. So konnte ich planmässig nach Hause fahren.

Die ersten zwei Wochen in der Schweiz habe ich Freunde getroffen, war Mountainbiken, gebadet und habe es mir einfach gut gehen lassen. Ich habe kaum mehr als 2 Tage am gleichen Ort geschlafen. Aber immer habe ich ein Plätzchen gefunden - nochmals ganz herzlichen Dank allen GastgeberInnen.

Die Alpencrosser

In der dritten Urlaubswoche bin ich mit yoyobike mit dem Mountainbike vom Bodensee zum Comersee. Edda und Christian sind superfeine Leuten und sind sicher nicht ganz unschuldig an meinem Entschluss das Abenteuer Blue Bie anzupacken!

Ob ich für den Alpencross wie letztes Jahr fit genug? Schliesslich geht dieser noch höher und weiter als letztes Jahr! Es war ein kleines, aber feines Trüppchen das sich am Sonntag morgen am Bahnhof Rorschach für die Fahrt an den Comersee getroffen hat. Doch noch vor der Abfahrt erreicht mich die schlechte Nachricht: Michel ist mit der Blue Bie 500m vor dem eigenen Hafen auf Grund gelaufen. Schadensausmass unklar! War das ein Start in den Alpencross. Prompt haben mir am Nachmittag die Magennerven einen Streich gespielt und mich voll flach gelegt. Auf dem letzten Zahnfleisch bin ich auf den letzten Hügel gekrochen. Zum Glück ging es nachher eine einfache Waldstrasse hinunter.

Downhill ohne Ende

Nach einer Stunde Ruhe am Abend und der beruhigenden Nachricht, dass es mit der Blue Bie wohl nicht allzu schlimm sei, ging es mit mir schnell bergauf und ich war wieder fit für das Nachtessen. Die Route war traumhaft: Rorschach - Appenzellerland - Rheintal - Alp Gamp - Malbun - Klosters - Scalettapass - S-chanf - Berninapass - Puschlav - Alp Pesca - Comersee. Der Rest der Woche war abgesehen von einigen Wetterkapriolen problemlos! So haben wir eine Etappe wegen Regen abgeändert und mussten die Etappe vom Unterengadin in das Puschlav wegen Regen und Schneefall teils mit dem Bus und Zug zurücklegen. Gerade deswegen war der Alpencross nicht so streng wie geplant und ich konnte ihn so richtig geniessen.

Die Blue Bie hat zwar keinen ernsthaften Schaden genommen, aber war nicht segelfähig und so musste ich diverse Termine mit Freunden auf der Blue Bie absagen. Das waren wirklich keine schönen Anrufe, haben doch alle deswegen Urlaub genommen. Doch zum Glück war das Verständnis gross und wir konnten Ersatztermine oder -aktivitäten finden. So kam ich zu einem wunderbaren Tag Wakeboarden auf dem Zürichsee - wer hätte das gedacht.

Es kommt immer anders als man denkt und meist besser! So hat es das Schicksal wohl gut gemeint mit mir und ich habe nochmals zwei Wochen Urlaub bei Cécile gemacht. Wir haben dann auch zwei sehr schöne Wochen verbracht - beim Wellnessen in Feusisberg, beim Biken (nicht nur gemütlich dem See entlang :-) ) und Hiken im Tessin, in und um Luzern.

Abendstimmung

Am 21. August bin ich mit meinen Eltern wieder nach Südfrankreich gefahren. Wir waren etwas segeln, haben gewerkelt, ich habe gekitet und Mami hat das ganze Schiff innen herausgefegt. Ihnen hat es gut gefallen und sie haben den Aufenthalt von 3 auf 7 Tage verlängert. So flogen die Tage vorbei und wir haben vieles erneuert, dass zwar nicht kaputt, aber von der Zeit und den Elementen gezeichnet war.

Das Wasser hat nach dem lang anhaltenden Mistral nur noch 18 Grad und zum Kiten ist mit dem kurzen Neopren doch langsam kalt. Da wird es Zeit Richtung Süden in wärmere Gefilde zu fahren! Und das passt auch in meine Pläne denn jetzt geht es los: Meine Eltern haben meinen Auto zurück in die Schweiz genommen und der Garage abgegeben. So ist meine Mobilität auf die Blue Bie und das Bike eingeschränkt. Der Gedanke daran war schlimmer als die Realität! Ich muss mich einfach ein wenig mehr organisieren.

Und heute habe ich den Hafenplatz in Port Camargue abgegeben. Ab morgen bin ich endgültig ein Vagabund der Meere und muss mir jeden Abend ein neues Plätzchen zum Schlafen suchen.