Salinas - Galapagos
Salinas - Galapagos in Google Maps
17. April
Heute beginnt die gemeinsame Seereise von Monica und mir. Ich halte es einfach und wir segeln 18 Seemeilen mit achterlichen Winden nach Ayanque, wo wir tauchen möchten. Doch das Dorf sieht überhaupt nicht einladend aus, der Wind steht voll in die Ankerbucht und eine kräftige Uferbrandung würde das Landen mit dem Dinghi schwierig machen. So bleiben wir an Bord und brechen nach dem Abendessen Richtung Galapagos auf.
Die Winde bleiben die ganze Nacht drehend und es hat viele Fischerboote unterwegs, so dass ich immer wieder aufstehe, Segel einstelle und Fischern ausweiche.
18. April
Am Morgen stabilisieren sich die Winde aus Süden und wir können unter Gennaker wunderschön Fahrt machen. Nach einem problemlosen ersten Tag leidet Moni mehr als erwartet und döst den ganzen Tag, während ich lese. Zum Glück ist die Nacht ruhig und ich kann den Schlaf der letzten Nacht nachholen.
19. April (Etmal 177 Seemeilen)
Wie schon auf der Hinfahrt hat es weit draussen 2 Kilometer lange unmarkierte Fischernetze, die dicht an der Oberfläche treiben. Zweimal können wir uns nur mit dem Messer befreien, zweimal werden wir von Fischern um die Netze herumgeleitet. Wir tauschen eine riesige Dorade gegen Bier, Wurst und Semmel.
Moni geht es besser und so ich unterrichte sie im Segeln: Sie bedient den Autopilot und steuert Blue Bie einer Stunde, währenddessen ich Tagebuch schreibe. Die Rollen werden wir später tauschen, wenn sie mich zum Divemaster ausbilden wird.
20. April (Etmal 147 Seemeilen)
Wir kommen gut voran, auch wenn der Wind etwas leichter ist als gestern. Es ist immer wieder erstaunlich wie schnell Blue Bie nur vom Wind angetrieben vorankommt und wir uns nach zwei Tagen schon mitten auf dem Pazifik befinden. Zeit und Horizont erstrecken sich in Unendlichkeit, doch es scheint mir nicht als seien wir mitten auf dem Pazifik. Vielmehr fühlt es sich an als ob Blue Bie meine ganze kleine Welt und alles andere unendlich weit entfernt ist. Meine Gedanken verlassen Blue Bie auch kaum, alles konzentriert sich auf das hier und jetzt.
21. April (Etmal 99 Seemeilen)
Der Wind lässt im Laufe des Morgens immer weiter nach. So treiben wir, nachdem wir die Batterien geladen und Wasser entsalzen haben, auf der spiegelglatten See. Nur eine Schule Delfine und ein Seelöwe stören die absolute Ruhe. Doch auch so vergeht die Zeit wie im Flug und nach einer Partie Schach ist es schon wieder Zeit für das Nachtessen, welches zum ersten Mal Moni kocht.
22. April (Etmal 63 Seemeilen)
Die Doldrums haben uns endgültig wieder – nur hin und wieder streichen ein paar leichte Böen aus unterschiedlichen Richtungen über das Wasser und wir treiben mehr Richtung Galapagos als wir segeln. So wird sich die Ankunft um einen Tag verschieben – nicht weiter tragisch, auch wenn wir beschlossen haben nur kurz auf Galapagos zu bleiben und zu versuchen die Osterinsel zu erreichen. Da es dort bereits Herbst wird, müssen wir mit Gegenwinden und unsicheren Ankerplätzen rechnen. Doch wir möchten uns den einmaligen Kulturschatz nicht entgehen lassen und werden es einfach einmal versuchen.
Moni bäckt zum ersten Mal Brot – und erst noch ein äusserst leckeres Foccacia-Brot.
23. April (Etmal 64 Seemeilen)
Wie um uns zu necken, kommt der Wind zurück als Santa Cruz in Sichtweite ist. So können wir die letzten Seemeilen segelnd zurücklegen. Nachdem wir während der ganzen Überfahrt kein einziges Segelboot gesehen haben, laufen wir gleichzeitig mit drei anderen Segelbooten ein.
Ich fühle mich fast wie zu Hause, Leute kennen mich und ich weiss, was wie wo erledigen. So sind wir schon bald einklariert, haben 13kg Wäsche abgegeben und können Porto Ayora erkunden.
24. - 27. April
Die ersten Tage auf Santa Cruz machen wir Sight-Seeing, gehen in das Charles Darwin Institut die Riesenschildkröten besuchen und gehen einen Nachmittag zum La Griega Strand baden.
Gefehlt – es ist kein Sandstrand, sondern ein wunderschöner felsiger Canyon, in welchem Süsswasser aus den Hügeln auf das Salzwasser des Pazifiks trifft. Schön, dass man immer wieder überrascht werden kann!
Auch ein Tauchgang darf nicht fehlen und so gehen wir zum Gordon Rock tauchen. Im Vergleich zum letzten Mal ist die Strömung stärker und ich komme mir vor wie ein Alpinist unter Wasser: Wir hangeln von Lavafels zu Lavafels, die Strömung ist teilweise zu stark zum Schwimmen. Noch nie war das Tauchen so interessant!
Auch die Tierwelt ist sehr abwechslungsreich: Wir sehen Hammer- und Weissspitzhaie, Adlerrochenfamilien und Schildkröten aus nächster Nähe und die meisten Fische lassen sich durch unsere Anwesenheit überhaupt nicht stören.
Während der Mittagspause schnorchle ich mit Seelöwen, die mich als ‚Artgenossen’ mitten im Rudel akzeptieren. Die Seelöwen sind bis jetzt meine absoluten Lieblingstiere auf Galapagos.
28. April - 6. Mai
Monica kann als Instruktorin im Tauchcenter zwei Mitarbeiter während einer guten Woche als Rescue Diver ausbilden. Das verschiebt zwar unsere Abfahrt zu den Osterinseln, doch gibt ihr die Möglichkeit ihrem Hobby als Taucherin zu frönen und anstatt USD 120 pro Tag zu bezahlen, ganz gut zu verdienen:) So verbringen wir den Morgen meist auf Blue Bie. Nach dem Frühstück büffle ich die Theorie zum Rescue Diver während Moni die Homepage auf Spanisch vorbereitet. Die Nachmittage verbringe ich meist im Dorf - in einem Restaurant mit Champions League Übertragung, einem Café mit Internetzugang oder im Tauchcenter.
Der geneigte Leser mag sich fragen, was ich denn die ganze Zeit mache. Die meisten Sachen brauchen an Bord und an unbekannten Orten mehr Zeit als zu Hause. So erstreckt sich zum Beispiel der Kauf von 40 Lt Diesel über zwei halbe Vormittage: Erst fahre ich mit zwei Kanistern per Wassertaxi und Taxi zur Tankstelle und lasse mich informieren, dass sie nur mit Unterschrift der Capitaneria Diesel an Ausländer verkaufen dürfen. So fahre ich mit dem Taxi zur Capitaneria, wo man mir bescheidet, dass sie für die Ausstellung meinen Agenten benötigen. Als dieser eine halbe Stunde später eintrifft, füllen sie ohne Zutun des Agenten das Formular aus und bescheiden mir, dass die Tankstelle jetzt geschlossen sei… Zwei Tage später fahre ich per Wassertaxi und Taxi wieder zur Tankstelle, wo ich informiert werde, dass der Tankstellenwärter in 10 ‚Minütchen‘ zurück sei. Das dauert natürlich eine halbe Stunde, so dass ich den Taxifahrer bezahle und auf ein nächstes Taxi warte. Ja, so vergeht die Zeit. Wenn man dann noch drei Computer mit Windows Vista wartet :(, verfliegen halbe Tage nur so!
Doch bei aller Zeit die es braucht, kann ich alles in Ruhe erledigen, kann ohne schlechtes Gewissen eine halbe Stunde auf den Tankstellenwart warten und dabei meine Gedanken schweifen und meine Weltumsegelung eine Erfahrung reicher werden lassen. Fo
Schon ein wenig komisch: Es ist seit dem letzten Mal Kitesurfen schon über ein Jahr her. Ich habe alle Freiheiten der Welt und schaffe doch nicht zu tun, was ich am liebsten mache! Da war ich früher im Büro häufiger am Kitesurfen! Die letzten 12 Monate waren erst von Leichtwinden in der Spätsaison in der Karibik, dann von einem längeren Landausflug in Südamerika und zuletzt den windlosen Doldrums geprägt. So wächst mein Wunsch irgendwo bei Gelegenheit ein halbes Jahr nur zu kitesurfen.
Doch zuerst freue ich mich darauf, Anker zu lichten, endlich wieder zu segeln und neues zu entdecken. Wir planen zuerst in Isabela einen kurzen Halt einzulegen und dann zur Osterinsel zu segeln. Dort ist bereits Herbst und wir müssen auf der Strecke mit Gegenwinden und auf der Osterinsel mit umlaufenden Winden rechnen. Da die Osterinsel über keine ringsum geschützte Ankerbucht verfügt, können wir unter Umständen nicht einmal ankern. So müssen wir unter Umständen unterwegs oder in Sichtweite der Osterinsel entscheiden, Richtung Französisch Polynesien abzudrehen. Doch es gibt nur einen Weg das herauszufinden und wir werden euch auf dem Blog auf dem Laufenden halten!














