Tahiti - Bora Bora
Tahiti - Bora Bora in Google Maps (Webbrowser) und in Google Earth (separates Programm)
Moorea
Nach den aktiven Wochen in Tahiti geniessen wir die Ruhe Moorea’s, schnorcheln, tauchen, fahren mit dem Bike zu einem Aussichtspunkt und geniessen den allabendlichen Seglertreff am Strand.
Haben wir bis anhin kaum Segler getroffen, die für die Wirbelsturmzeit nach Hawaii segeln, treffen wir jetzt immer mehr Segler mit dem gleichen Plan. Aufgrund der Diskussion mit anderen Cruisern haben wir unseren Routenplan modifiziert und werden versuchen zuerst zurück zu den Marquesas zu segeln und dann von dort die Überfahrt nach Hawaii anzutreten.
Huahine
Die Ankerbucht ist sehr exponiert –der Wind heult um die Wanten und unsere Ohren. Kein Wunder sind alle Segler hier am Wind- oder Kitesurfen. Wir fühlen uns wie im Winter und ziehen bei 20° abends einen dicken Pullover an. Ich geniesse das Kitesurfen hinter dem Riff, doch das Wetter ist richtig garstig, mal mit mal ohne Wind. Wir gehen zurück in den Hauptort, Moni taucht im Pass und um Mitternacht laufen wir für den Nachttörn nach Bora Bora aus. Der Wind ist noch immer stark, doch wir segeln nur unter Genua um nicht allzu früh anzukommen.
Ein ruhiger Nachttörn bringt uns nach Huahine. Wir ankern zuerst vor dem Hauptort und können Wellenreitern beim Abreiten der Wellen im Pass zusehen. Je länger je mehr gelange ich zur Überzeugung, dass Surfen mein nächster Sport ist und mit dem Segeln kompatibler ist als Kite- oder Windsurfen: Während man zum Kitesurfen guten Wind (und einen grossen Strand) zum Starten braucht, kann man auch im Windschutz einer Insel, wie es zum Ankern ideal ist, surfen gehen. Doch vorerst steht Kitesurfen auf dem Programm und wir motoren gut geschützt zwischen Insel und Barrierenriff einige Seemeilen an das Südende der Insel: Es ist eine wunderschöne Fahrt: Links eine üppig grüne Insel, voraus tiefblaues Wasser und rechts türkisgrünes Riff über welches weisse Wellenwände brechen.
Bora Bora
Bora Bora ist ein Traum: die Insel ist kleiner wie ihre Schwestern und ist von einem Riff und einer navigierbaren Lagune umgeben. Es hat unzählige Ankerplätze, doch es ist gar nicht so einfach wie man denkt: Die Lagune ist fast zu tief zum Ankern und Böen fallen bösartig über die Bergrücken. Wir ankern nur kurz um mit dem Dinghi eine enge Passage zu erkunden, doch Blue Bie wird von den Böen wild hin und hergeworfen. Die Passage ist auch mit Blue Bie problemlos machbar und wir ankern vor Bora Bora’s Südzipfel in der Matira Bay, einen Steinwurf vom Tauchcenter und dem besten Kitespot in den westlichen Gesellschaftsinseln entfernt.
Und so bleiben wir hier zehn Tage ohne einen anderen Ankerplatz von Bora Bora gesehen zu haben. Doch wieso sonstwohin gehen, wenn es uns hier gefällt? Bora Bora ist noch schöner als die anderen Inseln: Die Lagune ist noch türkisfarbener, das Grün noch üppiger, das Riff ist näher, die Gipfel noch imposanter als anderswo. Zwar ist Bora Bora sehr touristisch mit vielen auf das Wasser hinaus gebauten Bungalow-Anlagen, doch die Insel und ihre Einwohner haben ihren Charme bewahrt.
Ich feiere meinen Geburtstag mit einer Kitesurf Session am Vormittag und einem gemütlichen Nachtessen an Bord mit Moni, Shauna und Dave von der Dragon, mit denen wir seit den Marquesas das eine oder andere Fest gefeiert haben. Moni kocht ganz leckere Crevetten mit Tomatenreis und woher sie auf dieser Insel eine hervorragende Schwarzwälder-Torte organisiert hat, wird wohl für immer ein Rätsel bleiben;)
Wir kitesurfen, tauchen, gehen per Autostop oder Mountain Bike in die Stadt und geniessen vor allem die Gesellschaft von Wayne auf Learnativity, den ich in Salinas kennen- und extrem schätzen gelernt habe. Wir stossen nochmals auf meinen Geburtstag an, führen viel anregende Gespräche und essen oft gemeinsam.
Bora Bora ist wirklich ein traumhafter Platz und wenn unser Visum nicht ablaufen würde, würden wir wohl noch länger bleiben. Doch so klarieren wir aus und machen uns auf den Weg zu einem letzten Stop auf den Schwesterinseln Raiatea und Tahaa. Es hat kaum Wind und wir motorsegeln 15 Meilen gegen den Wind.
Raiatea
Nach mehr als einem Jahr gehen wir erstmals wieder an einen Steg und hören im Schlaf Autos. Der Ort Uturoa ist einladend, kaum touristisch und wir füllen uns sofort wohl, unter anderem, weil wir wie fast überall den einen oder anderen Cruiser kennen. Doch schon am nächsten Tag kehrt die Idylle: Der Wind nimmt zu, steht voll auf den Hafen und drückt alle Yachten auf den Steg. Es ist kaum möglich auszulaufen und wir überlegen hin und her, ob wir es versuchen sollen.
Die Nachbaryacht läuft aus, unterstützt von 6 Männern die sie von der Pier schieben. Doch keine zwei Minuten knallt sie mit ihrem Anker gegen Blue Bie – der Motor war nicht stark genug um sie in der Ausfahrt zu drehen. Wir haben Glück im Unglück und haben nur einen kleinen, nicht strukturellen Schaden am Bug. Der grösste Druck entstand als die Yacht mit ihrem Anker auf (!) unserem Bug lag, doch da entstand nicht einmal ein Kratzer. Gut, dass wir keinen Bugkorb haben, der wäre hinweggefegt!
Doch ich fühle mich nicht wohl. Der Wetterbericht verspricht anhaltend starken Wind und ich will weg hier! Ich lege mit dem Dinghi zwei dicke Leine quer über den Hafen, verhole Blue Bie damit in die Mitte des Hafenbeckens, drehe sie damit in den Wind, gebe langsam Gas, hole die Leinen ein. Komplett ohne Stress gleiten wir aus dem Hafenbecken und ankern ein paar hundert Meter entfernt hinter einem Riff und einem kleinen Motu. Ankern hat seine Vorteile!
Tahaa
Tahaa und Raiatea sind zwei Schwesterinsel innerhalb desselben Riffs. So segeln wir keine Stunde und nehmen eine Mooring-Boje vor dem Hibiskus-Hotel um dort die Meeres-Schildkröten Station zu besichtigen. Doch es ist eine Touristenfalle: Drei einsame Schildkröten drehen in einem kleinen Gehege ihre Runden und die Ambiance lädt nicht gerade zum Blieben ein. Keine Stunde später sind wir schon wieder weg und segeln zum Taravana Yacht Club an der Südspitze von Tahaa. Was für ein Kontrast und wundervoller Platz: Ein kleines, gemütliches Restaurant wird von einem ehemaligen Charterkapitän und seinem Sohn geführt und offeriert alles was ein Cruiser gerne möchte: Büchertausch, Internet, Waschmaschine, … Die Mooringbojen sind gratis, wenn man seine Services benützt und so geniessen wir jeden Abend einen Sundowner im Restaurant.
Das Motu kommt dem Robinson Crusoe Traum nahe und wir geniessen einige unbeschwerte Tage beim Schnorcheln und vor allem beim Kitesurfen. Tagsüber sind einige Touristen da und gegen Abend kommen jeweils die Jungs vom Taravana Yacht Club zum Kiten herüber. Für den Rest der Zeit ‚gehört‘ die Insel uns, auch wenn überall ‚privé‘ steht.
Eigentlich wollten wir längst Richtung Hawaii lossegeln, doch es hat keinen idealen Wind und Moni möchte ihren Geburtstag an Land feiern. So haben wir Zeit bleiben einige Tage im Taravana Yacht Club und ankern anschliessend vor dem Motu Mahea.














