San Blas - Cartagena
San Blas - Cartagena
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Westliche Karibik
Mittwoch, 18. Juni
Der Wind ist so leicht, dass wir für einmal nicht wissen, welches Tagesziel wir erreichen können. Wir schaffen es schliesslich fast bis zu unserem weitesten Tagesziel, ehe der Wind abstellt und wir unter Motor die East Holandes Cays anfahren. Dort ankern wir im ‚Swimming Pool’. Kaum eine Welle kräuselt die Wasseroberfläche, wenn ringsherum der Sturm tobt. Erstaunlich hohe Brecher stürzen über das windwärtige Riff, während sich ringsherum die Palmen sanft im leichten Wind bewegen.
Kulinarisch bewegen wir uns mit einer schweizerisch-mediterranen Rösti mit Lobster Cavichi (roher Hummer in Limetten mariniert) auf nie da gewesenen Höhen.
Donnerstag, 19. Juni
Es sieht am Abend nicht nach Regen aus, doch morgens um 3.00h zieht ein kräftiges Gewitter durch. Ich merke es erst als Blitz und Donner direkt über uns sind und Nila bereits 60 Liter Wasser gefasst hat. Ich kann mich umdrehen und weiterschlafen:) Es sind kleine Sachen, die das Leben an Bord zu zweit schön machen!
Der Morgen begrüsst uns wieder mit Sonnenschein und Nila macht grosse Wäsche. In einem grossen Regen haben wir locker nochmals 50-100l Wasser im Dinghi, welches wir immer so sauber halten, dass wir mit dem Wasser waschen können. Am Nachmittag versuchen wir an den Strand zu gehen, doch es hat so viele Sandfliegen, dass wir bald wieder zurück an Bord fliehen. So ist die Ankerbucht zwar sehr schön, doch wirklich viel kann man nicht unternehmen. Zudem finde ich es wieder einmal erstaunlich, wie wenig Kontakt die Cruiser untereinander haben. Wer sich nicht kennt, geht nicht auf jemanden zu. So bleiben wir den ganzen Tag neben 12 Yachten alleine.
Freitag, 20. Juni
Selten gefällt mir ein Boot besser als eine Outremer. Der neben uns liegende Katamaran Tam Tam gefällt mir jedoch sehr. Da ich gestern beschlossen, jeden Tag mindestens ein anderes Boot zu besuchen, fahren hinüber. Es ist eine Looping 55, von François und Valerie in 11'000 Stunden gebaut und gesegelt. Sie entspricht der Outremer Philosophie: leicht, simpel und elegant. Wir plaudern angeregt über verschiedene Designs und ihre Pläne. Sie haben die letzten zwei Jahre in der Karibik verchartert, segeln jetzt nach Französisch Polynesien und werden dort wieder verchartern.
Wir backen kleinere Brötchen und segeln 7 Seemeilen zu den Coco Banderas Cays. Doch der Wind hört bald ab und es steht eine kurze 2 Meter hohe Dünung. Es ist selbst mit einem Katamaran so unruhig, dass wir für einmal die Segel streichen und motoren. Die Coco Banderas Cays sind einmalig: Vier kleine Kokosinseln, Sandstrand, türkis und dunkelblaues Wasser und ringsherum türmt sich die Brandung. Im Nachhinein werden wir wissen, dass die Cocos Banderas einer unserer Lieblingsplätze in San Blas sein werden.
Samstag, 21. Juni
Unter den Kokospalmen wachsen wunderschöne Blumen und für einmal keine Mangroven – so sind die Coco Banderas mosquito- und sandfliegenfrei. Nila schleift am Strand den Cockpittisch und ich bastle an meiner Homepage. Ich kann mich schon mehr in die Programmierung vertiefen als in Handwerkliches:)\
Am späteren Nachmittag schliessen wir uns der Crew und den Gästen der ‚Stahlratte’ an. Es ist ein 30m langes ehemaliges Nordseefischerboot, welches seit 15 Jahren von einem Verein betrieben wird und langsam auf dem Weg um die Welt ist. Um die Kasse etwas aufzubessern, fahren sie die letzten zwei Jahren mit bis zu 20 Rucksacktouristen von Panama nach Cartagena und zurück. Sie laden uns zum Piraten Barbecue an Land und wir erfreuen uns der Gesellschaft der Crew und Backpacker.
Sonntag, 22. Juni
Die Coco Bandera Cays sind traumhaft schön, es regnet leicht, Nila ölt den Cockpittisch und ich bastle an der Homepage. Ein schöner, ruhiger Tag.
Montag, 23. Juni
Immer wieder regnet es leicht und wir motoren nach Nargano. Es hätte zwar Wind zum Segeln, doch die Batterien müssen nach zwei sonnenfreien Tagen wieder einmal geladen werden. Nargano und Corazon de Jesus sind zwei mit einer Brücke verbundenen Inseln, auf denen die Kuna Indianer nicht mehr nach alter Tradition leben. Die Inseln sind mit einigen Betonbauten nicht sehr schön, doch die Häuser sind nicht hoch, es hat breite Wege, einen Platz mit Statue und sogar Eiscreme für Nila! Ich habe eine ähnliche hektische Atmosphäre wie in Carti erwartet. Doch weit gefehlt, wir fühlen uns wohl.
Die Inseln liegen eine halbe Meile vom Ufer entfernt (Wasserversorgung!) und wir motoren und paddeln mit dem Dinghi den Rio Diablo hoch. Eine wunderschöne Fahrt unter hunderten Kokospalmen, wir erspähen sehr viele Vögel und glauben, Toucans zu sehen.
Dienstag, 24. Juni
Was für eine Nacht: Wir schlafen keine zwei Stunden, da wir immer wieder von Sandfliegen gestochen werden. Sie sind kaum einen Millimeter gross, saugen Blut und hinterlassen kaum eine Rötung. Kann doch nicht so schlimm sein! Doch alleine auf meinem Waschbecken zähle ich am Morgen mehr als 150 tote Sandfliegen – es müssen wohl mehr als tausend gewesen sein, die an uns ein Festmahl hatten.
Nichts wie weg, nachdem wir erst einmal überall Leichen weggeputzt haben. Auf den Iguana Cays fühlen uns mitten auf dem Ozean. Nur zwei kleine Inseln und grosse Riffe geben uns schwachen Schutz. Ringsherum tost die Brandung und wir gehen gestaffelt schnorcheln, da 100m entfernt eine starke Strömung steht. Das Riff ist herrlich und ich sehe ganze Familien von Jacks und Groupers, einen Ammenhai und vier hübsche Kalmare, denen ich eine Weile folge.
Mittwoch, 25. Juni
Die Etappen werden in den östlichen San Blas Inseln länger und erstmals seit einigen Wochen setzen wir wieder das Grosssegel. Auch die heutigen 20 Meilen sind nicht weit, doch bei den leichten Winden benötigen wir fast 7 Stunden. Unterwegs hält ein Einbaum direkt auf uns zu. Piraten? Nein, Fischer, die uns Lobster anbieten. Gute Idee! Wir rollen den Gennaker weg und wenden unter Grosssegel zurück. Die Verhandlungen sind schwierig, denn die Kunas wissen zwar, wie viel Geld sie pro Pfund Lobster erhalten, doch nur die wenigsten haben die Schulbildung um auszurechnen, wie viel sie für zwei Lobster verlangen müssen. Schliesslich erhalten wir für 5 USD zwei schöne Lobster. Unser Tagesziel, die Ratones Cays, bietet nicht viel Schutz und werden wir von einer kräftigen Dünung in den Schlaf gewiegt.
Donnerstag, 26. Juni
Auf dem Papier sieht die heutige Etappe bei leichten Winden mit 15 Meilen einfach aus. Doch es stehen 2-3 Meter Dünung und wir müssen zwischen verschiedenen grossen Riffsystemen durch, über welche die Dünung meterhoch bricht. Aufgrund der hohen Wellen können wir die Riffe unter Wasser nicht erkennen und die klassische ‚Augapfelnavigation’ nützt nichts. Umso schlimmer, dass die Seekarten und das Hafenhandbuch alles andere als präzis sind! So pendeln wir ständig zwischen Ausguck, Ruder, Seekarte und Hafenhandbuch um den Weg durch die Riffe zu finden. Wir werden einige Male kräftig durchgeschüttelt als sich in 10m Wassertiefe grössere Wellen aufbauen, die aber nicht brechen. Wir schaffen es schliesslich ohne Probleme, doch es ist eine der ermüdendsten Etappe der Reise.
In Ailigandi angekommen, lesen und dösen wir. Wir sind zu erschöpft, um das Dorf oder die Flusslandschaft zu erkunden.
Freitag, 27. Juni
Wir versuchen in Ailigandi Eier zu finden: Fehlanzeige. Im ganzen Dorf haben sie keine Eier. Man kriegt überall Reis, Zucker, Salz, Öl, Margarine und einige Konserven. Kolumbianische Händler bringen Tomaten, Kohl, Yukka und das eine oder andere Gemüse. Lokale Früchte wie Ananas, Limetten und Kokosnüsse findet man nicht im Laden. Wozu auch – jeder hat Zugang und sie werden uns wie Langusten und Fisch von Kunas in ihren Einbäumen angeboten. Fleisch findet man nirgends. Im Laufe des Nachmittags segeln wir bei für einmal klarem Himmel einige Meilen nach Achutupu. Dank dem Sonnenschein sehen wir die Riffe im Wasser und können sie in Slalomfahrt problemlos umfahren.
Uns stört der Umgang der Kunas mit Abfall schon sehr. Sie sind es von jeher gewohnt, allen Abfall in das Meer zu werfen. Kein Problem, wenn es nicht Plastik wäre! Hier bringt die westliche Kultur einmal mehr etwas, womit sie nicht umgehen können. So sind wir zeitweise ringsherum von schwimmendem Plastikabfall umgeben und wir sammeln unseren Abfall über einen Monat bis wir ihn in Cartagena sachgerecht entsorgen können.
Samstag, 28. Juni
Samstag ist schulfrei und Kinder kommen mit Einbäumen zu uns, um uns zu bestaunen. Wir laden sie an Bord ein, wo sie Magazine durchblättern, auf dem Trampolin spielen und sich von Nila Zöpfe flechten lassen. Nicht einfach, denn ihr Haar ist nicht wirklich sauber!
Wir spazieren durch das Dorf und werden überall von Kinderscharen begrüsst und begleitet. Die Frauen stehen zusammen um, uns zu betrachten oder Molas zu verkaufen. Doch wir brauchen keine und so malerisch die Dörfer sind, wiederholt es sich langsam und es wird langsam Zeit uns von den San Blas zu verabschieden.
Sonntag, 29. Juni
Seit drei Woche haben wir keinen Internetzugang mehr und seit mehr als einer Woche auch keinen Mobiltelefon- und E-Mail-Empfang. Da merke ich, was mir wichtig ist: Der Kontakt mit Freunden, der Wetterbericht und Informationen vom Internet die helfen, etwas zu erledigen. Nachrichten oder Börseninformationen vermisse ich überhaupt nicht. Unsere Welt hier ist so klein, dass ich nicht einmal daran denke. Den Wetterbericht können wir als Wetterfax über Kurzwelle herunterladen. Es kommt eine Tropical Wave nach der anderen auf uns zu. Doch sie sind genügend weit auseinander um nach Cartagena zu kommen. Das werden wir voraussichtlich nach dem Durchzug der nächsten Front übermorgen machen.
Wir motoren um ein kleines Kap von Achuputu nach Mamitupu, wo wir etwas ausserhalb des Dorfes vor Palmen und umgeben von drei Riffen ankern.
Montag, 30. Juni
Mit leichten Winden verlassen wir die San Blas Inseln und segeln Richtung Cartagena. Die Begegnung mit den Kunas und die vielen wunderschönen Inseln von San Blas werden uns in bleibender Erinnerung blieben. Wenn nur nicht die vielen Sandfliegen wären...
Der Wind bleibt den ganzen Tag leicht, doch wir kommen langsam aber sicher voran.
Dienstag, 1. Juli
Es ist ein schöner Segeltag mit angenehmen Winden und wir erwarten in der Nacht in Cartagena anzukommen, bis…
... bis sich vor dem Eindunkeln zwei Gewitter neben uns vereinen und die Hölle um uns herum hervorbricht. Böen mit bis zu 57kn (10-11 Beaufort) peitschen über uns hinweg, es regnet in Strömen und Blitze krachen wenige Meter neben uns in das Wasser. Gut, haben wir das Gewitter kommen sehen. Eine kleine Wasserhose hat mich gewarnt, dass in diesem Gewitter mehr Energie steckt wie in allen bisherigen. So haben wir rechtzeitig den Gennaker weggerollt und das Grosssegel doppelt gerefft. In den ersten Böen haben wir die Genua weggerollt und haben versucht unter gerefftem Gross und Motor herauszufahren. Doch wohin? Ringsherum ist es pechschwarz und es ist unklar, in welche Richtung das Gewitter ziehen wird. Nach einer halben Stunde ist das Inferno vorbei und ausser einer ausgerissenen Liekleine an der Genua haben wir keine Schäden. Kein Blitz hat direkt eingeschlagen und kein elektronisches Instrument hat Schaden genommen, obwohl das Windinstrument noch für einige Stunden nervöse Zuckungen hat.
Nach diesem Erlebnis haben wir keine Lust mehr, bei Nacht in Cartagena einzulaufen und warten den Morgen ab, wo wir bei Sonnenschein in Cartagena einlaufen sind als wäre nichts geschehen. Wenn wir nicht dort gewesen wären, würde wahrscheinlich nie jemand erfahren, dass ein Unwetter getobt hat.
Mittwoch, 2. Juli
Das Einlaufen in Cartagena ist problemlos. Ich bin schon etwas überrascht von Cartagena’s Skyline: Sie kann es fast mit Miami oder New York aufnehmen. Dabei soll Cartagena die schönste und am besten erhaltene Kolonialstadt Lateinamerikas sein. Im dritten Anlauf finden wir inmitten von 40 Yachten einen Ankerplatz, der mir passt. Erschöpft von den Ereignissen der letzten Stunden schlafen wir ein und ruhen uns den ganzen Tag aus.
Donnerstag, 3. Juli
Wir erkunden zu Fuss die 15 Fussminuten entfernte Altstadt Cartagenas. Es sind fast alle Gebäude aus der Kolonialzeit erhalten, auch wenn sie im Gegensatz zu Havanna modernen Zwecken dienen. Hier werden wir uns eine Weile wohl fühlen. Das Einklarieren geschieht in Kolumbien über Agenten. Zwar nicht gratis, dafür ohne Aufwand. So beginnen wir unseren restlichen Aufenthalt zu organisieren. Ich erhalte telefonisch Auskunft von der Werft, dass sie Platz für Blue Bie haben – die schriftliche Offerte lässt dann auf sich warten. Cartagena hat eine Augenklinik mit einem sehr guten Ruf und ich erkundige mich über eine Augenlaseroperation.
Abends gehen wir in ein Steak House essen: Nach vier Wochen Fleischabstinenz erfreue ich mich schon sehr an einem Steak.
Freitag, 4. Juli
Die Marina bietet WiFi und so kann ich erstmals seit Wochen wieder mit meinen Eltern skypen und die Homepage aktualisieren. Nila vereinbart einen Zahnarzttermin und ich einen Termin in der Augenklinik. Wir bergen die Genua und schauen den Schaden aus der Nähe an. Es sieht schlimmer aus als es ist und sollte vom Segelmacher problemlos repariert werden können.
Samstag, 5. - Freitag, 11. Juli
Ich versuche mit der Werft, Handwerkern und selbst alles für das Auswassern vorzubereiten. Ich kann es normalerweise nicht leiden, ausstehende Arbeiten zu haben und ich werde nach zwei Tagen Nichtstun irgendwie unzufrieden. Das hat Nila zum Kommentar veranlasst, dass ich nicht zum Cruisen geboren sei! Ein wenig hat sie ja schon Recht:) Allzu lange kann ich nicht nichts tun. So hat sich auch meine anfängliche Angst, dass ich auf dieser Reise irgendwo versumpfen würde, längst gelegt. Ich weiss, dass wenn die Zeit kommt, ich von alleine weiterziehe.
Nach einigen Tagen erhalten wir von der Werft positiven Entscheid für das Auswassern. Auch die Vorabklärungen für die Augenoperation verlaufen positiv und ich werde in zwei Wochen meine Augen lasern lassen. Die erste Rekonvaleszenz möchte ich auf der Blue Bie haben, so dass wir voraussichtlich drei Wochen hier vor Anker bleiben. Plötzlich haben wir jede Menge Zeit und langsam, aber sicher kommt bei mir Ferienstimmung auf. Wenig zu tun und viel Zeit! Doch zwischendurch kommt wieder die Ungeduld durch. Ich muss mich wirklich ab und zu zum Nichtstun zwingen!
Samstag, 12. - Freitag, 18. Juli
Der Ankerplatz in Cartagena ist für die eine oder andere Überraschung gut. Das Wasser ist sehr warm und nährstoffreich. Innert einer Woche ist die Ankerkette mit Muscheln besetzt und nach einem Monat hat Besatz bereits einen Durchmesser von 10cm! Auch das Unterwasser ist trotz Antifouling nach zwei Wochen voll Muscheln. Nachdem wir unsere Ankerkette gereinigt haben, schwingt Blue Bie nicht mehr wie die anderen Boote und wir kommen einem anderen Boot recht nahe.
So wollen wir nicht schlafen und wir ankern nach dem Nachtessen um. Doch nach einigen Metern ist die Kette so straff, dass die Ankerwinsch sie nicht mehr einholen kann. Ich hole die Kette von Hand ein und hebe einen Lastwagenpneu hoch, der sich in unsere Kette verwickelt hat – alles klar! Der Ankergrund ist sehr lehmig und der Anker hält sehr schlecht. Bei mehr als 20kn Wind ist ein Drittel der Boote auf Drift. So braucht es hier eine andere Ankertechnik: Anker fallen lassen und an kurzer Kette (dreimal Wassertiefe) ihn vom eigenen Gewicht setzen lassen. Erst nach einer halbstündigen Kaffeepause kann man unter Maschine testen, ob sich der Anker eingegraben hat und anschliessend volle Kette geben. Das ist bei mir mindestens 35m und mindestens 5x Wassertiefe. So hat unser Anker beide Male gehalten als andere Boote auf Drift gingen.
Wir nehmen jeden zweiten Tag Spanischunterricht und studieren die eine oder andere Stunde. Ich habe mir einen neuen Laptop gekauft und verbringe den grössten Teil der Woche damit, mich in Windows Vista einzuarbeiten und viele Programme neu zu organisieren. Zwischendurch habe ich mehrere Augenuntersuchungen und es sieht alles positiv für die Augenoperation aus.
Samstag, 19. - Freitag, 25. Juli
Die Zeit fliegt nur so dahin. Wir schmieden in der Kühle des Morgens Pläne, doch schon beim Frühstück ist es düppig warm und wir setzen meist nicht viel in die Tat um. Bei Sonnenschein sitzen wir unter den Ventilatoren in der Marina und bei Bewölkung sind wir meist an Bord. Wir setzen unseren Spanischunterricht fort, lernen langsam die anderen Cruiser kennen und verbringen die eine oder andere Stunde mit einem Schwatz. Am Boot gibt es fast nichts zu tun, Ersatzteile kann ich kaum beschaffen und so nütze ich die Zeit um mich in Windows Vista einzuarbeiten und meine Software auf den neuesten Stand zu bringen.
Abends gehen wir ab und zu in die Stadt, welche wirklich ein Juwel ist. Wunderschöne Gebäude, Plätze und Gassen laden zum Bummeln ein. Sonntags gefällt sie mir am Besten, es ist ruhiger und die Gebäude strahlen eine ehrwürdige Ruhe aus. Mein Mountainbike hat seinen Stammplatz in der Marina und so können wir kleine Besorgungen mit dem Fahrrad erledigen.
Der Operationstermin verschiebt sich zweimal, weil der Laser kalibriert wird und das in Lateinamerika so seine Weile dauert. Doch es gefällt uns hier und wir haben es nicht eilig wegzukommen.
Samstag, 26. Juli - Freitag, 1. August
Blue Bie erhält von Walter, einem Österreicher, einen wunderschönen Lederüberzug für das Steuerrad und ich mache einen stilgerechten Türkenbund um die Mitte zu markieren. Er ist sehr umtriebig, versucht ein Projekt zu lancieren, in Bambus das höchste Gebäude der Welt zu bauen und einen Yachtbroker hier in Cartagena zu gründen. Ich helfe ihm eine Homepage für den Yachtbroker zu erstellen.
Wir sind nicht die ersten, die nur einige Tage hier bleiben wollten und dann eine ganze Weile geblieben sind. Wir merken nur daran wie die Zeit vergeht, da wir jede zweite Woche das Unterwasserschiff reinigen lassen. Die Steaks und Würste, die Crepes bei Crepes & Waffles und Glaces bei Juan Valdez sind so hervorragend, dass wir es hier noch eine ganze Weile aushalten werden.
Culo de Pollo : Eine Liebeserklärung an Cartagena von Walter - schöner kann man Cartagena nicht beschreiben

















