Schweiz & Kolumbien

Ich habe vor meinem Flug in die Schweiz noch eine Woche Zeit und gehe nach Taganga tauchen. Taganga ist ein total verträumtes Fischerdorf und neben San Andres das Tauchmekka von Kolumbien. Es hat nicht viele Urlauber und drei Tauchlehrer begleiten mich als einzigem Gast auf meinen Tauchgängen. Sie sind nicht wirklich atemberaubend, dafür komme ich nach dem Tauchen mit einer der Tauchlehrerinnen in das Gespräch. Aus dem Gespräch wird ein Nachtessen und ein dreitägiger Ausflug in den nahegelegenen Nationalpark von Tayrona. Sie war Wirtschaftsprüferin und hat vor einigen Monaten den Job an den Nagel gehängt um dem Stadtleben zu entfliehen und als Tauchlehrerin zu arbeiten und leben.

So verfliegt die Zeit und schon bald sitze ich im Flieger in die Schweiz. Obwohl ich eigentlich ein terminfreies Leben habe, scheint ich doch immer wieder jede Menge Rahmenbedingungen zu haben. Sei es, weil ich wegen der Zyklonzeit weiterziehen ‚muss‘ oder wegen selbstgesetzten Terminen wie Flüge. Oder ist es schlicht, dass ich viel zu organisiert und strukturiert bin, um mich einfach treiben zu lassen?!?

Winter in Hedingen

Auch dieses Jahr darf ich in der Schweiz bei meiner Schwester und ihrer Familie in Hedingen wohnen – auch auf diesem Weg nochmals ganz vielen Dank! Der Winter hat die Schweiz von meinem Ankunftstag an im Griff und meine Agenda füllt sich schnell mit Besuchen bei Familie und Freunden und wir können viele schöne Erinnerungen aufleben lassen.

Ascona in winter

Noch mehr geniesse ich es, gemeinsam etwas zu unternehmen. Vor allem die Süddeutschland-Tour mit Frank um alte VW Käfer zu suchen, die Tiefschneeabfahrten mit Henning und der Snowboardausflug mit Katja, der wetterbedingt in Skihose und T-Shirt an der Uferpromenade von Ascona endet, werden in meiner Erinnerung bleiben.

Christmas with my family

In all der Aktivität sind die Weihnachtstage eine willkommene Pause und ich geniesse die dank der Kinder nicht ganz so stillen Tage mit meiner Familie und bei meinem besten Freund Tomas und seiner Familie. Silvester verbringe ich in der Stadt und stosse mit Tausenden von Zürchern auf der Quai- und Gemüsebrücke auf das neue Jahr an! Viel zu schnell wird es Zeit wieder Abschied zu nehmen.

Surfstyle in Miami

Auf dem Weg zurück nach Cartagena lege ich einen Zwischenstopp in Miami ein, um mein Kitematerial aufzustocken, denn während den nächsten Monaten wird kein Kiteshop mehr auf meinem Weg liegen. Doch kaum gekauft, muss ich es am Flughafen fast zurücklassen. Aufgrund des Feiertagverkehrs verweigert die Fluggesellschaft die Mitnahme meines neugekauften Kitematerials. In einer einstündigen Diskussion kann ich die Mitarbeiter überzeugen, mein Kiteboard mitnehmen, auch wenn ich meine schöne Reisetasche zurück lassen muss. So muss ich mein ganzes Gepäck entweder in die Kiteboardtasche oder in eine zweite Handgepäcktasche umpacken, die Mehrkosten für das Kiteboard bezahlt und einige nicht ganz so wichtige Sachen – selbstgemachte Marmelade von meiner Schwester :( – dort lassen. Das wäre ja vielleicht noch in Ordnung gewesen, wenn der Flieger nicht halb leer gewesen und mein Gepäck angekommen wäre!

Monica, die Tauchlehrerin die in Taganga kennen gelernt habe, und ich verstehen uns zu gut als dass wir den Kontakt abbrechen lassen wollen und ich fliege nach meiner Rückkehr nach Cartagena für zwei Wochen weiter nach Bogotá. Nicht ganz leichten Herzens, denn nach fünf Monaten an Land freue ich mich doch sehr auf das Leben an Bord, auf die Weite des Meeres! Doch die gemeinsame Zeit entschädigt für das Stadtleben in Bogota.

Bogota

Sie wohnt in einem Aussenquartier, rund 20km vom Stadtzentrum entfernt. Es hat viele Grünflächen, viele hübsche vierstöckige Apartmenthäuser und jede Menge Läden und Einkaufszentren in nächster Umgebung. So fahre ich nur zweimal in das Stadtzentrum um die nicht wirklich sehenswerte Altstadt und das sehenswerte Gold- und Botero-Museum zu besuchen. Dafür lerne ich das kolumbianische Familienleben kennen – wie aus dem Bilderbuch:)

Monica

Die Zeit verfliegt mit Besuchen, einem langen Wochenende in Villa de Leyva, dem Besuch der Salzkathedrale von Zipaquira (einer Kathedrale in einem ehemaligen Salzbergwerk), Planung und Vorbereitung der nächsten Etappen mit Blue Bie wie im Flug!

Launching in Cartagena

Zurück an Bord gibt es doch einiges vorzubereiten, bis Blue Bie bereit zum Einwassern ist. Segel anschlagen, Boot waschen (die Werft ist doch sehr staubig und alles fühlt sich dreckig an), alle Systeme kontrollieren – ganz fertig werde ich bis zum Einwassern nicht, doch ich schaffe was dringend ist. Das Einwassern fällt fast in das Wasser, weil die Werft nicht einwassern will bevor die Überweisung der letzten Rate im Haus eingetroffen ist. Tut sie nicht, doch ein Griff in meine Notreserve löst dieses Problem.

Der Kran welcher Blue Bie einwassert, ist riesig – er kann bis zum 80t tragen und wird mit den 6t von Blue Bie spielend fertig. Ein Blick auf die Kabelrolle in der Nähe des Masttops lässt die Grösse des Krans erahnen. Schon bald schwimmt Blue Bie wieder im Wasser und ich spüre, wie sie ihre Knochen nach der langen Zeit an Land streckt und schüttelt und ich fühle mich, wie wenn man nach einer langen Reise endlich nach Hause zurückkehrt.