Nananu-I-Ra - Port Denarau
Nananu-I-Ra - Port Denarau in Google Maps (Webbrowser) und in Google Earth (separates Programm)
Nananu-I-Ra - Buliya
Mein Pa besucht mich für drei Wochen in Fidschi und erfährt schon vom ersten Moment die typisch fidschianische Aufgeschlossenheit. Der Taxifahrer zeigt ihm auf der zweistündigen Fahrt alle Sehenswürdigkeiten und führt ihn in die lokale Kultur ein – aus Sicht eines Inders. Es ist immer wieder spannend, die unterschiedlichen Anschauungen der Fidschianer und Inder zu sehen. Auch wenn das tägliche Zusammenleben soweit reibungslos, gibt es doch immer wieder Differenzen. So wird ein indischer Taxifahrer zum Beispiel nur von Fidschianern überfallen. Dass sie die Fidschianer nicht besonders gut behandeln, wird geflissentlich vergessen. Auch wenn die fidschianische Militärdiktatur sicher nicht die ideale Regierungsform ist, so hat sie zumindest grosse Fortschritte in der Bekämpfung der Korruption der bis anhin meist indischen Verwaltung gemacht.
Nach zwei Tagen mit Kitesurf-Cruising-Freunden in Nananu-I-Ra, lichten wir Anker um Viti Levu im Uhrzeigersinn zu umsegeln. Fidschi hat viel zu viel zu bieten um an einem Ort zu bleiben und welch besseres Transportmittel als ein Segelboot gibt es um ein Inselparadies wie Fidschi zu erkunden? Unser erster Schlag führt hart am Wind zur Südwestecke von Vanua Levu, wo wir übernachten und nächsten tags nach Makogai weitersegeln. Dort kann ich Pa an dem von mir so geliebten Korallenkopf in die bunte Korallen- und Fischwelt einführen. Danach segeln wir weiter nach Levuka, wo ich ein- und ausklariere. Nicht ganz ohne Schwierigkeiten, habe ich doch mein Cruising-Permit um eine Woche überschritten und bin erst noch in Levuka statt Lautoka. Freundliche Worte und eine schriftliche Erklärung und Entschuldigung helfen schliesslich aus dieser Situation.
Die Beamten sind äusserst freundlich und ich bin innert Minuten in der Stadt bekannt. Für einmal bin ich nicht ganz froh darüber, denn Pa ist offiziell gar nicht an Bord… So steigt er am Nachbarstrand aus bevor ich mit dem Dinghi an den Landesteg vor dem Customs Büro fahre. Doch in der Kleinstadt und Unesco Weltkulturerbe Levuka treffen wir uns innert Minuten wieder.
Buliya
In rauschender Fahrt segeln wir 50 Seemeilen unter Gennaker nach Buliya, einer Insel in der abgelegenen Kadavu Gruppe. Die erste Nacht verbringen wir windbedingt auf der unbewohnten Leeseite der Insel. So haben wir Zeit für intensive Vater-Sohn-Gespräche und meinen Geburtstag. Schon schön, dass so viele Freunde zu Hause an mich denken und Pa einige Geschenke mit auf den Weg gegeben haben. Ganz vielen Dank!
Wie üblich bringen wir Kava Wurzeln als traditionelles Begrüssungsgeschenk (Sevu Sevu) in das Dorf und das Eis ist schnell gebrochen. Bill begleitet uns auf Blue Bie zur Nachbarinsel Vurolevu, wo wir mit Mantarochen schnorcheln wollen.
Am ersten Tag haben wir Pech und sehen keine, doch am zweiten Tag sind sie da und wir konnten während einer Stunde mit ihnen schnorcheln. Wunderschön wie geschmeidig diese 3-4 Meter grossen Vegetarier durch die Unterwasserlandschaft gleiten. Keine schnelle Bewegung stört die Eleganz und wir können sie immer mehrmals für eine Weile begleiten.
Viele Yachten kommen gemäss Bill nicht vorbei. Auf alle Fälle sind wir die ersten, die seinem Sohn erlauben mitzukommen und das Boot von innen anzuschauen. So wächst die Freundschaft rasch. Abends gehen wir den Rugby World Cup im Gemeindesaal schauen. Alle 40 Männer des Dorfes bringen ein Kopfkissen und schauen am Boden liegend die Spiele auf einem kleinen Fernseher. Sie haben zwar auch privat einige Fernseher, doch es ist der einzige im Dorf mit Satellitenantenne und World Cup Übertragung.
Am Sonntag gehen wir zum Gottesdienst, wo wir extra begrüsst werden und ich in der Kanzel eine kleine Dankes-/Lobrede halten darf (muss). Es ist zwar nicht ganz meine Welt, doch ich finde die richtigen Worte. Bill lädt uns zum Vatertags-Mittagsessen seines Clans ein. 30 Leute essen im Schneidersitz mit den Händen Köstlichkeiten wie Fisch, Landkrabben, Tarot, Kasava, Nudelsuppe, Tarotblätter und Reis.
Danach besuchen die 13 Kindergärtner des Dorfes Blue Bie und haben viel Spass auf dem Trampolin. Die schulpflichtigen Kinder sind im Internat auf der Nachbarinsel, weil es im Dorf zu wenig Schüler für eine eigene Schule hat. Schon genial wie ich immer wieder mit der Bevölkerung in den Kontakt komme. Doch ob ich hier wohnen möchte? Wohl eher nicht! Als Reisedestination habe ich bis jetzt noch nicht viel Schöneres gesehen und wäre nicht überrascht, wenn ich nächstes Jahr nochmals nach Fidschi komme.
Kadavu - Bequa
So langsam aber sicher wird es Sommer in Fidschi – die Winde werden leichter und es regnet häufiger. So kommt der Gennaker ein weiteres Mal zum Einsatz. Immer wieder freue ich mich auf das Segeln mit Blue Bie – am meisten auf das mühelose, schnelle Segeln unter Gennaker bei leichtem Wind. Heute ist der Wind so leicht, dass wir trotz Gennaker nur gerade 20 Meilen bis Vanosu kommen, wo wir einige kleine Einkäufe tätigen und 2 Meilen nach Drue segeln, wo wir einen Tag schnorcheln, im Resort zum Nachtessen gehen und lokaler Musik lauschen.
Gut dass wir reserviert haben - wir sind die einzigen Gäste und essen mit der Chefin, die bis vor kurzem im Verkauf tätig war. Es ist nicht einfach gutes Management für diese Resorts zu finden, die doch sehr abgelegen sind. Wir sind wohl eine gute Ausrede um eine kräftige Schüssel Kava anzumachen, die Pa sichtlich geniesst.
Am nächsten Tag hat es immerhin genügend Wind für die Überfahrt nach Yanuca und erstmals seit langem fangen wir wieder einen Fisch, einen wunderschönen Mahi Mahi. Beim Ausnehmen lasse ich mir Zeit – fast zu viel, denn als ich fertig bin, sind wir nur noch eine Meile vom Riff entfernt. So langsam entwickelt man ein Gespür für die Zeit oder einen siebten Sinn:)
Die Sanddünen von Sigatoka, die ich letztes Jahr vom Land her besucht habe, sind vom Meer her ebenso eindrücklich und der Wind nimmt dank dem Düseneffekt an der Südostecke von Viti Levu ganz schön zu. Ich bin zu faul um ein Reff einzustecken, doch platt vor dem Wind kann ich Blue Bie bei über 10kn Fahrt noch gut von Hand steuern, auch wenn der Autopilot ein wenig überfordert wäre…
Beim intensiven Kontakt mit der lokalen Bevölkerung in Fidschi besuche ich lieber wenige Orte und verweile dort länger anstatt überall zwei Tage zu bleiben. So segeln wir bereits am nächsten Tag entlang der Küste weiter.
Robinson Crusoe (Likuri) Island
Robinson Crusoe Island entwickelt sich immer mehr zu einem Cruiser-Treffpunkt. War ich letztes Jahr alleine hier, sind jetzt 6 Boote vor Anker. Segler sind auf der Insel herzlich willkommen und die Feuertanz-Show ist wirklich sehr gut. So kann ich Pa nach dem ruhigen Tourismus auf Nananu-I-Ra, dem ursprünglichen Inselleben auf Buliya und Kadavu eine weitere Facette Fidschi’s zeigen.
Wir geniessen einen Nachmittag mit Freunden in den Hängematten im Schatten von Palmen und das feine Buffet mit Speisen aus dem traditionellen Erdofen. Nächstentags feuert Pa Einsiedlerkrebse bei einem Rennen an, sieht eine Kokosnuss Demonstration und eine nicht ganz ernst gemeinte Schildkrötenjagd.
Drei Tage verbringen wir in diesem kleinen Paradies unter Freunden und die Zeit vergeht viel zu schnell. Ein kurzer Schlag bringt uns vorbei am bekannten ‚Cloudbreak‘ Surfspot nach Port Denarau. Wir passieren so nahe, dass wir vom Ausläufer einer Dünungswelle ganz sachte angeschoben werden.
Port Denarau
Wir verbringen Pa’s letzte zwei Tage an Bord in Port Denarau, wo wir einige Geschenke kaufen gehen und mein guter Freund Wayne uns besuchen kommt. Es freut mich sehr, dass Pa ihn endlich persönlich kennen lernen kann, haben die beiden doch so viel übereinander gehört. Ich nütze die stationäre Zeit um das Dinghi und einen Kite einer dringend nötigen Reparatur zu unterziehen und die Cockpit-Stühle neu bespannen zu lassen.
Einmal mehr ist es eine wunderschöne Zeit mit meinem Pa und ich hoffe, er bleibt noch lange fit um mich besuchen zu kommen.

















