Bequia - Grenada |
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Etappe auf Google Earth |
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Freitag, 18. Mai
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Der Crusing Guide rühmt Bequia als Ort um Yachtzubehör einzukaufen. Ich brauche nicht viel, doch die beiden Yachtläden sind sehr klein und ich finde nichts Passendes. Nicht tragisch, alle Sachen haben Zeit. So gibt es anschliessend auch nichts zu tun und ich mache es mir auf der Blue Bie bequem und mache ein Mittagsschläfchen. Hier hat es guten Internetzugang und ich mache mich daran, meine Homepage zu überarbeiten. |
Bequia |
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Samstag, 19. Mai
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Viel gibt es nicht zu erledigen und trotzdem verfliegt der Morgen wie im Fluge. Ich schaffe es auf einen Dorfbummel, doch es gibt nicht viel zu sehen. Eine hübsche Buchhandlung mit interessanten Büchern über die Geschichte der Region bildet den Höhepunkt, ansonsten gibt es einige Strassenverkäufer die T-Shirts verkaufen und einige kleine ‚Supermärkte’ die den Namen nicht wirklich verdienen. Die lokalen Supermärkte haben ein sehr beschränktes Angebot und die Geschäfte von Europäern sind auch nicht grösser, verkaufen sich als Gourmet Shops und so exorbitant teuer (ein Yoghurt für USD 2). So kaufe ich wirklich nur das notwendigste. |
Friendship Bay |
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Sonntag, 20. Mai
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Nach einem gemütlichen Frühstück segle ich in die Saltwhistle Bay auf der Nachbarinsel Mayreau. Einmal mehr macht das Segeln mit der Blue Bie riesig Spass, sie läuft wie auf Schienen und macht bei 15kn Wind trotz einem Reff im Gross ihre 9-10kn. Keine andere Yacht oder Kat unterwegs ist annähernd gleich schnell. |
Saltwhistle Bay |
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Montag, 21. Mai
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Kiten, kiten, kiten! Ich habe den Strand wieder den ganzen Tag für mich alleine. Die Bedingungen sind ideal: Das Riff ist tief genug zum darüber kiten, aber macht schöne kleine Brandungswellen, die ich abzureiten versuche. Noch klappt das Timing nicht so recht. Im Lee des Strandes hat es eine kleine Halbinsel, welche mich vor dem Abtreiben bewahren würde. Doch es ist alles bestens und in Erwartung eines ähnlichen Spektakels wie gestern gehe ich zurück an Bord. Doch statt 25 Boote sind heute bloss 16 da und das Ankern geht ganz gesittet. Während der Hochsaison sollen bis zu 70 Boote hier sein und zum Ankern muss man Fender ausbringen! Bin ich froh, dass jetzt nicht Hochsaison ist. |
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Dienstag, 22. Mai
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Meine Vorräte sind langsam, aber sicher erschöpft und so fahre ich mit der Blue Bie nach Union Island zum Einkaufen. Unterwegs entsalze ich Wasser und motore deshalb die ganze Strecke langsam, um nicht allzu früh dort zu sein. Doch wie immer, wenn man es gemütlich nimmt, passt man zu wenig auf: Eine kräftige Strömung versetzt mich immer mehr Richtung Union Island und Riff. Doch ich merke es rechtzeitig und kann in tieferes Wasser abdrehen. Nochmals gut gegangen! |
Ammenhai |
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Mittwoch, 23. Mai
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Ich geniesse wieder einmal den schnellen Internet Anschluss, schaue die America’s Cup Rennen, spreche wieder einmal ausführlich mit meiner Schwester und segle dann nur unter Genua in die Tobago Keys. Die Tobago Keys sind nur durch das Horseshoe Riff vom Atlantik getrennt. Der Wind streicht ungebrochen über den Ankerplatz, welcher einige Kilometer lang und ein paar hundert Meter breit ist. Das Wasser ist türkisgrün und nur wenige Meter tief. Ich ankere gleich neben dem Riff und habe wieder einmal ein Farbenspektakel der Sonderklasse: Türkisgrünes Wasser, schwarzbraunes Riff und der dunkelblaue Atlantik dahinter. Kaum fahre ich in dieses traumhafte Gebiet ein, verlangsamt sich mein Puls und das ganze Leben. Ich lese zum ersten Mal seit langem einen Krimi und hänge meinen Gedanken nach. Es ist viel zu schön, um sich mit irgendetwas zu beschäftigen. |
Tobago Keys |
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Donnerstag, 24. Mai
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Ich faulenze den ganzen Tag. Am Morgen regnet es ein wenig, doch gegen Mittag klart das Wetter auf und ich kann ein paar schöne Fotos machen. Das Schnorcheln – hoch gelobt – ist wie überall in der Karibik auf einem bescheidenen Niveau. Es ist schön und ein interessanter Zeitvertrieb, doch nicht überragend. Dafür ist die Ruhe einfach überwältigend. |
Tobago Keys II |
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Freitag, 25. Mai
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Ich fahre durch die Südausfahrt der Tobago Keys nach Union Island. Dank GPS und guten elektronischen Seekarten und der Sonne im Rücken ist die Ausfahrt einfach zu machen. Ich kann die Riffe deutlich sehen und sicher gehen, dass sie dort sind, wo sie gemäss Karte sein sollten. Beim Zurückschauen spiegelt die Sonne im Wasser und kann ich die Riffe nicht mehr sehen. Bei der starken vorherrschenden Strömung, sich nur auf die elektronischen Hilfsmittel verlassend, würde ich es nicht wagen, von hier einzulaufen. |
Strassenszene auf Union Island |
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Samstag, 26. Mai
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Ich bringe die Wäsche, tausche Bücher und mache letzte Einkäufe. Viel kaufe ich nicht mehr ein: Bald kommt die Blue Bie aus dem Wasser und ich habe noch genug Vorräte, die ich nicht wegwerfen möchte. Die Überfahrt in die Saltwhistle Bay kennen Blue Bie und ich langsam bestens. Ich würde gerne kitesurfen, doch es hat zu wenig Wind. Ich fühle mich heute nicht so gut: Überall hat es Pärchen und Sextouristinnen: Was Thailand für die Männer ist die Karibik für die Frauen und so sieht man viele weisse Frauen mit Einheimischen. Gestern Abend waren wir mit Herman the German – trotz des Namens einem Einheimischen – unterwegs: Sein Tip: Du musst die Frauen einfach fragen, ob sie mit dir in das Bett wollen. Sie können nicht mehr als nein sagen. Stimmt, doch diese Frage würden sie von mir sicher nicht erwarten. So fühle ich mich etwas einsam und ich habe erst gegen Abend etwas mehr Spass, nachdem ich einen Roman über eine schief gelaufene Beziehung gelesen habe. Der Untertitel lautet: „Die pfiffige Rache einer betrogenen Ehefrau: Tausche Mann plus Villa gegen kleine Wohnung“. Da geniesse ich meine kleine Wohnung ‚Blue Bie’ doch sehr. |
Erika's - das Zentrum für Yachties |
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Sonntag, 27. Mai
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Ich habe am Samstag ein Buch zu viel in den Bücherswap mitgenommen und habe nichts Gescheites gefunden. So habe ich aus Verlegenheit ein Buch über einen Verrückten der mit Bäumen spricht und sich in Jamaica auf eine Sextouristin eingelassen hat, mitgenommen. Es passt bestens zu meiner gestrigen Beobachtung und ist megawitzig geschrieben. Ich habe schon lange nicht mehr so geschmunzelt bei Lesen. |
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Montag, 28. Mai
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Der Tag beginnt sehr durchzogen. Es ziehen grosse Regenwolken durch und zum Kiten ist es zu böig. So mache ich eine Besuchsrunde: Gehe bei nicht sehr gesprächigen Schweizern vorbei und anschliessend zu den Australiern. Doch kaum bin ich dort, kommt die Sonne durch, der Wind wird stärker und es zieht uns auf das Wasser zum Kiten. Doch es bleibt böig: Beim ersten Herausfahren hat es zu wenig Wind, so dass ich schnell wieder am Ufer warte. Dann passt es mit 14-18kn eine halbe Stunde lang ideal und dann kommt die nächste grosse Regenwand mit Böen bis 25kn. Der Kite lässt sich noch gut beherrschen und auch Springen geht. Doch der Regen ist so stark, dass ich beim Springen die Wasseroberfläche zu spät sehe und das Timing des Landens nur schlecht hinkriege. Doch es ist das erste Mal, dass ich den neuen 14er Kite richtig angeblasen fahren kann und es ist hammermässig. Ich springe nicht mehr, ich schwebe. Einfach fantastisch. |
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Dienstag, 29. Mai
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Was gibt es schöneres als nach einem genialen Kitetag so richtig schön müde zu sein, ein ‚Feierabend-Bier’ zu geniessen und es sich einfach gut gehen zu lassen? Nichts! Damit ist für heute alles gesagt. |
Saltwhistle Bay iI |
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Mittwoch, 30. Mai
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Heute ist wieder ein schöner Kitetag. Der Wind ist eher schwach und er sollte auch erst auf das Wochenende auffrischen, doch zum Kiten reicht es. Am Abend gehe ich zur Abwechslung zu Robert ‚the Rightous’ & the Young essen. Robert ist ein Rastaffari und sein Restaurant ist in den jamaikanischen Farben gehalten – grün, gelb, rot und überall hängen Bob Marley Plakate und Fahnen. Die Karte ist sehr klein. Ausser in den grösseren Touristenorten gibt es in den Grenadinen nur Fisch und Poulet zu essen. Doch der Fisch schmeckt ausgezeichnet. Ich habe den ganzen Abend Gesellschaft von der Betreiberin der nebenan gelegenen Boutique und ihrem 9-jährigen Sohn. So erfahre ich etwas über das Leben hier auf der Insel. Der Sohn interessiert sich sehr über die Schweiz und ist ganz erstaunt, dass es an Land Grenzen gibt. Für ihn bilden mehrere Inseln ein Land und das nächste Land beginnt bei der nächsten Insel! |
Robert 'Righteous' & the Young |
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Donnerstag, 31. Mai
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Heute ist es wieder einmal Zeit, nach Union Island zu fahren. Per E-Mail vereinbare ich einen Termin um die Blue Bie in Grenada aus dem Wasser zu nehmen: Nächsten Freitag, den 8. Mai. Viel will ich nicht einkaufen, doch ein paar Frischprodukte brauche ich trotzdem. Bevor ich zum Einkaufen komme, fängt mich Herman the German ab, den ich vor ein paar Tagen kennen gelernt habe. Nach einigen Biers lädt er mich zu sich nach Hause zum Essen ein und sein Bruder kocht einen leckeren Fisch. Gegessen wird hier sehr früh, meist so um 17.00h. Er erzählt einmal mehr eine Riesenstory, wie ihm Geld versprochen wurde, er extra ausgewassert hat um sein Boot zu reparieren und jetzt kein Geld gekommen ist. So bin ich sehr vorsichtig, als er immer wieder neue Vorschläge für ein gemeinsames Geschäft bringt (z.B. gemeinsam einen Sessellift auf den Vulkan von St. Vincent bauen und betreiben!). Doch es ist ein unterhaltsamer Abend. |
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Freitag, 1. Juni
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Ich hole erst einmal das versäumte Einkaufen nach und gönne mir anschliessend einen Espresso. Danach schaue ich an Bord den ersten Lauf des Louis Vuitton Cup Finals. Obwohl die Neuseeländer und die Luna Rossa immer sehr eng beeinander liegen, kommt nie wirklich Spannung auf und ich segle gegen Mittag zurück in die Saltwhistle Bay. Noch ist der versprochene Wind nicht da und ich plaudere den Nachmittag mit Pete und Wibi auf der Muse und der Familie von Marc und Nancy auf der Blue Wilderness vorbei. Auch so geht ein Tag um! |
Wibi & Pete |
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Samstag, 2. Juni
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Der Starkwind (20kn) ist wie vorhergesagt eingetroffen und ich kann erstmals meinen 10 Quadratmeter Kite einsetzen. Wie sein grosser Bruder fliegt er bestens und ist noch einiges wendiger. Es gelingen mir viele sehr hohe Sprünge. Am Abend fährt Steven, den ich schon einige Male getroffen habe, in die Bucht und wir plaudern miteinander. Doch als ich ihn um 19.00h zum Essen einladen möchte, ist er bereits im Bett. So geniesse ich den Abend alleine auf der Blue Bie und setze mein Vorrats-Vernichtungsprogramm fort. |
Stephen |
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Sonntag, 3. Juni
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Steven kommt früh am Morgen vorbei und wir diskutieren den ganzen Vormittag über Gott und die Welt. Als er gegen Mittag ausläuft, gehe ich wieder kiten. Doch der Wind lässt schon wieder nach und ich schaffe erstmals einen unhooked Sprung – einen Sprung, bei dem man sich aus dem Trapez aushakt und mit viel Beschleunigung horizontal über das Wasser gezogen wird. Das Manöver ist nicht ganz ohne und relativ verletzungsträchtig, doch auch wenn es mir auch nicht immer gelingt, komme ich ohne Blessuren davon. |
Barbecue |
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Montag, 4. Juni
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Heute ist schon wieder so ein traumhafter Kitetag, es gelingt mir einfach jedes Manöver und auch ein paar unhooked Sprünge. Im Moment fühle ich mich so richtig wohl auf der Blue Bie und beim Kiten und ich tue mich ein wenig schwer mit dem Gedanken, am 8. Juni auszuwassern und anschliessend in die Schweiz zu fliegen! Doch man soll bekanntlich gehen, wenn es am schönsten ist! |
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Dienstag, 5. Juni
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Ein letztes Mal gehe ich kitesurfen, bevor ich mich auf den Weg Richtung Grenada mache. Ich nehme es ganz gemütlich und cruise mehr herum als dass ich Tricks ausprobiere. Es war eine wirklich schöne Zeit und Kitesurfen wird auch weiterhin ein wichtiger Bestandteil meiner Agenda bleiben. Auch für nächsten Winter habe ich ein paar super Kitespots im Kopf: Tobago, Isla Margerita, Los Roques, Les Testigos, Aruba, Bonaire, … Ich freue mich darauf :) |
Happy Hour Bar & Kiterevier |
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Mittwoch, 6. Juni
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Heute steht mir ein aktiver Tag bevor und segle ich zuerst von Union nach Petit Martinique zum Tanken. Dieser ist hier mit 1 Franken pro Liter recht günstig. Dann geht es weiter Hillsborough zum Einklarieren. Die Ankerbucht von Hillsborough ist zwar riesig, aber nicht einladend und so segle ich nochmals eine Stunde weiter in die Tyrrell Bay, wo ich zum Dritten und letzten Mal für den Tag ankere. |
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Donnerstag, 7. Juni
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Ich hätte mir besseres Wetter für die Überfahrt nach Grenada aussuchen können. Die erste Front der Regenzeit zieht ausgerechnet heute durch. Schon früh am Morgen beginnt es zu regnen und hört den ganzen Tag nicht mehr auf. Der Wind ist anfänglich recht schwach, doch frischt sehr schnell auf 30kn auf. Ich habe nicht mit soviel Wind gerechnet, doch die Blue Bie läuft auch unter voller Genua und einem Reff im Gross raumschots bestens. Trotzdem binde ich ein Reff in die Genua und ein zweites in das Grosssegel. Ich segle auf der Luvseite von Grenada vorbei, so dass ich keine Windabdeckung habe. Trotzdem wird der Wind bald wieder schwächer, so dass ich über die 2 Knoten Schiebestrom froh bin. Am frühen Nachmittag komme ich in St. David an und versuche zu ankern. Doch der Anker hält im Lehm auch beim dritten Anlauf nicht und so nehme ich mir eine Mooring Boje. |
Einfahrt zur Grenada Marine |
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Freitag, 8. Juni
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Nach einem kurzen Frühstück gehe in die Werft schauen, ob das Auswassern klappt. Es klappt und wie: Ich bin als drittes Schiff gebucht – zu früh, denn ich brauche noch etwas Zeit um meine nassen Segel zu trocknen. Die Zeit bekomme ich und werde um 14.30h pünktlich zum Kran gerufen. Der Kranführer und weitere vier Leute wassern die Blue Bie speditiv, ruhig und professionell aus. Jeder der vier hat eine Leine abgenommen und einen der Unterstandspfosten positioniert. So steht die Blue Bie jetzt ganz ruhig: 4 Betonröhren, darauf Holzbalken und darauf Sandsäcke stützen sie. In den nächsten Tagen wird sie noch mit Spanngurten an vergrabene Betonklötze gesichert. |
Einmal mehr am Kran |
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Samstag, 9. Juni
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Auch im Paradies ist nicht immer alles paradiesisch und der heutige Tag ist ein Tag zum Vergessen! Nach einem kurzen Frühstück fahre ich mit dem Bike los um einen Flug in die Schweiz zu buchen, weil es über das Internet nicht möglich ist. Doch als ich beim Reisebüro ankomme, heisst es: samstags und sonntags geschlossen. Also radle ich wieder zurück und kriege bei der Hitze (38° im Schatten) fast einen Hitzschlag. Nach einer langen kühlen Dusche esse ich etwas Kleines zu Mittag und nusche auf der Blue Bie herum. Als ich in das WC gehe, kommt mir der WC Boden entgegen! Was ist den hier los?!? Als ich die Bodenbretter wegnehme, sehe ich, dass das kleine Schott unter den Bodenbretter vom Druck der Stütze eingedrückt ist. Die Werftleute haben beim Positionieren der Stützen extra abgeklopft, wo Schotten sind, doch dieses war offensichtlich zu schwach. Das wäre ein kleines Übel – doch was ist, wenn der um 3 cm eingebeulte Rumpf gerissen ist? Ich montiere weiter hinten eine Behelfstütze für den Fall dass der Rumpf reisst! Druck wegnehmen kann ich alleine nicht und kann nicht mehr machen, da die Werft über das Wochenende geschlossen ist. |
Gut geschützte Grenada Marine |
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Sonntag, 10. Juni
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Was höre ich? Der Werftkran fährt herum! Nichts wie los und den Werftarbeitern sagen, was los ist! Eine Stunde später kommen sie, heben die Blue Bie nochmals an und positionieren die Stützen neu. Zudem kriegt sie weitere 4 Stützen. Jetzt müsste eigentlich nichts mehr schief gehen. Der Rumpf geht von alleine in die alte Position zurück und er zeigt keinerlei Risse. Ich habe nochmals Riesenglück gehabt. Da Sonntag ist, arbeiten die Werftarbeiter in die eigene Tasche und ich bin noch gerne bereit, ihnen ein Trinkgeld zu geben. Oder sollte ich es von ihrem Lohn abziehen, weil sie gestern zu wenig gut gearbeitet haben? Doch die Erleichterung überwiegt. Ich bin immer hin und hergerissen zwischen einmischen (obwohl ich ja wirklich kein Fachmann bin) und sie machen lassen. Bisher habe ich mich meist für zweiteres entschieden, doch je länger je mehr habe ich das Gefühl, dass ich ähnlich viel weiss wie sie und Blue Bie viel besser kenne. |
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Montag, 11. Juni
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Ich fahre heute mit dem Bike wieder zum Reisebüro und buche für Donnerstag einen Flug mit Virgin Atlantic via London in die Schweiz. Das Biken geht heute viel flotter als vorgestern und ich hätte mir fast noch etwas mehr Hügel gewünscht! So ist meine Welt wieder in Ordnung. Wahrscheinlich braucht es einfach ab und zu einen schlechten Tag, damit man es wieder so richtig geniessen kann. |
Siesta im Schatten der Blue Bie |
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