Guadeloupe - St. Lucia |
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Etappe auf Google Earth |
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Mittwoch, 7. Februar
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Ich gehe zuallererst schauen, wo der Mechaniker ist. Er ist bereits unterwegs, doch keine halbe Stunde später kommt er vorbei. Er nimmt sich viel Zeit dafür, dass er vor Freitag kar keine Zeit hat! Doch er findet den Fehler nicht und wir beschliessen, dass ich wieder den alten Alternator montiere – vergeblich :( So kommt er morgen mit einem neuen Alternator. |
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Donnerstag, 8. Februar
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Der Mechaniker wollte um 7.00h kommen – doch wegen seinen Hunden konnte er nicht schlafen und kam schliesslich gegen 9.00h. So konnte ich genüsslich im Cockpit lesen bis er kommt. Es war dann eine kurze Sache, einen neuen Alternator zu montieren. Dieser lädt jetzt die Batterien direkt, d.h. ohne den externen Laderegler. Diesen werde ich bei Gelegenheit auf der Steuerbordseite montieren, weil der Regler dort nicht mehr 100%-ig ist. |
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Freitag, 9. Februar
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Es sind 16 Meilen gegen den Wind bis nach St. François also mache ich mich früh auf die Socken. Doch es hat Südost-Wind und ich kann fast alles auf einem langen Bein segeln und bin bereits um 12.00h dort. Ein Traumankerplatz, nur die Einfahrt ist heikel. Schmal und verwinkelt durch die Riffe und eine Boje fehlt. So gibt es wieder die bekannte Augapfelnavigation: Dunkelblaues Wasser ist tief und kein Problem, türkis ist nicht sehr tief, aber sandig und in Regel tief genug (die Tiefe sieht man in der Karte), braun sind Riffe und tunlichst zu vermeiden. Alles problemlos, solange die Sonne hinter einem steht und nicht von einer Wolke abgedeckt wird. Aber wenn nicht …. Ich ankere schliesslich hinter dem Riff in türkisgrünem Wasser vor einem Palmenstrand. 10 Boote – und 3 Schweizer! |
St. François |
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Samstag, 10. Februar
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Auf den französischen Inseln hat es kaum deutsche Segler – und die Schweizer sind alle aus dem Welschland! Wer A sagt, muss auch B sagen: Und plötzlich habe ich eine Familie mit 2 Kindern auf der Blue Bie für den Ausflug: Das Boot von Bernard, der mich im McDonalds angesprochen hat, hat ein Alternator Problem und so kommt er mit Frau und den zwei Söhnen an Bord. Um 10.00h setzen wir Segel und laufen für ein Barbecue die Bucht von Anse Carnot an: Ausser Strand und Bäumen hat es nicht viel, doch mit den 7 Yachten vom Yacht Club hat es schnell Betrieb. Ich versuche mich auf französisch zu unterhalten, was immer besser geht. Statt einer Dankesrede für die Einladung gebe ich ein Alphornständchen. Zwar nicht ganz fehlerfrei, doch sicherlich mit weniger Fehlern als eine Rede auf Französisch. |
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Sonntag, 11. Februar
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Nach einem ausgiebigen Frühstück relaxen wir noch etwas an Bord und ehe wir uns versehen ist es 14.00h. Zeit nach Hause zu segeln. Der Wind weht wie gestern mit moderaten 15kn und wir rauschen Richtung St. François. Doch plötzlich ist die Fahrt vorbei. Wir haben nicht aufgepasst und hängen in einem Hummerkorb. Alle Segel herunter, losschneiden und eine halbe Stunde später geht die Fahrt weiter. Die Einfahrt nach St. François ist wirklich beeindruckend. Die über das Riff brechende Welle ist keine 5 Meter neben der sicheren Einfahrt in die Lagune und den Hafen. |
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Montag, 12. Februar
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Heute gehe ich kitesurfen. Der Wind hat auf 18 kn aufgefrischt – ideal zum Kiten. Doch der Startplatz ist alles andere als einladend. Auf einer kleinen Wiese aufbauen und dann zwischen Jetskis und einem Wasserflugzeug in das Wasser, wo ein Helfer den Kite im Wasser stehend starten helfen muss. So haben es die Kiter vor mir gemacht und ich mache es ihnen nach. Am nächsten Tag sehe ich, dass die Locals den Kite trotz Windabdeckung auf der Wiese starten, was mir dann auch gelingt. |
St. François II |
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Dienstag, 13. Februar
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Nochmals ein Kitetag. Am Morgen gehe ich zwei Stunden kiten und danach fühle ich mich so richtig befriedigt – wie wenn ich den ganzen Tag etwas gemacht hätte. Zudem fühlen sich die Arme am Abend so richtig schön schwer an – einfach herrlich. |
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Mittwoch, 14. Februar
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Heute hat es zuwenig Wind zum Kiten und ich muss sowieso bald einmal los Richtung Martinique. Gemäss den Leuten vom Yachtclub hat es ein Zollbüro am Flugfeld von St. François, so dass ich mir die Fahrt nach Point à Pitre ersparen kann. Doch da hat es nur ein paar Piloten die an ihrer Maschine basteln, aber kein Zollbüro. Die Piloten zeichnen mir ein Kroki, wo es in der Stadt ein Zollbüro haben soll. So marschiere ich weiter und als ich auf halber Strecke nach dem Weg frage, werde ich direkt zum Zollbüro gefahren. Und tatsächlich, es ist da und sie können auch Yachten ausklarieren. Einmal mehr treffe ich eine superfreundliche Zöllnerin und habe noch etwas mit ihr geplaudert. Ihre Hauptaufgabe ist das Auffinden von Drogen, geschmuggelten Zigaretten, usw., die sie meist aufgrund von Tips von anderen Leuten finden. |
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Donnerstag, 15. Februar
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Frühmorgens mache ich mich auf den Weg Richtung Martinique mit Tagesziel Dominica. Es ist einfach wunderschön unterwegs zu sein. Die Navigation ist einfach: Im Lee von Marie Galante durch und dann um die Nordspitze von Dominica. Ich kann so wunderbar meinen Gedanken nachhängen. Blue Bie läuft wunderbar und erst als ich mich der Nordspitze von Dominica nähere wird es ruppig: Der Wind pfeift mit bis zu 25kn um das Kap. Gut, dass ich vorher schon das Grosssegel gerefft habe. Auch so schiesst Blue Bie mit bis zu 12kn dahin. Ich ankere in der Mitte der lang gezogenen Insel vor dem Restaurant Castaway. Lediglich zwei Boote sind in der Bucht. |
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Freitag, 16. Februar
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sDie Überfahrt nach Martinique geniesse ich wieder sehr. Die Sonne scheint, der Wind bläst und Blue Bie gefällt es sichtlich auch. Ich ankere in St. Pierre am Nordende von Martinique. St. Pierre war im 19. Jahrhundert das kulturelle und wirtschaftliche Zentrum von Martinique bis die Stadt durch einen Vulkanausbruch im Jahr 1902 zerstört und 30'000 Einwohner getötet wurden. Als ich durch das Dorf schlendere bekommt mich ein beklemmendes Gefühl. Einige Ruinen stehen noch und viele alte Mauern bilden Teil der neuen Häuser. Doch der Glanz von damals ist weg. Der Vulkan ist wunderschön und voll üppiger Vegetation. Doch wie lange ist er noch so ruhig? |
St. Pierre |
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Samstag, 17. Februar
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Ich bin immer früher unterwegs. Heute wache ich 7.00h auf, frühstücke und um 8.00h geht der Anker auf. So bin ich bereits im 10.30h in Fort de France. Irgendwie bin ich heute nicht so gut drauf. Der Vergaser des Aussenborders ist verdreckt und morgen kriege ich Besuch. Also gehe ich erst mal in die Stadt um einen Benzinreiniger zu kaufen. Sie erdrückt mich fast mit den vielen Leuten und Verkehr. Benzinreiniger haben sie auch nicht – und alle Läden sind für die nächsten 5 Tage wegen dem Karneval geschlossen. Da kann ich nur auf mich selber zählen! Zudem realisiere ich, dass ich noch einen Grosseinkauf für die nächsten 5 Tage für 3 Leute machen muss. |
Karneval |
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Sonntag, 18. Februar
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Unglaublich, was sich in so einem Schiff alles so anhäuft. Ich weiss genau, dass im Salon nichts herumliegen muss. Und doch hat es nach zwei Wochen Junggesellendasein wieder diverse Sachen die herumliegen. So räume ich alles auf und reinige Blue Bie innen. Anschliessend gehe ich auf einen Tee zu den Kanadiern, die ich am Vortag beim Nachtessen kennen gelernt habe. |
Karneval II |
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Montag, 19. Februar
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Rolf brennt darauf zu segeln und so setzen wir gegen 10.30h die Segel und segeln südwärts Richtung Le Marin. Erst mit 20kn von hinten und dann bei strömendem Regen mit 10-20kn gegenan. Blue Bie segelt gut, doch wir sind durchnässt. Immerhin kann ich die Frischwassertanks mit Regenwasser füllen und das Ölzeug wird auch wieder entsalzen. |
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Dienstag, 20. Februar
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Wir beschliessen trotz den Visumsproblemen nach Süden nach St. Lucia zu fahren. Die Überfahrt ist herrlich bei raumen Winden von 18-25kn. Kaum angekommen gehe ich zum Zoll. Visum? Ist absolut notwendig. Aber dazu müssen wir ein Antragsformular ausfüllen, Passfotos und Passkopien und USD 100 pro Person mitbringen. Also müssen wir erst einmal in die Shopping Mall Fotos machen. Doch denkste, wir haben alle Passkopien und Passfotos dabei. Also zurück zum Zollamt. Doch da das Visum drei Tage geht und wir nur drei Tage bleiben wollen, lohnt sich ein Visum gar nicht – sagt die Zöllnerin! Als ich sage, dass ich noch in andere Länder reisen will, meint sie es macht Sinn für mich – aber nicht für Rolf und Elsbeth. So bereite ich den Antrage vor, gebe Pass, Fotos, Kopien und USD 100 ab und kann morgen anrufen, wann ich den Pass wo holen kann. Ich habe selten einen so konstruktive Zöllnerin gesehen – oder hatte sie einfach keinen Bock auf den Papierkram? |
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Mittwoch, 21. Februar
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Ganz so einfach ist es mit dem Visum dann doch nicht: Ich muss dreimal anrufen, bis sie mir sagen konnten, was mit dem Visum los ist. Doch dann die gute Nachricht: Ich kann den Pass mit Visum am Mittag am Flughafen abholen. So schlage ich zwei Fliegen mit einem Schlag, sattle mein Bike und radle 10km zum Flughafen. Doch zuerst verholen wir die Blue Bie von der inneren Rodney Bay Bucht in die äussere. Innen ist zwar alles nahe beieinander doch das Wasser ist viel zu dreckig zum Baden. In der äusseren Lagune ankern wir in türkisblauem Wasser. |
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Donnerstag, 22. Feburar
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Wir segeln die kurze Distanz zur Marigot Bay. Eine absolute Traumbucht! Keine 300m Durchmesser, gesäumt von Palmen und Mangroven, nach aussen mit einer palmenbestandenen Sandbank fast komplett abgeschlossen. Zum Glück hat es Mooringbojen, so dass ca. 30 Yachten in der Bucht Platz finden. Dazu eine kleine Marine, einige herzige Häuser und ein neues 5-Sterne Ressort mit Zen Garten, Spa, usw. So geniessen wir einen gemütlichen Nachmittag, einen Sundowner und ein fantastisches Nachtessen in einem 5-Sterne Restaurant. Seit ich unterwegs bin, habe ich noch nie so gut gegessen. |
Marigot Bay |
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Freitag, 23. Februar
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Heute geht es schon wieder zurück nach Martinique. Der Wind ist herrlich und wir machen einmal mehr rauschende Fahrt – bis wir wieder in eine Langustenfalle geraten. Erst nur mit der Angelleine, doch als wir den Motor versehentlich im Rückwärtsgang lassen, auch noch im Propeller. Also alle Segel herunter und tauchen. Nach einigem Säbeln ist der Propeller von der Leine befreit. Doch die Propellerachse ist auf c. 1cm vom Algenbewuchs befreit. Es scheint als ob es den Propeller erst nach hinten und dann wieder nach vorne gezogen hat. Sicherheitshalber sichere ich den Propeller und benütze bis zu einer näheren Inspektion den Motor nicht mehr. |
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Samstag, 24. Februar
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Nach dem Frühstück im Hotel von Rolf und Elsbeth motoren wir 2 Meilen von St. Anne nach Le Marin um einzuklarieren. Nach dem Lunch verabschieden wir uns. Ich hänge etwas in Le Marin, gehe in das Internet Café und einkaufen. Den Rest des Tages nehme ich gemütlich, spiele Alphorn und trage die Kitespots für nächste Woche in die Karte ein. Ich habe vor, die Blue Bie in Le Marin zu lassen und die Spots mit dem Mietwagen anzufahren, da die Spots auf der Luvseite von Martinique doch sehr dem Wind und Wellen ausgesetzt sind. Trotzdem sehe ich den einen oder anderen Spot, den ich mit der Blue Bie anfahren könnte. Doch das behalte ich mir für das nächste Mal vor. |
Le Marin |
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Sonntag, 25. Februar
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Am Sonntag soll man nicht arbeiten und so lese ich im Buch von Bruno Stanek, welches mir Rolf und Elsbeth geschenkt haben. Er schreibt über die Irrtümer der Welt und vertritt zum Teil doch sehr starke Meinungen. Ich bin nicht immer seiner Meinung und unterliege damit vielleicht gerade dem Irrtum, den er anprangert. Doch meine eigene Meinung lass ich mir nicht nehmen. |
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Montag, 26. Februar
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Gleich nach dem Frühstück rufe ich Thierry an um zu schauen, wann er diese Woche Zeit für die Alternatoren hat. Nur heute Nachmittag, den Rest der Woche sei er beschäftigt! Tja, das wirft all meine Pläne über den Haufen, denn ich habe eher mit Ende Woche gerechnet. So funke ich wegen einem Hafenplatz. Doch was gestern so problemlos getönt hat, geht heute plötzlich nicht oder zumindest erst nach 14.00h. |
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Dienstag, 27. Februar
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Mit dem Mietwagen gehe ich heute nach Le Vauclin kiten. Es ist wie auf Hawaii: Aufriggen auf einer palmenbestandenen Wiese. Nur der Wind ist schwach. So kite ich bis zum Mittag und erkunde dann Martinique: Bananen- und Zuckerrohrplantagen soweit das Auge reicht. Ich besichtige eine Plantage und Rumdistillerie aus dem 17. Jahrhundert. Gewaltig, wie wichtig die Industrie bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts war und unter welchen Entbehrungen der Rum nach Europa kam. So mussten zum Beispiel die Fässer an einigen Orten von Männern schwimmend zu den wartenden Schiffen herausgezogen werden, da der Wellengang keine Landung mit kleinen Booten zuliess. Die ganze Industrie wurde durch das Aufkommen der Zuckerrübe in Europa vernichtet – und heute lebt die Insel vorwiegend vom Tourismus. Der Untergang von St. Pierre durch den Vulkanausbruch von 1902 hat auch nicht gerade geholfen. |
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Mittwoch, 28. Februar
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Gestern bin ich ganz gemütlich nach Le Vauclin gebummelt. Es gab während der Fahrt so viel Neues zu sehen, dass ich einige Male an den Strassenrand gefahren bin, um mich überholen zu lassen. Heute fahre ich die Strecke zum zweiten Mal und schon ist sie Routine. Ich habe nur noch Augen für das Gaspedal – die Landschaft kenne ich ja. So schnell kommt Routine auf. Oder anders gesagt, was man jeden Tag macht, nimmt man gar nicht mehr wahr. Wie das Wetter hier. Die Sonne scheint dauernd und es ist immer schön warm. So schön es ist, nehme ich es trotzdem nur selten bewusst wahr. |
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Donnerstag, 1. März
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Den einen Alternator kann ich heute selber einbauen, nachdem ihn Thierry revidiert hat. Doch der andere will noch immer nicht. So warte ich den ganzen Tag auf Thierry, der versprochen hat zu kommen, wasche die Bettwäsche, befestige die Gummileisten am Heck, die schon einige Zeit nicht mehr gut gehalten hat und träume vor mich hin. Es ist wieder einmal ein Tag zum über Gott und die Welt und einige Personen nachzudenken. Ich kann es kaum fassen, was im Laufe der letzten 12 Monate so alles passiert ist. Da hätte ich zu Hause wohl viel weniger erlebt. Da kann ich die Aussage von Tanja nur bestätigen, die nach zweijähriger Auslandstätigkeit auf die Frage „Was hat dich am meisten beeindruckt?“ antwortete: „Ich habe in diesen zwei Jahren soviel erlebt und zu Hause ist alles beim alten geblieben. Die gleichen Leute gehen noch immer aus dem gleichen Haus in das gleiche Geschäft arbeiten.“ |
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Freitag, 2. März
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Aus den Mund des Skippers einer 25m langen, von einer professionellen Crew gesegelten Yacht: „it is only a question of time until the next crisis emerges“! Da bin ich ja in guter Gesellschaft. Ich habe schon zweimal bei Thierry angerufen, doch er ist unerreichbar und im Büro weiss man nicht, was er wann macht. Immerhin habe ich den einen Alternator zum Laufen gebracht und so werde ich wohl mit nur einem funktionierenden Alternator Richtung Guadeloupe segeln, denn am Donnerstag kriege ich dort Besuch und muss einige Tage für die Überfahrt rechnen. Etwas frustrierend, aber ich kann es nicht ändern. Da hilft wohl nur der Spruch im Tagebuch: „Die Kinder kennen keine Vergangenheit und Zukunft, und – was uns Erwachsenen kaum passieren kann – sie geniessen die Gegenwart.“ (La Bruyère). Ich tue mein bestes! |
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Samstag, 3. März
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Ich gehe nochmals bei Thierry vorbei um den nochmals überarbeiteten Reservealternator abzuholen und zu bezahlen. Für alles hat er 2 Stunden berechnet. Da habe ich sehr grosszügig aufgerundet und ihm eine Schachtel Schweizer Schokoladespezialitäten gegeben. |
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Sonntag, 4. März
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Aus irgendeinem Grund bin ich richtig müde vom gestrigen Tag. So schlafe ich aus, da es nicht allzu weit ist nach Roseau, der Hauptstadt von Dominica ist. Gegen 10.00h laufe ich aus, anfänglich unter gerefftem Gross und Genua. Doch bald wird der Wind vom Mount Pelée komplett abgedeckt und kurz darauf kommt er mit 3 Windstärken voll auf die Nase. Nicht nur etwa einige Minuten, nein – eine ganze halbe Stunde lang. Ich habe schon daran geglaubt, dass der seltene Nordwind eingesetzt hat – die Wolken über Dominica sehen entsprechend aus. Doch nach einer halben Stunde bin ich deutlich über das Nordkap von Martinique hinaus und der Wind kommt wieder wie gewohnt aus Osten. |
Vor Anker und Landleinen |
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Montag, 5. März
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Eigentlich bin ich nach Roseau gefahren, um auf eine Inseltour zu gehen. Doch diese findet heute mangels Teilnahme nicht statt. So mache ich mit Karte und Bike bewaffnet auf, die Sehenswürdigkeiten selber zu entdecken. Dominica ist recht hoch und hat deshalb den schönsten Regenwald der Karibik. Erst geht es mit dem Bike 1,000 Höhenmeter nach oben bis nach Laudat, dem höchsten Dorf auf Dominica. Dort gibt es eigentlich nichts zu sehen, aber es hat eine Seilbahn im Dach des Regenwaldes. Doch USD 64 sind mir dafür doch zu viel. Dafür gibt es auf der Fahrt viel zu sehen: Farne mit Stämmen wie Bäume, Bambussträucher so hoch wie der Mast der Blue Bie und überall ist einfach alles grün. Danach geht es wieder hinunter zu den Trafalgar Falls. Diese sind vom Regenwasser gespiesen und damit schön kühl. Gleich daneben kommt ein vom Vulkan gewärmter Bach aus der Erde, der gut und gerne 35° warm ist, da lasse ich mich nicht zweimal bitten. Danach gehe ich noch zu den Schwefelquellen. Auch die sind vom Vulkan gespiesen und es riecht entsprechend. Umso besser schmeckt das Mittagessen in einem vollständig mit Bambus verkleideten Restaurant. |
Üppiges Grün |
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Dienstag, 6. März
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Jetzt komme ich doch noch zu meiner Inseltour: Zusammen mit einem deutschen Eignerpaar und ihren 6 Chartergästen gehen wir mit SeaCat die Insel erkunden. Zuerst die Victoria Falls: Der Weg zu den Wasserfällen war abenteuerlich: Nach mehrfachen Flussüberquerungen durch den zum Teil hüfttiefen Fluss, müssen wir am Schluss noch glitschige mannshohe Felsblöcke erklettern um zum Wasserfall zu kommen. Als wir dann vor ihm stehen ist er wirklich sehr eindrücklich: Aus 75m Höhe stürzt das Wasser in einen Pool. Die mitheruntergerissene Luft weht als Wind in Sturmstärke. Wir lassen es uns nicht nehmen, im Pool zu baden. Nur direkt zum Wasserfall schafft es keiner: Der Wind und die Strömung ist zu stark. Zu Mittag essen wir bei einem selbst versorgenden Rastafari. Das vegetarische Essen schmeckt köstlich – serviert aus einer Kokosnuss, gegessen mit einem Kokosnusslöffel. Am Nachmittag besichtigen wir noch die Sari Sari Fälle und halten immer wieder an um die eine oder andere lokale Frucht zu probieren: Kokosnuss, Bananen, Guave, Grapefruit, sie schmecken köstlich. |
Victoria Falls |
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Mittwoch, 7. März
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Wir hatten es gestern so gut miteinander, dass wir heute nach dem kurzen Übersegler nach Portsmouth nochmals gemeinsam auf die Indian River Tour gegangen sind. Eine beschauliche Ruderfahrt durch einen vögel- und pflanzenreichen Flusslauf. |
Indian River |
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Donnerstag, 8. März
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Zeit wieder tschüss zu sagen. Das ist schon ein wichtiges Element einer solchen Reise: Kaum hat man jemanden kennen gelernt, geht es auch schon wieder an den Abschied. Das ist für einen Einhandsegler sicherlich noch schwieriger als wenn man zu zweit unterwegs ist. So segle ich nach Pointe à Pitre, wo ich den Schweizer wieder treffe, dessen Frau so sehr an der Seekrankheit leidet. Es geht ihr nicht besser und sie überlegen, das Boot zu verkaufen. So hat auch das Alleinsein seine Vorteile! |
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