Osterinsel - Marquesas

Osterinsel - Marquesas in Google Maps (Webbrowser) und in Google Earth (separates Programm)


3. Juni

Nach letzten Tagen auf der Osterinsel, laufen wir schnellstmöglich aus als der Wetterbericht für das nächste Wochenende eine Sturmzone mit bis zu 45kn androht, um möglichst viel Wasser zwischen uns und den Sturm zu bringen.


Ahu Nau Nau

Nach einer ruhigen Nacht finden wir recht schnell wieder zur Routine auf Passage. Der Wind bläst mit 20-30kn stärker als vorhergesagt, doch die Wellen sind ruhig. Moni hat einen neuen Freund – Stugeron, ein Mittel gegen Seekrankheit, welches dieses Problem ohne Nebenwirkungen erledigt. Sie hat es zwar vorher schon ausprobiert, aber dank Devala und Mike und nimmt sie es jetzt jeden Tag und es geht ihr wesentlich besser als auf der letzten Passage.

Das Wetterbild wird immer komplexer – jede unserer drei Optionen Richtung Marquesas bietet Flaute, Gegenwinde und stürmische Winde. Ich bin ja gespannt, was eintreffen wird!


Moai details

4. Juni (Etmal 184 Seemeilen)

Wir sind mehr und mehr motiviert, doch nach Pitcairn zu fahren. Auf Pitcairn leben 50 Leute, die Nachfahren der Meuterer von der Bounty. Zu sehen gibt es nicht speziell viel, doch wäre es spannend eine so kleine in sich geschlossene Gesellschaft mit nur wenig Kontakt von aussen zu besuchen. Pitcairn hat keinen Flughafen und ausser vereinzelten Yachten und Kreuzfahrtschiffen kommt nur sporadisch ein Versorgungsschiff.


5. Juni (Etmal 105 Seemeilen)

Es hat fast den ganzen Tag keinen Wind und wir motoren eine Weile um aus einem kleinen Hochdruckkeil herauszukommen. Die Wetterprognose zeigt für Pitcairn nach unserer Ankunft Nordwinde, doch Pitcairn hat keine nach Norden geschützte Ankerbucht. So geben wir den kürzlich gefassten Pitcairn Plan auf und wenden uns Marquesas zu – so der Wind uns das erlaubt. Vorerst segeln wir hart am Wind Richtung Pitcairn weiter um später vor stürmischen südlichen Winden Richtung Norden abzulaufen.


6. Juni (Etmal 83 Seemeilen)

In der Nacht zieht eine Kaltfront wie vorhergesagt über uns hinweg. Kaltfront in den Tropen? Ja, wir haben auf unserem Trip zur Osterinsel die Tropen schon lange verlassen und haben ganz schön wechselhaftes und kühles Wetter! Nach dem Regen in der Kaltfront setzt sich die Sonne wieder durch und ein lebhafter Südwind mit 25-35kn setzt ein – typisches Kaltfront Wetter. Gut, dass wir erst nach Westen gesegelt sind – so können wir jetzt raumschots die stetig wachsenden Wellen herunter düsen.

Das Leben an Bord ist erstaunlich angenehm. Moni geht es dank Stugeron bestens, liest fast den ganzen Tag und wir wechseln uns beim Kochen ab.


7. Juni (Etmal 206 Seemeilen)

Der Südwind hält die ganze Nacht unvermindert an und der Vollmond taucht die Wellen in ein weisses Licht. Ich gehe einige Male für längere Zeit an Deck um sicherzugehen, dass der Autopilot nicht überfordert ist. Im Laufe des Tages dreht der Wind weiter nach Osten und eine Kreuzsee mit bis zu 5m hohen Wellen entsteht.

Wir segeln schon seit längerem mit drei Reff in Gross und Genua. Auch so ist Blue Bie mehr als schnell genug und sie geht viel leichter über die Wellen. Ich bin immer wieder überrascht wie sich der flache Rumpf über die Wellen hebt und ich auch nach zwei Stunden Steuern kaum einen Spritzer Wasser abkriege.

Ein kleiner Exkurs über Wellen: Die Wellenhöhe wird normalerweise als der Durchschnitt des höchsten Drittels aller Wellen angegeben. Jede 1‘000ste Welle ist rund doppelt so hoch. Statistisch trifft das ungefähr alle drei Stunden ein. Das sind dann die Wellen, welche Blue Bie aus der Bahn werfen, dem Autopilot Mehrarbeit bescheren und uns wecken. So ein Riese hat auf dem Weg zur Osterinsel Blue Bie’s Sonnendach mittig über dem Cockpit (!) mit Wasser zugeschüttet. Treffen dann (neue) Windwellen auf alte Dünungswellen, überlagern oder neutralisieren sich die Wellen. So schätze ich die Wellen auf 3m, welche sich in Kreuzseen bis zu 5m hoch überlagern.


Stormy sea

8. Juni (Etmal 210 Seemeilen)

Eigentlich sollte der Wind langsam zurückgehen, doch vereinzelt jagen Böen mit bis zu 30kn aus sonnigem Himmel über das Deck. So bleiben wir vorsichtig gerefft und geniessen das ruhigere Leben an Bord zum Lesen und Schmökern über die nächsten Etappen.


Windswept South Pacific

9. Juni (Etmal 178 Seemeilen)

Im Laufe des Tages geht der Wind zurück und ich schütte ein Reff um das andere aus. Es ist ein ruhiger Tag und wir haben viel Zeit zum Lesen. Ich lese über Psychologie – ein Gebiet das mich interessiert und mit dem ich mich in Zukunft einmal intensiver beschäftigen möchte.

In der Nacht ziehen Regenschauer über Blue Bie hinweg, der Wind ändert stark und erstmals seit unserer Abfahrt von der Osterinsel muss ich während der Nacht die Segel verstellen. Als ich am Morgen aufwache, ist der Grosssegelhals lose – der Reff-Bändsel ist durchgescheuert. Der Grund ist eine zu lange Schraube, welche ich mit Blue Bie übernommen habe. Beides ist während einer Regenpause schnell behoben. Bis jetzt haben wir technisch eine total problemlose Fahrt – Holz aalange!


10. Juni (Etmal 162 Seemeilen)

Wir haben noch 10-15kn Wind und fahren erstmals seit Galapagos wieder unter Vollzeug. Blue Bie streckt ihre Beine und gleitet die 3m hohe und 100m lange, runde Pazifikdünung herunter. Wie ich so an Deck stehe, habe ich das Gefühl die Welt zu erobern – tun wir auch, wenn auch mit friedlicher Absicht!


11. Juni (Etmal 140 Seemeilen)

2‘000 Seemeilen bringen einige Veränderungen mit sich: Die Sonne geht nicht mehr um 6.00h auf und unter, sondern erst um 9.00h. Auch die Temperaturen steigen von 20 auf 30°. Haben wir vor wenigen Tagen in der Kajüte gegessen und draussen einen Pullover getragen, wird es in der Kabine langsam richtig heiss und wir suchen draussen den Schatten. Auch sehen wir wieder mehr Leben über und im Wasser: Seit zwei Tagen hat es wieder fliegende Fische im Wasser und Vögel in der Luft. Daran, dass die Sonne vom Osten über Norden (!) nach Westen dreht habe ich mich eigentlich seit Galapagos gewöhnt. Trotzdem gibt es Momente in denen ich erstaunt bin, wenn der Bug auf Nordwest-Kurs genau in die Sonne zeigt!


12. Juni (Etmal 150 Seemeilen)

Die Arbeitsteilung zwischen Moni und mir hat sich eingespielt. Wir wechseln uns jeden Tag ab: Jeder kocht einen Tag, führt Logbuch und geht Nacht- (Radar-) Wache, während der andere tagsüber Ausguck hält. Ich kann mich nicht dafür halten, in der Nacht zu zweit durchgehend Wache zu gehen und weniger zu schlafen als alleine an Bord. Zudem haben wir seit dem Verlassen der Galapagos weder von Auge noch mit dem Radar ein Schiff gesehen.

Das Abwechseln beim Kochen führt dazu, dass wir uns gegenseitig zu verwöhnen suchen und so gibt es zum Frühstück selbstgemischte Müesli, feine Omeletten, Rühreier mit Zwiebeln, Pilzen, Tomaten oder Mais. Nur beim Fischen hapert es ein wenig: In der ersten Woche habe ich wegen zu viel Wind nicht gefischt und jetzt hat mich das Glück verlassen: Gestern haben fünf Fische angebissen, doch ich konnte keinen anlanden: Den ersten hatte ich bereits auf der Gaff als er abbrach, den zweiten verlor ich beim Hereinholen, der dritte war zu gross und ist mitsamt dem Köder verschwunden und die anderen beiden haben nur kurz angebissen. So bleibt es dem Koch überlassen, wie er mit Pasta, Kartoffel, Reis und den übrigen Vorräten eine Überraschung besorgt. Bis jetzt gab es noch kein Gericht doppelt!


13. Juni (Etmal 180 Seemeilen)

Der gute Wind hält entgegen dem Wetterbericht bis zum Mittag und gibt uns nochmals ein gutes Etmal, ehe er nach achtern dreht und stark abflaut. Grund genug, wieder einmal den Spinnaker zu lüften. Würde ich ja, wenn sich nicht der Block im Mast-Top in den starken Winden der letzten Tage in Luft aufgelöst hätte. So gehe ich erstmals auf See in den Mast-Top. Auch bei Leichtwind und nur 2m Dünung kein angenehmes Unterfangen. Der anschliessende Geschwindigkeitsgewinn unter Spinnaker ist nicht gewaltig und ich würde ihn jederzeit gegen den Gennaker tauschen. Doch dieser ist noch immer defekt:(

Moni büffelt Französisch und bäckt frisches Brot. Wir sehen erstmals einen grünen Blitz beim Sonnenuntergang auf See und geniessen den Abend im Cockpit unter Zillionen Sternen bei Steelband Musik. Die Luft ist so klar, dass wir einige Male einen untergehenden Stern mit einem Schiff verwechseln. Kein Wunder ist die Luft so klar: Sie kommt aus der Antarktis, fliesst über See entlang der Küste Südamerikas und dann Tausende Meilen quer über den Pazifik.


14. Juni (Etmal 130 Seemeilen)

Ein Mix von Flaute, halben und achterlichen Winden hält den ganzen Tag an und bringt uns nur langsam vorwärts. Gegen Abend füllt eine leichte und konstante achterliche Brise die Segel, ich setze den Spinnaker und lasse ihn sogar über Nacht stehen. Ich schlafe erst im Cockpit, doch der Spinnaker steht so gut, dass ich den Rest Nacht in der Koje schlafe. Auf der Autopilot Fernbedienung sehe ich alle Navigations-Daten wenn ich kurz aufwache und so ist es ein Bild für die Götter: Ich schlafe mit Autopilot-Fernbedienung und Moni mit Plüschtier im Arm:) … und nein, es ist nicht jeden Tag so;)


15. Juni (Etmal 115 Seemeilen)

Der Wind frischt am Nachmittag auf 14-18kn auf und der Spinnaker zieht richtig gut. Ich kann das Polardiagramm von Blue Bie vervollständigen und kenne jetzt die Perfomance-Daten aller Segel recht genau. So hat es auch seine Vorteile, dass der Gennaker defekt ist. Ich möchte den Spinnaker vor Sonnenuntergang bergen, doch knapp vorher zieht ein Regenschauer vorüber. Eigentlich Grund den Spinnaker zu bergen, aber ihr kennt mich ja… Ich beobachte die Wolke genau, der Regen hört rechtzeitig auf, doch einige Böen von 24kn ziehen trotzdem über Blue Bie hinweg, was mir einen atembeschleunigenden Spinnaker-Ritt beschert... Doch die Böe geht vorbei und ich kann den Spinnaker problemlos bergen.


16. Juni (Etmal 150 Seemeilen)

Schon in der Nacht sehen wir die Umrisse der ersten Marquesas Inseln und nach Sonnenaufgang stehen wir von Hiva Oa, unserem Etappenziel. Wir haben in zwei Wochen 2‘000 Seemeilen zurückgelegt und sind sehr froh, dass wir den Umweg über die Osterinsel gewählt haben. Wir hatten nicht nur ein einmaliges Erlebnis, sondern auch einen wesentlich günstigeren Winkel (und bessere Winde) über den Passat als auf der direkten Route von Galapagos nach Marquesas.


17. - 20. Juni: Hiva Oa

Die Marquesas Gruppe ist eine der fünf geologisch sehr unterschiedlichen Inselgruppen Französisch Polynesiens, welche alle erloschene Vulkane sind. Die ozeanische Platte auf denen die Vulkane stehen, schiebt und senkt sich langsam unter die asiatische Platte. So sinken die Inseln Polynesiens langsam, während sich langsam ein Riff um die Inseln bildet. Die Marquesas Inseln sind die jüngste Gruppe. Sie sind am wenigsten erodiert, ragen steil und hoch aus dem Meer und haben noch kein Riff gebildet. Die jüngeren Gesellschaftinseln sind bereits weniger hoch als die Marquesas Inseln und haben ein schützendes Barrieren-Riff gebildet. Der Vulkankrater der noch älteren Tuamotus Inseln ist bereits im Pazifik verschwunden, das Riff wächst jedoch genügend schnell um immer an der Oberfläche zu bleiben. So bilden sie ein klassisches Atoll: Ein Ring gebildet aus Riffen und kleinen Sandinseln um eine von einem ehemaligen Vulkankrater gebildete Lagune.


Gaugin museum

Hiva Oa ist üppig grün, tropisch feucht und begrüsst uns mit Regenschauern. Wir gehen in das kleine Dorf zum Einklarieren, was jedoch nicht klappt, da wir erst einen Brief ausdrucken müssen. Doch nur ein weit abseits gelegenes Hotel hat einen Drucker und so verschieben wir das Einklarieren auf morgen… Auf der rund 20km langen Insel leben 2‘000 Polynesier und Franzosen. In den Shops arbeiten fast ausschliesslich Polynesier – die Franzosen sind im Pensionsalter oder Künstler. Es gibt auf der Insel nichts zu tun und ausser einigen Petroglyphen auch wenig zu sehen. So hat es auch fast keine Touristen hier. Wir haben in einer Stunde das ganze Dorf gesehen und lassen uns treiben. Erst zur einzigen Snackbar, wo wir fast alle anderen Segler treffen (9 Boote sind vor Anker) und dann zum Paul Gaugin Museum. Gaugin hat von 1890-1903 seine letzten Lebensjahre hier verbracht und das polynesische Inselleben vortrefflich auf der Leinwand festgehalten. Mein Eindruck nach dem ersten Tag: Man muss Künstler (und/oder ein wenig verrückt) sein, um hier zu leben!


Lush Hiva Oa

Heute kommt das Versorgungsschiff und das ganze Dorf ist am Pier um etwas abzuholen. Die meisten kommen mit Pick-Up‘s, dem bevorzugten Verkehrsmittel auf der Insel. Alles kommt per Schiff. Ich sehe Kälber, Wassertanks, T-Träger, Reis, Schubkarren oder Dämmmaterial.

Auch wenn die Überfahrt technisch problemlos verlief, gibt es jetzt das eine oder andere auf Blue Bie zu tun: Das Notausstiegsluk ist undicht und ich demontiere es komplett, dichte und montiere es wieder. Ich arbeite jeden Tag an einem ‚Projekt‘; die Arbeitsliste bleibt kurz und die Arbeit dominiert nie.


Der Weg in das Dorf ist lang und die Früchte fallen wörtlich vom Himmel: Am Strassenrand wachsen Mangos, Chilischoten und andere tropische Früchte, welche wir sammeln. Wir versuchen zumeist per Anhalter in das Dorf zu fahren. Viele Autos fahren vorbei, einige halten auf unser Handzeichen und andere sogar ohne Handzeichen. Dieser Mix von Freundlichkeit und Desinteresse treffen wir immer wieder. Die meisten Leute grüssen nicht. Andererseits fährt uns der Besitzer des Lebensmittelladens mit unseren Einkäufen kurzerhand selber zum Pier. Es ist ein spezieller Mix und ich weiss nicht so recht, was ich davon halten soll!


Where the pepper grows...

Wir kommen sehr schnell in Kontakt mit anderen Seglern und rotieren zum Nachtessen zwischen der Dragon von Shauna und Dave, die mit dem Boot von Südafrika nach Neuseeland auswandern, der Sputnik von Erich und Barbara aus Deutschland und Frankreich und Blue Bie. Mit Shauna und Dave gehen wir auch an das lokale Musikfestival, wo wir im Schatten eines Baumes picknicken und das Treiben verfolgen. Das Festival selber ist eher enttäuschend, wir hören mehr oder weniger gute Cover Versionen englischer und französischer Pop-Musik und einige lokale Songs.


Picknick with Shauna and Dave

Hiva Oa hat dem Tourist nicht viel zu bieten, doch für eine Weile geniesse ich es sehr und aus einem geplanten 2-tägigen Aufenthalt werden 5 Tage gefüllt mit Nichtstun:)


Copra harvest

21. - 23. Juni: Fatu Hiva

Die Bucht der Jungfrauen muss eine der schönsten Ankerbuchten der Welt sein. Als wir gegen Sonnenuntergang einlaufen leuchten die Felsen violett und die Bucht ist in ein bronzefarbenes Licht getaucht. Ein traumhaftes Bild, welches vor uns schon viele Segler verzaubert hat. Ausser Seglern hat es keine Touristen auf der Insel und auch sonst ist nicht viel los. Man sieht kein Auto, keinen Laden oder auch nur leichte Industrie. So hat es ausser der Schule und dem Gemeindehaus auf der ganzen Insel kein angeschriebenes Haus oder Strassennamen und keine Werbetafel.


Bay of Virgins

Wir wandern zu einem 60m hohen Wasserfall und picknicken ganz alleine; na ja nicht ganz – hundert Moskitos teilen den Platz mit uns:) Auf dem Heimweg lesen wir am Strassenrand 100 Limetten auf und laden Devala und Mike auf einen Ti Punch ein. Sie sind 5 Tage nach uns von den Osterinsel kommend eingelaufen sind. Es ist ein herzliches Wiedersehen und schnell wird ein Nachtessen daraus.


Fatu Hiva waterfall

24. Juni: Ua Pou

Ua Pou hat die bekannteste Skyline aller Marquesas Inseln. 12 Basalttürme ragen über die Insel und sind von überall her sichtbar. Sonst gibt es nicht viel zu sehen auf der Insel und wir ziehen am nächsten Morgen weiter nach Nuku Hiva.


Ua Pou skyline

25. - 30. Juni: Nuku Hiva

Nuku Hiva ist das administrative Zentrum von Marquesas und hat eine langweilige, rollige Ankerbucht. 30 Yachten sind vor Anker, doch das Dorf bietet ausser zwei Supermärkten und der einzigen Möglichkeit in den Marquesas und Tuamotus die Gasflasche zu füllen nicht viel. Tönt das etwas enttäuscht? So schön die Ankerbucht auf Fatu Hiva und so tropisch üppig einige der Inseln sind, so bin ich überrascht wie wenig es zu tun. Zu viele Segelyachten waren schon hier, so dass die Einheimischen keinen Kontakt mit den Seglern suchen. Es ist ein Paradies, doch lange hier bleiben oder sogar sesshaft werden möchte ich nicht, obwohl so ein Frühstück mit Baguette und frischer französischer gesalzener Butter wirklich hervorragend schmeckt. Alle Lebensmittel kommen entweder in Büchsen oder tiefgefroren auf die Insel und die meisten Einheimischen haben eine Kühlbox auf dem Pick-Up um die Kühlkette bis zu Hause nicht zu unterbrechen. Oder liegt es daran, dass wir uns zu wenig einlassen; uns zu wenig mit Einheimischen treiben lassen?


Tiki

Es ist Freitag und wir können die Gasflasche erst am Montag abholen. So verholen wir in die benachbarte Bucht von Taioa. Einmal in der Bucht erscheint sie ringsum geschlossen und 5 Yachten liegen sicher wie in Abraham’s Schoss. Ein zweistündiger Fussmarsch führt zum dritthöchsten Wasserfall der Welt (600m). Es sind wunderschöne Bilder wie 800m vertikale Felswände über Kokospalmen und Bananenplantagen ragen. Das ganze Tal wird von einer Grossfamilie in mehreren verstreuten Häusern bewohnt. Es ist alles gepflegt, das Gras ist in den Plantagen geschnitten. Sie seien sehr glücklich hier, nennen es ihr Paradies. Sie leben von den Früchten, welche der Boden reichlich hergibt und der Kinderzulage aus Paris – die Zulage für 2 Kinder deckt die Kosten einer ganzen Familie:) Wenn der Fotograf die frisch geladene Batterie für die Kamera mitgenommen hätte, könnte er ein paar Bilder mit euch teilen …


Am Montag segeln wir 5 Seemeilen gegen 25kn zurück nach Taiohae. Doch es ist Nationalfeiertag, alle Geschäfte sind geschlossen und so verschieben wir das Einkaufen auf morgen … Französisch Polynesien ist in der Tat sehr teuer, doch uns ist es bis jetzt noch nicht allzu teuer zu stehen bekommen: Das Einklarieren ist gratis, wir waren seit 6 Wochen in keinem Restaurant mehr, lokale Früchte tauschen wir mehr oder weniger günstig oder finden sie am Strassenrand, nur die Lebensmittel im Supermarkt und das Gasflasche füllen (USD 20!) sind teuer. Einige Basislebensmittel sind subventioniert; so kosten Pasta USD 1, oder Baguette 75 Cents, während alles andere rund 50% teurer ist wie in Europa. Trotzdem finden wir einige Juwelen (tiefgefrorene neuseeländische Lammkoteletts oder Nan) zu günstigen Preisen und kaufen das andere was wir benötigen trotzdem:)


Polynesian wood carving

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