Bonaire - Jamaika |
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Etappe auf Google Earth |
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Dienstag, 4. März
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Nachdem wir gestern alles für den Besuch von Pa vorbereitet haben, gäbe es heute eigentlich nichts zu tun. Doch mit Gasflasche füllen und Videos und Software auf verschiedenen Booten tauschen, fliegt der Tag nur so vorbei und schon ist es Zeit Pa am Flughafen abzuholen. Ich kann mit dem Dinghi keine 100m neben dem Flughafen anlegen. Schon ein spezieller Limousinenservice! |
Father & son |
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Mittwoch, 5. März
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Pa und ich erkunden zu zweit Kralendjik und machen einige Besorgungen in Kralendjik. Die Einkaufsliste für Blue Bie kann ich kaum je vollständig abarbeiten und es gibt immer wieder etwas Neues zu kaufen. Den Nachmittag verbringen wir weitgehend an Bord und erledigen das eine oder andere. Noch immer warten wir auf den Mechaniker, der den Motor anschauen sollte. Doch beide kontaktierten Mechaniker finden keine Zeit. |
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Donnerstag, 6. März
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Auch das auf heute angekündigte Erscheinen des Mechanikers erfolgt nicht und so gehe ich am späteren Vormittag ausklarieren. Obwohl Bonaire und Curacao beide zu Holland gehören, muss man ein- und ausklarieren. Immerhin geht es schnell und ist gratis. |
Sailing from Bonaire |
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Freitag, 7. März
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Ich sattle am frühen Morgen mein Mountainbike um nach Willemstad zum Einklarieren zu fahren. Dank dem Rückenwind geht das ganz einfach. Willemstad ist eine hübsche Stadt – seit langem die erste richtige Stadt mit hohen Häusern auf beiden Seiten der Strasse, aber auch mit bildhübschen Häuserzeilen entlang des Kanals. Wir müssen zum Bummeln hierher zurückkommen. Das Einklarieren geht schnell und problemlos. Mit den Einklarierungspapieren kann ich das bei Budget Marine in Bonaire bestellte Log hier in Curacao zollfrei abholen – wer sagt da, dass die Globalisierung schlecht ist! Umso besser, dass sie vergessen haben, die angekündigten FedEx Gebühren zu berechnen. Nach 40'128 Seemeilen oder fast zwei Weltumsegelungen wird das Log der Blue Bie wieder auf Null gestellt. Auch sonst finde ich im klein aussehenden Geschäft fast alles, was ich brauche und die Blue Bie Shopping Liste ist wieder sehr kurz. |
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Samstag, 8. März
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Wir möchten uns neue Cockpitpolster machen lassen, doch eine Wartefrist von 3 Wochen ist uns doch ein wenig zu viel. Doch beim Sattler können wir geschlossenzelligen Schaum und Bezugsmaterial kaufen, so dass wir die Polster irgendwo machen lassen können. Kaum unterwegs hält ein Auto an und bietet uns an mitzunehmen. Wir erleben es noch einige Male: Kaum sind wir einige Meter zu Fuss unterwegs, bietet uns ein freundlicher Autofahrer einzusteigen. So freundliche Leute habe ich noch nie erlebt. |
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Sonntag, 9. März
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Nachdem wir auf Ende nächster Woche einen Mechaniker organisiert haben, sind wir die nächsten Tage frei, die umliegenden Ankerbuchten zu erkunden. Nach einem ausgiebigen Frühstück setzen wir Segel und segeln nach Klein Curacao. Es geht 13 Meilen gegen den Wind. Der Wind und die Wellen sind moderat und nach 4 Stunden kommen wir in Klein Curacao an – das Log zeigt 30 Meilen an. |
Little Curacao |
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Montag, 10. März
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Wir geniessen das Nichtstun an Bord. Nila geht auf einen zweistündigen Marsch, Pa geht auf einen kürzeren Spaziergang und ich spiele Dinghishuttle und bleibe ansonsten an Bord. Ich lese wieder einmal ein spannendes Buch und das unterbreche ich nur ungern. Trotzdem reparieren Pa und ich unter seiner fachkundigen und tatkräftigen Anleitung ein Dieselleck und dichten ein Fenster. Immer wieder essen wir etwas kleines, bevor Nila eine leckere Wurst-/Karotten-/Süsskartoffel-Lasagne und eine Birnenwähe zum Nachtessen macht. |
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Dienstag, 11. März
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Der Wind foppt mich: Zum Frühstück hat es guten Kitewind, doch bis ich auf dem Wasser bin hat er so stark abgeflaut, dass ich nicht Höhe halten kann. So kite ich langsam aber sicher immer weiter in das Meer hinaus. Gut, dass Nila wie vereinbart in Rufdistanz ist und mit dem Dinghi kommt um den Kite zu bergen und mich an Bord zurück zu bringen. Auch so geht ein Morgen vorbei! Den Nachmittag geniessen wir an Bord, reinigen die Propeller und die Wasserlinie von Bewuchs und geniessen einen wunderbaren Sonnenuntergang. |
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Mittwoch, 12. März
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Heute ist der Wind auch nach dem Frühstück stark genug zum Kiten und heute lasse ich die Gelegenheit nicht entgehen. Es hat zwar nicht allzu viel Wind, aber es reicht um zu cruisen und das eine oder andere Manöver zu probieren. Doch ohne allzu viel Belastung reisst der Kite keine 20 Meter von der Blue Bie nachdem er zweimal in das Wasser gefallen ist. Pa kann ihn gerade halten und bergen. Er ist quer durchgerissen – ein Fall für den Segelmacher! Doch dieser ist für 3 Wochen ausgebucht! |
under Spinnaker |
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Donnerstag, 13. März
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Pa und ich erkunden zusammen Willemstad. Die Stadt ist sehr übersichtlich und nach dem Mittagessen haben wir es gesehen. Zugegebenermassen haben wir zwei Museen ausgelassen;) Die Stadt ist hübsch und Weltkulturerbe. Das spannenste ist die 150m lange Drehbrücke, welche die zwei Stadtteile verbindet. Einige Male am Tage öffnet sie um Boote durchzulassen. Sie wird durch zwei Dieselmotoren auf dem äussersten Brückenelement angetrieben. Wir sitzen fast zwei Stunden in einem Café am Quai und verfolgen das Schauspiel mehrmals. Ansonsten ist die Stadt auf Kreuzfahrttouristen ausgelegt – Schweizer Uhren, Schmuck und lokale Souvenirs. Am Abend gehe ich zur Happy Hour an Land, Nila geht joggen und Pa macht Siesta auf Blue Bie, ehe wir alle zusammen zu Eddy und Glenda zur Nach-Happy Hour gehen. |
Willemstad |
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Freitag, 14. - Montag, 17. März
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Wir blieben einige Tage in Spanish Harbour vor Anker, machen die eine oder andere Erledigung, erkunden das wenige was es zu erkunden gibt und geniessen die Zeit. Häufig unternehme ich etwas mit Pa und Nila geniesst die Zeit ohne Männer. So haben Pa und ich immer wieder Gelegenheit für Vater – Sohn Gespräche und haben heute mehr Zeit miteinander wie früher als ich noch gearbeitet habe. Rosi und Peter, Schweizer Segler die wir von Grenada und von Bonaire kennen, sind auch eingetroffen und kommen zu uns zum Nachtessen. |
Father & son at tea |
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Trotzdem ist unsere Zeit recht ausgefüllt, denn nicht nur hier ist das Cruising Leben ein Halbtagesjob. Was zu Hause oft einfach und schnell geht ist unterwegs umständlich, denn man weiss nicht, wo etwas zu finden ist oder muss ohne Auto umständlich dorthin kommen. So müssen wir um Pa’s Flug zu buchen, 5 verschiedene Telefone bemühen, da entweder die Telefonkarte gerade leer ist (zweimal), keine Verbindung hergestellt werden kann oder die Verbindung unterbrochen wird. Zudem müssen wir zur Immigration um Pa vom Schiff auszutragen und zur Hafenbehörde um eine Ankerbewilligung für die Piscadeera Baaj zu erhalten, einkaufen, Wasser organisieren, etc. Soll jemand sagen, Cruisen sei Dolce far Niente! |
Spanish Water |
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Dienstag, 18. März
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Für Nila und mich ist plötzlich wieder alles offen. Was vorher nach einem ungefähren Plan ausgesehen hat, gilt jetzt nicht mehr. An diesen Gedanken muss ich mich erst wieder gewöhnen. Wir wälzen schon einige Tage verschiedene Ideen. Doch zuerst segeln wir in die Piscadeera Baaj, denn es ist uns in Spanish Water schlicht und einfach langweilig geworden. Die Insel hat nicht viel zu bieten und auch Spanish Water bietet nicht viel ausser einem sehr guten Restaurant und viele Yachten. Die Piscadeera Baaj ist eine ein Quadratkilometer grosse Lagune mit einer Werft. Der empfohlene Ankerplatz ist vor einer Werft – nicht gerade hübsch anzuschauen. So ankern wir 200m um die Ecke und sind mitten in der Natur. |
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Mittwoch, 19. März
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Wir machen uns einen gemütlichen Tag in der Piscadeera Baaj, Pa und ich erkunden, wie er am besten zum Flughafen kommt – natürlich nicht, ohne unterwegs einen Drink zu nehmen. Abends gehen wir in das Hooks Hut Restaurant essen. Man merkt, dass das Hilton Hotel gleich nebenan ist – die Preise sind die Hälfte höher als in Spanish Water. Dafür schmeckt das Essen wirklich lecker. |
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Donnerstag, 20. März
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Schon wieder ist es Zeit Abschied zu nehmen. Pa verlässt uns am späten Nachmittag und ich fahre ihn mit dem Dinghi zum Hooks Hut Restaurant, wo ihn ein Taxi abholt. Ich habe die Zeit mit ihm sehr genossen – zu schade, dass es nicht klappt, gemeinsam in die Dominikanische Republik zu segeln. |
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Freitag, 21. März
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Ich fahre mit dem Bike zum Ausklarieren nach Willemstad. Wegen dem Karfreitag ist alles geschlossen – auch die Immigration hat nur 2 Stunden offen – zumindest theoretisch. Bis die Beamtin mit 30 Minuten Verspätung kommt, hat sich eine beträchtliche Seglergemeinde versammelt – auch eine Art den neuesten Wetterbericht zu erhalten. |
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Samstag, 22. März
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Das Wetter ist nach wie vor nicht ideal für einen Schlag auf die Dominikanische Republik, doch es ist keine baldige Besserung in Sicht. So beschliessen wir, meinen Cousin auf der Dominikanischen Republik nicht zu besuchen und stattdessen direkt Haiti anzulaufen. Statt hoch am Wind gegen die noch immer stehende Norddünung können wir raumschots laufen und die Dünung schräg von vorne nehmen. |
Nila in the galley |
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Sonntag, 23. März
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Bei 25 kn Wind ist Blue Bie während den letzten 24 Stunden nur so dahin geflogen und wir haben 231 Seemeilen zurückgelegt – Rekord mit fast zehn Knoten im Schnitt. Der Wind und die Dünung werden im Laufe des Tages langsam schwächer und die Fahrt wird ruhiger und langsamer. Doch noch immer machen wir mehr als 200 Seemeilen in 24 Stunden. Das Segeln ist einfach wunderschön, wir plaudern, lesen und geniessen die vorübergleitende Natur. Es gibt immer etwas zu sehen, Vögel, fliegende Fische, Wolken und Wellen. Nur mit dem Fischen haben wir es nicht so: Ich habe schon den fünften Köder in Folge verloren. Dreimal war es ein übergrosser Fisch, der mit dem ganzen Angelzeug abgehauen ist. Ob ich zu grosse Köder verwende? Im Atlantik hat es noch gepasst. Wieder gehen wir keine Nachtwache und der Radar weckt uns zweimal zuverlässig als grosse Containerschiffe unseren Weg kreuzen. |
Passage making |
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Montag, 24. März
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Kurz nach Sonnenaufgang kommen Haiti und die Ile de Vache in Sicht. Die Ile de Vache ist berühmt als das Versteck von Henry Morgan, einem Piraten der im 17. Jh. sein Unwesen in der Karibik trieb. Die Insel ist wunderschön, hat Palmenstrände und ist tropisch feucht – eine schöne Abwechslung zum trockenen Curacao. Die Sicht von der Ile de Vache nach Haiti erinnert mich sehr an den Blick über den Bodensee an den heimischen Rorschacherberg. 72 Stunden können wir hier bleiben ohne einzuklarieren – ein doch sehr aufwendiges Prozedere in diesem Land. Doch alles hat seine Schattenseiten und wir können uns der Jungs kaum erwehren, die mit ihren Einbäumen vorbeikommen. Von Kokosnüssen, Wäscheservice, Wasser, Rundgängen, Mangos, Limetten, Cashewnüssen wird uns alles angeboten. |
Port Morgan |
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Dienstag, 25. März
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Ich weiss nicht so recht, was ich von Haiti halten soll. Es ist das ärmste Land ausserhalb Afrikas und die Bevölkerung wächst mit 3%. Auf der Fahrradtour zum Hauptort auf der Ile de Vache begegne ich sehr freundlichen Leuten. Ein junger Radfahrer schliesst sich mir kurzerhand an und lotst mich hin und wieder zurück. Nicht ganz einfach, denn auf der ganzen Insel hat es nur Fusspfade – Fahrräder soll es nicht mehr als ein Dutzend geben. Ansonsten gibt es Esel als Lasten- und Pferde als Reittiere. Es geht immer bergauf und bergab – zumindest auf der Hinfahrt, denn für die Rückfahrt hat er sich einen flacheren Weg ausgesucht. Er wollte mir auf der Hinfahrt wohl zeigen, wo ‚Bartli den Most holt’ – doch das ist ihm nicht gelungen. In Madame Bernard – dem Hauptort – werde ich Augenzeuge eines Streits von rund 50 Frauen am Dorfbrunnen, denn das Wasser versiegt, ehe alle mit Plastikkübeln Wasser geholt haben. Wasser muss auf der ganzen Insel zu Fuss geholt werden. Auch Läden gibt es keine und wo es etwas Ladenähnliches hat, gibt es im besten Fall etwas Reis, Zwiebeln und ein paar andere Grundnahrungsmitteln, aber sicherlich nichts Luxuriöses wie Teigwaren. Trotzdem sehen die Leute soweit gesund aus, wohl deshalb weil sie vom Fischfang leben. |
Ile de Vache house |
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So bin ich versucht, hier und da ein wenig zu helfen. Doch zurück auf dem Schiff, will mir mein ‚Guide’ überteuerte Eier verkaufen, ein anderer Junge versucht für 5 Bananen USD 5 zu verlangen. Das brauche ich auch wieder nicht und so sinkt meine Sympathie rasch wieder. Nila hat ähnliche Eindrücke gewonnen und so beschliessen wir nicht allzu lange zu bleiben, auch wenn das Einklarieren über den lokalen Hotelier relativ problemlos möglich wäre. |
Ile de Vache guide |
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Mittwoch, 26. März
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Trotz der aufdringlichen Art der meisten Bootjungs haben wir Pipi in unser Herz geschlossen. Er ist auch mal bereit, erst etwas zu bieten, bevor er gleich die hohle Hand macht. Doch seiner grossen Bitte, ihn irgendwohin ausserhalb Haiti’s mitzunehmen, können bzw. wollen wir nicht nachkommen. So verfasse ich ihm ein Referenzschreiben um seine Tätigkeiten anderen Cruisern und Touristen zu empfehlen, denn er hebt sich mit seiner zurückhaltenden Art deutlich von den anderen ab. Wir kaufen für das Nachtessen 8 kleine Langusten für USD 5 und verabschieden uns von Port Morgan um gleich um die Ecke wieder zu ankern. Auf dem Weg nach Port Morgan haben wir eine hübsche Ankerbucht gesehen, die uns gefallen hat. Sie gefällt uns auch heute gut und wir werfen trotz der leichten Dünung Anker. Auf einem Katamaran lebt es sich einfach gemütlicher:) |
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Donnerstag, 27. März
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Heute ist so ein Tag wie ihn sich der geneigte Leser vorstellt: Nach dem Frühstück gehen Nila und ich an Land, liegen unter Palmen in einer Hängematte, lassen uns ein Getränk bringen und lesen den ganzen Tag. Nach dem Nachtessen gehen wir über das Hotel WiFi kurz in das Internet und essen anschliessend im Hotel ein wunderbares Nachtessen: Süsskartoffelsuppe, Fisch, Steak, Kartoffelgratin und Reis, gefolgt von einem Quarkkuchen. Der Speiseraum hat gerade mal Platz für 8 Gäste den wir mit einem amerikanischen Predigerpaar und den Besitzern geteilt haben. Ein Tag im Paradies… |
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Freitag, 28. März
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Schon um 4 Uhr kann ich nicht mehr schlafen, weil mich ein paar Sachen verfolgen (der baldige Geburtstag meines Patenkindes, die knappe Liquidität auf meinem Konto, etc.) und so schreibe ein paar Mails, um einiges zu organisieren. Um 5 Uhr beginnt es wie aus Kübeln zu schütten und bis um 7 Uhr sind unsere Trinkwasser und Tankwasserkapazitäten bis zum Bersten gefüllt. Eigentlich wollen bzw. müssten wir weiter, da wir in Haiti nicht offiziell eingereist sind. Doch der Wind ist so schwach, dass wir wenig Lust haben, die 150 Meilen nach Jamaika zu segeln. So sortiere ich alte ausgeschnittene Artikel, ehe ich am Nachmittag wieder am Strand unter Palmen lese. |
Ile de Vache anchorage |
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Samstag, 29. März
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Der Windmesser zeigt wiederum absolute Windstille und es in Strömen – dabei sind doch unsere Tanks schon alle voll! Zumindest der Regen hört gegen 10 Uhr auf und wir laufen trotz dem Schwachwind aus. Wir haben alle Zeit und segeln gemütlich unter Passatbesegelung (Gennaker und Genua) mit 5kn vor dem Wind. Es ist richtig genussvolles Segeln, wir lesen viel und lassen es uns einfach gut gehen. Gegen Abend dreht der Wind und wir segeln unter Gross und Gennaker durch die Nacht. Wir gehen Wache, da wir eine grosse Schifffahrtsroute queren, doch es hat kaum Verkehr. |
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Sonntag, 30. März
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Am frühen Morgen flaut ohnehin schwache Wind noch mehr ab und wir bergen das Grosssegel, damit es den Gennaker nicht abdeckt. Der Wind ist so leicht, dass er nicht einmal die Genua zu füllen vermag. So treiben wir bei 3-5kn platt von achtern mit 0-3kn gegen Jamaika. Wir haben keine Eile und geniessen unsere guten Bücher. Bei dieser Geschwindigkeit wird nichts mit einer Ankunft bei Tageslicht und wir bereiten alles auf eine Nachtankunft vor, machen unsere Navigationshausaufgaben doppelt. |
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Montag, 31. März
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Nachdem wir bis um 9.00h ausgeschlafen haben, sehen wir erstmals wie wunderschön grün Jamaika ist. Dank den hohen Bergen hat es viel Regen und üppigen Regenwald. Wir verlegen in die Hauptankerbucht von Port Antonio. Dort werden wir bereits vom Marinamanager erwartet, der uns für das Einklarieren an den Marinasteg winkt. Kaum belegt, steht schon der Beamte der Gesundheitsbehörde da und wir kriegen ein Dutzend Formulare zum Ausfüllen. Das Einklarieren bei Zoll und Immigration ist problemlos und erst noch gratis. Auch sonst geht alles zackig: Zwei Stunden später ist die Gasflasche gefüllt und ein Segelmacher holt unser Material ab, um unsere neuen Cockpitpolster zu nähen. Nila und ich geniessen die vornehme Marina, den Internetzugang und erstmals seit Mérida wieder eine heisse Dusche. Es braucht nicht viel um glücklich zu sein. |
Port Antonio marina |
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Dienstag, 1. April
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Dolce Far Niente – wir erledigen einige aufgeschobene Sachen im Internet und plaudern mit anderen Cruisern. Das Hauptthema ist die Marina von Santiago de Cuba, die für einige Monate aus unklaren Gründen geschlossen war. Doch jetzt soll sie wieder offen sein – hoffentlich, denn wir wollen dort einklarieren. Nila geht joggen, ich gehe bummeln und ich treffe unterwegs treffe ich den Segelmacher. Er hat ein Problem: Unsere Polster sind zu klein für die Masse die wir ihm gegeben haben. Er misst 51 und ich will 130 – das kann doch nicht gehen. Nach einigem Hin und Her merke ich, dass er in Zoll denkt und rechnet und ich in Zentimeter. So ist das Problem schnell gelöst und ich lese ihm ab seinen Rollmeter die Masse in Zoll ab. |
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Mittwoch, 2. April
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Eigentlich möchte ich die aktualisierte Homepage hochladen, doch dass Programm foppt mich und so bin ich über die nächsten Tage einige Stunden damit beschäftigt, mehr oder weniger alles nochmals hochzuladen. Ein alter ergrauter Mechaniker schaut unseren Motor an und verschwindet mit einem ‚ich weiss was es ist’ für einige Zeit im Motorenraum. Und tatsächlich, er hat am richtigen Ort zu arbeiten begonnen und ist dem Problem auf der Spur: Der Dieselmengenschieber ist angerostet und verhockt deswegen gerne. Man kommt zwar kaum zu, aber mit WD40 kann er in zwei Anläufen den Rost entfernen ohne ihn zu demontieren. |
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Donnerstag, 3. April
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Wir machen den ganzen Tag einen Ausflug in das nahe gelegene Rio Grande Tal. Nachdem wir in Barrydale den Rio Grande mit einem Bambusfloss überquert haben, folgen wir einem lokalen Führer auf einem Fusspfad entlang einem Nebenfluss. Die Luft ist herrlich schwer vom vorangegangenen Regenschauer und auf dem Pfad bildeten sich überall Pfützen. Wir können den Blick kaum von der überbordenden tropischen Fauna nehmen: Wir sehen Kakao-, Mandel-, Carcoon-, Brotfrucht- und Jackfrucht-Bäume. Letztere hat Kürbisgrosse Früchte von der wir naschen können. Sie ist klebrig wie Kaugummi und schmeckt süss wie Ananas – einfach lecker. Uns gefällt es so gut, dass wir beschliessen am Sonntag eine vierstündige Flossfahrt zu machen. |
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Freitag, 4. April
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Wir verlegen in die nebenan gelegene Werft um alle Scheiben neu abzudichten. Doch es regnet den ganzen Tag und so ist an eine Demontage und Montage der Fenster nicht zu denken. Wir lesen, Nila verbringt einige Zeit im Internet und ich bringe Blue Bie am Nachmittag alleine an die Mooring zurück. Der Segelmacher kommt vorbei und ist ganz zerknirscht. Er verspricht, das schöne Obermaterial aufzutreiben und den Bezug neu zu machen. Mal schauen. Es ist nicht die einzige schlechte Nachricht heute: Das Dichtungsmaterial für die Fenster wurde teilweise falsch geliefert und jemand hat unser Handfunkgerät aus Nila’s Rucksack geklaut. |
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Samstag, 5. April
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Es hat auch heute immer wieder tropische Regenschauer. Doch wir geben die Hoffnung nicht auf und motoren zur Werft. Doch der Regen ist noch schlimmer als gestern. So lesen wir mehr oder weniger den ganzen Tag. Wir können mit dem Regen nichts anfangen, denn die Wassertanks sind schon längst randvoll. |
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Sonntag, 6. April
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Wir können es kaum glauben: Wir erwachen unter einem strahlend blauen Himmel. Wir haben gestern die für heute geplante Flossfahrt annulliert, doch das können wir schnell rückgängig machen. Mit einem Route Taxi, welches eine bestimmte Strecke fährt sobald es voll ist, fahren wir nach Barydale, wo wir Valentine, unseren Flösser treffen. Es ist alles bereit und schon nach ein paar Minuten sind wir unterwegs. Das Floss ist aus einem Dutzend rund 10m langen Bambusstangen gebaut und mit einem einfachen Sitz versehen. Es ist bequemer als es aussieht und wir treiben mal mehr oder weniger schnell den Fluss herunter. Kleinere Stromschnellen meistert Valentine problemlos und wir geniessen die Ruhe, die Sonne und den Blick auf die vorbeiziehende Landschaft. |
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Montag, 7. April
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Heute ist uns der Wettergott gut gesinnt und wir können bei strahlendem Sonnenschein alle Fenster demontieren, neu abdichten und wieder montieren. Zwei Mann von der Werft, Nila und ich sind den ganzen Tag damit beschäftigt. Nach Feierabend geniessen wir eine heisse Dusche und gehen anschliessend zum Chinesen essen. |
Bamboo raft |
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Dienstag, 8. April
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Weiter geht die Arbeit an den Fenstern! Doch wir sind in der Karibik und Rastaland. Ab und zu wird ein Joint geraucht und die Arbeit geht langsam, aber sicher voran. Trotzdem finde ich Zeit für ein Nickerchen und zum Lesen. |
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Mittwoch, 9. April
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Eigentlich wären die Fenster gestern ja fertig gewesen und ich hätte heute nur noch die Lukendeckel abholen sollen. Doch auch gegen Mittag war das Klebeband noch nicht entfernt und einige letzte Handstriche fehlten noch. So mache ich mich selber daran und nach dem Mittag ist die Arbeit soweit erledigt. Es fällt nicht immer leicht zu akzeptieren, dass Reparaturen ein wichtiger Bestandteil des Bordalltags sind. Es fühlt sich schlecht an, dass das eigene Boot nicht perfekt ist bzw. Reparaturen notwendig hat bzw. dass das Cruising Leben auch seine Schattenseiten hat! |
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Donnerstag, 10. April
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Ich montiere am Morgen die Lukendeckel und dichte deren Beschläge und einige Instrumente ab. Der Regen der letzten Wochen hat schonungslos aufgedeckt, wo überall Wasser eindringt. Den Rest des Tages verbringe ich auf dem Bike: Zuerst fahre ich rund 15km nach Bosten, Jerk Pork essen. Anschliessend fahre ich weiter zur ‚Blue Lagoon’, wo der gleichnamige Film mit Brooke Shields gedreht wurde. Ein 200 grosses, mehr als 60m tiefes Loch geschützt vor Riffen und umgeben von Hügeln. Schön anzuschauen, aber ich kann sich nirgends hinlegen und ein Buch lesen. So fahre ich weiter zum San San Beach und dann zur Frenchman Cove, doch an beiden Stränden verlangt man USD 5 Eintritt – zuviel, wenn es gleich neben der Marina einen wunderschönen, kostenfreien Sandstrand hat. Abends kocht Nila ein superfeines gefülltes Poulet. |
Blue Lagoon |
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Freitag, 11. April
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Noch einmal will der Werftchef meine Fenster mit Silikon bzw. 3M 4200 abdichten. Als alles fertig ist, sitzen wir zusammen im Cockpit und trinken noch ein Bier. Er hat 10 Jahre in München gelebt und Musik für Kinder gemacht. |
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