Coche - Bonaire |
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Etappe auf Google Earth |
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Sonntag, 27. Januar
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Der Wind ist heute wie vorhergesagt schwächer und das nützen wir um die Homepage zu aktualisieren und auf auf die Nachbarinsel Cubagua weiter zu ziehen. Nach knappen zwei Stunden unter Genua erreichen wir Cubagua und entsalzen während der Überfahrt 120 Liter Wasser. In den Ankerbuchten ist es meist nicht ratsam Salzwasser zu entsalzen, da zu viel Sand und andere Schwebeteilchen im Wasser sind. |
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Montag, 28. Januar
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Ich mache mich am Morgen bereit zum Kiten, da der Wind am Nachmittag schon wieder abnehmen soll. Doch ehe ich den Kite gestartet habe, kommen drei Fischer mit einem Schreiben des Kulturministeriums, welches besagt, dass Kiten auf Cubagua seit einer Woche nicht mehr gestattet ist. Ich habe dies schon in Coche gerüchteweise gehört. Es gibt keinen offiziellen Grund für das Verbot, doch in der Vergangenheit sind Kiteschulen von El Yaque hier ‚eingefallen’, haben mit 10-15 Kitern gekitet, wo es bestenfalls Platz für 2-3 Kiter hat. Das schlimmste daran war, dass die lokalen Leute nichts davon profitiert haben wie in El Yaque oder Coche, wo sie im Rettungsdienst mehr verdienen als beim Fischen. Die Fischer zucken bedauernd die Schultern, dass sie auch nichts machen können. Bin ich da etwas bösartig, wenn ich ihnen da eine kleine Mitschuld unterschiebe? Ich bin sicher, in einigen Monaten wird kiten wieder erlaubt sein, wenn man eine vernünftige Lösung gefunden hat. |
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Dienstag, 29. Januar
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Schon um 5.00h läutet der Wecker und um 5.30h segeln wir unter Gennaker und Gross um die Westspitze Margerita’s Richtung Blanquilla. Der Wind bläst den ganzen Tag nie stärker als mit 10kn und die Strömung macht den Weg zusätzlich länger. So kommen wir statt wie geplant am frühen Nachmittag, erst gegen 22.00h in Blanquilla an. Doch das stört uns nicht, denn wir wollen den Motor nicht laufen lassen, haben Zeit und können die Ankerbucht auch nachts gut anlaufen. Leider wecken wir beim Ankern ein paar Ankerlieger mit unserem Scheinwerfer – selber Schuld, wenn sie ohne Ankerlicht vor Anker liegen:( Von den 6 Booten hat gerade einmal eines eine Beleuchtung und da es auf dieser Seite der Insel keine einzige Lampe gibt, kann man auch keine Schatten der Boote ausmachen. |
Sailing! |
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Mittwoch, 30. Januar
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Blanquilla ist eine mehrere Kilometer grosse, praktisch runde Insel die gerade mal 20 Meter hoch ist. Es gibt ausser einem kleinen Fischerdorf und einer Coast Guard Station nichts auf der Insel - keine Wege, Strassen oder Autos. |
Blanquilla Anchorage |
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Etwas gibt es noch zu erzählen: Nila bäckt ein Brot zum Mittagessen. Nicht irgendein Brot – sondern einen gut schweizerischen Butterzopf. Gut schweizerisch? Nichts da – es ist derselbe Zopf, der in Israel am Sabbad-Vorabend gegessen wird! Und ich habe geglaubt, Zopf sei eine Schweizer Spezialität. Doch es hilft alles nichts – auch der Vergleich mit dem Betty Bossy Rezept zeigt, dass es ein und derselbe Zopf ist! |
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Donnerstag, 31. Januar
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Der Wind und die Dünung haben mit einer Kaltfront die von Amerika herunterwandert noch mehr nach Norden gedreht, so dass wir uns auf die Südseite von Blanquilla verziehen. Ich hoffe, in dem im Hafenführer erwähnten Dorf einige frische Lebensmittel zu finden. Das Einkaufen ist seit Margerita fast unmöglich und Frischprodukte halten halt doch nur beschränkt. So ist vor allem unsere Frühstücksdiät doch langsam ein wenig eingeschränkt: Wenig Eier, Brot, Joghurt und keine Milch in Venezuela. Doch es gibt kein Dorf auf der Insel und die Leute von der Coast Guard bestätigen, dass es keinen Laden hat. Doch sie fragen nach, was wir benötigen. Eier, ist meine Antwort. Kein Problem sagen sie, wir sollen mitkommen. Sie nehmen uns mit in die Station, wo wir mit dem Chef eine Stunde lang auf Spanisch plaudern, zu Kaffee und Fruchtsaft eingeladen werden und zum Abschied Eier geschenkt erhalten. Wirklich super nett! Die Coast Guard Leute sind in Margerita angestellt und werden in Rotation jeweils für einen Monat auf Blanquilla stationiert. |
Blanquilla |
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Am Nachmittag konstruiere ich aus Leinen ein grobes Netz für das Vorsegeldreieck, so dass der Spinnaker sich nicht mehr um das Vorstag wickeln kann. Danach erkunden wir mit dem Dinghi einen kleinen Fjord, lassen uns an Mangroven und Felsen entlang treiben und erkunden zu Fuss einen kleinen Teil der Insel. Es ist eine sehr trockene Savannenlandschaft mit Kakteen, einigen wenigen Bäumen, Eseln und jeder Menge kleinere Echsen. Am Strand treffen wir zwei amerikanische Ehepaare, die mit einem Fischtrawler unterwegs sind. Das wäre ein Boot für’s Alter! Sie haben gestern einen 25kg Wahoo gefangen und überlassen uns ein wenig zum Nachtessen. Wir werden heute allenthalben verwöhnt! |
Mangroven Fjord |
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Freitag, 1. Februar
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Der Wetterbericht ist für die nächsten Tage nicht gerade viel versprechend – leichter Wind und kräftige Dünung aus Norden. So lichten wir bereits um 3.00h den Anker um vor Anbruch der Dunkelheit auf dem 65 Meilen entfernten Tortuga anzukommen. Eigentlich eine Sache von 6-10 Stunden, aber in diesem leichten Wind benötigen wir 12 Stunden. Trotzdem sind wir sehr gut dran, denn kaum eine andere Yacht könnte bei diesem leichten Wind überhaupt segeln. Wir segeln mit der Passatbesegelung – ausgebaumter Gennaker und Genua. Der Wind schwankt zwischen 6 und 20 kn – unsere Fahrt zwischen 4 und 8 kn. Nach einigen Stunden dreht der Wind auf Nordwest und wir bergen die Genua und setzen das Grosssegel zum Gennaker. Playa Caldera – unsere erste geplante Bucht auf Tortuga lassen wir aus – sie ist zu exponiert in der Norddünung. Zum Glück sind wir früh genug losgesegelt und wir segeln direkt in die 8 Seemeilen weiter gelegenen Cayo Herradura und können die Riffe bei gutem Licht passieren. Diese Bucht ist bestens geschützt – obwohl die vier vor Anker liegenden Einrumpfboote in der Nordwest(!)-Dünung beachtlich rollen. Daneben ankern etwa zehn grosse einheimische Luxus-Motorboote in der Bucht. Nächste Woche ist Karneval und da hat ganz Venezuela Urlaub. Geld ist offensichtlich vorhanden! |
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Samstag, 2. Februar
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Habe ich gestern geschrieben, dass 10 einheimische Luxus-Motoryachten in der Bucht sind? Heute sind weitere 60 gekommen, die meisten aus Caracas und 50-70 Fuss lang! Da kostet kaum eine weniger als eine Million Dollar. Es ist ein Schauspiel und ich kann den ganzen Tag zusehen: Die Bucht ist voll von Motoryachten, die Jugendlichen rasen mit Dinghis und Jetskis herum und auf dem Strand stehen bunte Marquisen, wo die Venezuelaner relaxen, essen und trinken. Bei all den Dinghis und Jetskis verzichten wir sicherheitshalber auf das Schwimmen! Doch ich geniesse den Rummel und die Abwechslung zur Ruhe auf Cubagua und Blanquilla. Am Morgen entroste ich Blöcke in meiner Vorratsbox und helfe Nila den Lazybag reparieren. Den Nachmittag verbringen wir grösstenteils mit Roger und Andi von der deutschen Yacht ‚Oma & Opa’ – nomen est omen. Roger war Übersetzer bei einer deutschen U-Boot Werft. |
Cayo Herradura at Carneval |
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Sonntag, 3. Februar
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Auch heute ist der Wind zu schwach zum Kitesurfen. So geniessen wir einen freien Sonntag. Nila macht mit dem letzten Mehl Pfannkuchen und auch sonst gehen unsere Vorräte langsam, aber sicher zuneige. Nur noch wenige Eier, ein Yoghurt, kaum mehr Milch – da muss ich bei Gelegenheit eine Rösti zum Frühstück machen! Wir geniessen den Sonntag, ich schmöckere im Harken Katalog (Segler werden ihn kennen), lese, reinige meine letzte Vorratskiste und immer wieder bestaunen wir das Spektakel der Luxus-Motoryachten. Es gibt immer wieder etwas zu sehen. |
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Montag, 4. Februar
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Die von Amerika herunter gezogene Kaltfront scheint nach einer Woche ihre Wirkung langsam zu verlieren. Der Wind hat über Nacht auf Osten gedreht und auf 15kn aufgefrischt. So kann ich endlich wieder einmal kiten gehen. Ich habe neben all den Motoryachten nur gerade 100-150m Platz, aber es reicht um einige Moves zu üben. Die Wellen sind fingerhuthoch und die Bedingungen sind ideal. |
Too big a locker! |
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Nach dem Nachtessen teilen Roger und Andi ihre Kuba Erfahrungen mit uns. Wir sichten hunderte Fotos und notieren schöne Ankerbuchten, denn wir möchten in einigen Monaten selber nach Kuba fahren. |
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Dienstag, 5. Februar
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Der Wind ist wiederum ideal zum Kiten und nachdem gestern die ersten Motoryachten ausgelaufen sind, habe ich heute mehr Platz zum Kiten. Es ist einfach herrlich, der Wind streicht über eine hufeisenförmige Sandbank, die einen Kilometer lang, 30m breit und keine 3 Meter hoch ist. Ich gehe zweimal für je eine Stunde kiten. Danach kümmere ich mich ein wenig um Blue Bie und mich, installiere eine indirekte LED Beleuchtung im Salon, denn die neue LED Salonleuchte ist weniger hell als die alte Halogenlampe, benötigt aber gerade mal 15% des Stromes. Auch mit der indirekten Beleuchtung benötigt die Salonbeleuchtung ca. einen Drittel des Stromes der alten Lampe. Installieren tönt einfach: Erst musste ich eine Lochsäge mit dem richtigen Durchmesser finden (das ging einfacher als gedacht, da alle Türschlösser per Zufall denselben Durchmesser aufweisen). Doch leider passte der Bohrer nicht auf meine Bohrmaschine. Nach ein paar Tagen darüber schlafen, kam mir die Idee mit zwei Teilen aus dem Steckschlüsselsatz einen Adapter zu bauen. Danach musste ich die Deckenblenden entfernen, die Kabel verlegen und anschliessen und anschliessend die Deckenblenden wieder montieren. Geschafft – und es sieht erst noch perfekt aus! |
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Mittwoch, 6. Februar
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Es ist nicht alles perfekt im Leben und der Wind flaut ab, bis ich gegen 11.00h kitesurfen gehe. So bin ich ziemlich enttäuscht und nicht gerade glücklich mit meiner Entscheidung einen Tag länger hier zu bleiben. Doch am Nachmittag frischt der Wind auf und ich geniesse zwei geniale Kitesurf Sessions. |
Cruisen in front of Blue Bie |
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Donnerstag, 7. Februar
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Kurz nach Sonnenaufgang kommen wir vor der Südost-Einfahrt von Los Roques an. Los Roques ist eine Ansammlung von Dutzenden Inseln, Inselchen, Riffen und Sandbänken auf 15 mal 30km verteilt. Dazwischen kann man auf das herrlichste segeln und das Wasser leuchtet in allen Farben. Die Südost-Einfahrt geht mit dem Wind durch einen 200m breiten Riff-Pass. Danach segeln wir 10 Meilen zwischen zwei 200m auseinander liegenden Riffen bis nach Gran Roque (man kann die Riffe auf dem Google Earth Bild bestens sehen). Segeln war selten schöner: Links das Mittelriff in Hellgrün und Braun, vor und rechts vor uns tiefblaues Wasser durchsetzt mit einzelnen gut sichtbaren, braunen Korallenstöcken und türkisgrünen Sandbänken. Doch bei Regen würde man gar nichts sehen. |
Los Roques |
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In Gran Roque angekommen, klarieren wir bei der Küstenwache, der Nationalparkbehörde, der Nationalgarde und der Parkbehörde ein, bezahlen unseren Obulus von USD 50 (Schwarzmarktkurs!) und dürfen zwei Wochen in den Los Roques bleiben. Danach erkunden wir Gran Roque, die erste Ortschaft (auch wenn die Strassen ungeteert sind) seit wir vor drei Wochen Margerita verlassen haben. Drei Wochen? Es erscheint uns als seien wir viel länger in der Abgeschiedenheit der venezuelanischen Inseln unterwegs gewesen. Gran Roque ist der einzige bewohnte Ort auf Los Roques und sehr touristisch, da alle Touristen hier übernachten müssen. Touristen hat es viele, da Los Roques einer der Höhepunkt jeder Venezuelareise sind. So hat es 60 Posadas (die Hälfte in italienischer Hand) und zwei Supermärkte. Wir kommen uns vor wie im Paradies: Es gibt Milch, Rahm, Weissmehl, Honig und Eier – Lebensmittel, die man in Venezuela sonst kaum kriegt. Beim Nachtessen merken wir, dass es kaum öffentliche Restaurants gibt, denn die meisten sind für die Gäste der Posadas reserviert. Trotzdem finden wir etwas Leckeres und vor allem finden wir allerfeinste Glacé – erst noch mit frischgebackenen Waffeln. |
Gran Roque |
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Freitag, 8. Februar
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Nach einem gemütlichen Frühstück und einem erfolglosen Einkaufsbummel – die Gelateria ist geschlossen und der Wechselkurs ist im Vergleich zu gestern um 10% gesunken – motoren wir 2 Meilen nach Francisquis. Francisquis besteht aus drei ca. 500m langen Mangroveninseln die im Luv durch ein Korallenriff verbunden sind. So ankern wir ganz geschützt hinter dem Riff längs zu einer der Inseln. Fischerboote bringen Tagestouristen nach Francisquis – doch mehr als 30 sind es selten und sie stören kaum. Wohl auch deshalb, weil für einmal keine Musik plärrt. Der Ort ist ideal zum Kitesurfen – der Wind bläst ungehindert über das Riff. So kann ich es nicht sein lassen und kite noch eine Runde vor dem Eindunkeln. |
Francisquis |
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Samstag, 9. Februar
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Nach dem vorgestrigen Einkauf haben wir ein reichhaltiges Frühstück mit Ei, Schinken, Brot, Käse, Yoghurt und Müesli. Schön, wenn man sich über solche Kleinigkeiten wieder freuen kann. Nachdem ich ‚Disneywar’ ausgelesen habe, finde ich Zeit zum Kitesurfen. Das Leben ist schon streng! Der Spot ist wirklich ideal – nur die Wassertiefe ist mit 10cm – 1m etwas knapp und einige Riffe ragen bis an die Wasserorberfläche empor. Mit einigen Riffbruchstücken mache ich nach einem misslungenen Sprung nähere Bekanntschaft – doch ausser einigen Schürfwunden ist nichts passiert. |
Francisquis |
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Das Cruisen in den venezuelanischen Inseln ist schon sehr verschieden zum Cruisen in den östlichen Antillen: Im Vergleich zu Europa erscheint das Segeln in den östlichen Antillen exotisch. Doch aus dem Blickwinkel von Venezuela erscheint es doch sehr europäisch mit vielen Läden, Restaurants und Bootszubehörhändlern. Auf den venezuelanischen Inseln gibt es gar nichts: Weder Dörfer noch Läden geschweige denn Hilfe beim Boot. Und wenn es Lebensmittel gibt, dann Grundnahrungsmittel und kaum Fleisch. Frischen Fisch gibt es von den Fischern, doch wir fangen selber genug, dass wir bis jetzt noch nie gekauft haben. Ich habe die Einkaufssituation schein ein wenig unterschätzt. Auf einem Atlantiktörn erwartet man es, doch bei einer Reise entlang von Inseln? |
Meeting with the reef... |
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Sonntag, 10. Februar
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Wir sind etwas enttäuscht über die Wasserqualität unserer Entsalzungsanlage: Zum Kochen bestens, zum Trinken gewöhnungsbedürftig. So reinige ich den Wassermacher, doch nur mit mässigem Erfolg. Da muss ich nochmals dahinter. Hoffentlich ist das Wasser dann trinkbar. Denn Regen ist seit längerer Zeit Mangelware und Trinkwasser an Bord schleppen macht wenig Spass! |
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Montag, 11. Februar
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Plötzlich sind alle von gestern Abend bei uns an Bord. Ned, der Israeli tauscht Filme mit Nila, Roberto braucht meine Hilfe um MaxSea zu installieren und alle anderen sind zum Plaudern da. Auch so vergeht die Zeit:) Dann verbringe ich mehrere Stunden mit Vorbereitungen für diverse Leimjobs. 4 Stunden Vorbereitung – 30 Minuten leimen: Es ist immer dasselbe. Und doch bin ich irgendwie unzufrieden. Hat es damit zu tun, dass ich die letzten Wochen und Monate nichts Grösseres erreicht habe? Oder damit, dass eine Reparatur von mir nicht gehalten hat und ich dieselbe Arbeit nochmals machen muss wie vor einem Jahr? Dabei habe ich eigentlich viel erreicht und Blue Bie ist in einem sehr guten Zustand. Aber ein Gefühl wird man auch mit Argumenten nicht so schnell los. |
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Dienstag, 12. Februar
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Nach einer letzten Kitesession in Francisquis essen wir ein kleines Mittagessen, ehe wir nach Gran Roque zurücksegeln. Keine Stunde später fällt der Anker. Bevor wir uns es an Bord gemütlich machen, rollen wir bei Ned an Bord die Genua ein – sie muss sich während seines Aufenthalts an Land ausgerollt haben. Den Nachmittag geniessen wir an Bord und zum Sonnenuntergang fahren wir an Land – das Glacé ruft! |
Gran Roque from the lighthouse |
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Mittwoch, 13. Februar
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Nila und ich erkunden getrennt den Leuchtturm von Gran Roque: Sie zu Fuss und ich mit dem Mountain Bike. So wohl ich mich auf dem Bike fühle, es lohnt sich nicht. Bereits nach 10 Minuten muss ich das Bike stehen lassen und weitere 5 Minuten später bin ich auf dem Gipfel. So kommen wir zusammen auf dem Gipfel an und wir geniessen den Panoramablick über Francisquis, Gran Roque und viele andere Inseln. Nach der Rückfahrt kaufen wir nochmals ein, wobei wir 4 Geschäfte ‚anlaufen’ müssen, bis wir Eier finden. Nach dem Mittagessen segeln wir nach Crasqui, eine zwei Kilometer lange Sandinsel westlich von Gran Roque. Das Segeln geht bestens nur der Motor will beim Ankermanöver nicht starten. Gut, dass Katamarane zwei Motoren haben:) |
Gran Roque lighthouse |
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Donnerstag, 14. Februar
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Tagesablauf: |
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Freitag, 15. Februar
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Ich fühle mich vom nicht laufenden Motor positiv herausgefordert. Ich kann nicht behaupten, dass es die beiden letzten Tage auch so war. Am Mittwoch hat es mich doch sehr gestresst. Dasselbe Problem ist vor einem Jahr schon einmal aufgetreten und der Mechaniker hat mir eine Anleitung gegeben wie ich es beheben kann. Nur habe ich es vor drei Wochen als es erstmals auftrat nicht geschafft. Der Versuch an der anderen Maschine zu sehen wie es funktioniert, scheitert an einer festsitzenden Dichtung, die ich nicht zerstören möchte. Doch drei Tage ‚Denkzeit’ haben mir geholfen, so nahe an die Lösung zu kommen, dass der Motor wieder läuft. Jetzt müsste ich nur noch ein Bauteil entfernen, reinigen und wieder einsetzen, damit das Problem nicht mehr auftritt. Auch das werde ich wohl noch herausfinden! Es motiviert schon, solche Probleme selber lösen zu können. So mühsam Probleme sind, das Erfolgserlebnis einer Lösung ist fast süchtig machend! |
Pelikan on Crasqui |
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Samstag, 16. Februar
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Erstmals seit Wochen zeigen sich tagsüber dicke Regenwolken. Doch es regnet nur spärlich. So habe ich Zeit wieder einmal einige Sachen am PC zu erledigen. Als nach dem Mittag die Regenwolken langsam der Sonne Platz machen, repariere ich eine Bilgenpumpe. Als ich sie vor einiger Zeit prüfte, hat der Automatikmodus nicht funktioniert. Kein Wunder – sie war falsch angeschlossen und war es seit ich Blue Bie vor zwei Jahren übernahm! Die Reparatur ist eine Sache von 5 Minuten – dreckig wird man trotzdem. |
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Sonntag, 17. Februar
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Es ist Sonntag – also geniessen wir den Tag! Ich lese einen Antarktis-Krimi, bis gegen Mittag Elias mit seinem Dinghi vorbei kommt. Elias ist Venezuelaner, Besitzer einer 60 Fuss Motoryacht und verbringt ein Wochenende mit seiner 17-jährigen Tochter und ihren 5 Freundinnen aus. Sein Skipper fährt mit ihnen Wakeboard und er plaudert ein wenig mit uns. Er möchte eine Segelyacht kaufen um damit das Mittelmeer zu bereisen – er sucht Kultur. Aus diesem Grund möchte er nicht in den Pazifik segeln – zuviel Natur und zu wenig Kultur. So haben wir alle unsere Ziele. Er bietet seine Hilfe an, falls wir etwas brauchen. Wir sagen etwas Wasser, falls er hat. Eine Stunde später kommt er mit zwei Liter Wasser (mehr hat er nicht), Salat, drei Torten, Cola und einer halben Kiste venezuelanischem Champagner zurück! Einfach himmlisch. Wir haben so viel Torte, dass wir die Italiener vom Nachbarschiff zu einer Tortenparty einladen – denn Nila hat selber auch Kuchen und Brot gebacken. |
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Montag, 18. Februar
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Wir machen uns weiter auf den Weg nach Westen, heute nach Dos Mosquises, zwei kleinen Inseln im Westen von Los Roques. Das Navigieren ist zwischen den Inseln, Untiefen und Riffen nicht ganz einfach. Da hilft es nicht, dass die elektronischen Seekarten eine halbe Meile falsch sind! Beim Segelbergen startet der Backbordmotor nicht – wie vor ein paar Tagen ist es der Füllmengenschieber, der verhockt ist. Er verhockt sich jeweils, wenn ich den Motor stoppe. Mit einem Motor kommen wir kaum gegen den starken Wind voran. Die Einfahrt ist eine schmale Riffpassage, die wir kaum ausmachen können. So beschliessen wir vor der Riffeinfahrt zu ankern um den Motor zu klarieren und dann mit beiden Motoren durch die Riffpassage zu fahren. |
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Dienstag, 19. Februar
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Wir segeln knapp 5 Meilen von Dos Mosquises zu den Nachbarinseln von Elbert Cay und Ankern vor Bequevé. Wir lassen den Backbordmotor die ganze Zeit laufen und machen gleichzeitig Wasser. Die Wasserqualität ist besser geworden – ich werde nochmals einen Reinigungszyklus machen und dann müsste die Qualität wieder bestens sein. Nach einem feinen Mittagessen (Crackers mit Philadelphia/Knoblauch/Herbes de Provence Dip) versuche ich zu kiten, aber der Wind ist zu schwach. So spaziere ich den Strand entlang und sehe Boobies beim Brüten zu. Es ist eine ganz friedliche und kraftvolle Atmosphäre. Es scheint als ob sich seit Jahrtausenden nichts geändert hat. |
Nesting boobies |
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Mittwoch, 20. Februar
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Vor der Abfahrt bringt uns Fabio noch einen frisch gefangen Fisch und einige Segelführer für den Pazifik auf CD-Rom. Der Pazifik rückt langsam näher! |
Fisher Fabio |
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Donnerstag, 21. Februar
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Wir machen am Morgen einen ausgedehnten Spaziergang über die Cayo de Agua bevor die Tagestouristen kommen. Wir sehen viele Sandstrände, brütende Boobies, Gräser mit unangenehmen Stacheln und immer wieder einen wunderschönen Ausblick auf das türkisgrün und dunkelblau schimmernde Wasser sowie den nicht funktionierenden Leuchtturm auf West Cay. Mir gefällt diese Insel von allen Los Roques Inseln am besten. Nur zum Kitesurfen ist sie nicht ideal. Den Nachmittag geniessen wir an Bord, lesen, machen Unterhaltsarbeiten und lassen es uns einfach gut gehen. |
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Freitag, 22. Februar
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Es ist eine wunderschöne Fahrt bei Vollmond und ich geniesse meine Nachtwachen. Segeln mit Blue Bie ist einfach immer wieder herrlich und ich kann mich an ihren leichten Bewegungen im Mondlicht nicht satt sehen. Gegen Morgen stellt der Passatwind ab und ich rieche feuchte Erde! Das müssen die Entdecker vor 600 Jahren gerochen haben als sie Südamerika entdeckten. Zum ersten Mal seit Gibraltar vor über einem Jahr bin ich wieder im Einfluss einer grossen Landmasse und der Passatwind wird durch eine Landthermik ersetzt. Und auch zum ersten Mal seit Europa belegen wir Blue Bie wieder in einer Marina. Es ist eine private Marina mit venezuelanischen Motoryachten. Wir sind die einzigen Cruiser und innert wenigen Minuten kennt uns jeder im Hafen. Der Commodore des Yachtclubs kümmert sich um fast alles, Ausklarieren, Wäsche, Diesel und Geldwechsel – natürlich nicht ohne selbst davon zu profitieren! Aber bei der venezuelanischen Bürokratie ist dies wohl das kleinere Übel! |
Puerto Cabello |
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Samstag, 23. Februar
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Ich habe mich besser an die Stadt gewöhnt und freue mich am Stadtleben, insbesondere am frischen Orangensaft, dem Espresso und den frischen Brötchen in der Panaderia. Anschliessend gehen wir einkaufen und unsere Vorräte nochmals richtig auffüllen. Die Supermärkte in Venezuela sehen zwar gross aus und das Angebot riesig, doch es hat kaum Auswahl – nur viel vom Gleichen! Es hat enorm viele Leute und wir stehen mehr als eine Stunde in der Schlange vor der Kasse! Für den Kilometer zur Marina wollten wir ein Taxi nehmen, doch die Jungs die an der Kasse die Lebensmittel in Plastiksäcke einpacken, streiten sich darum, wer gegen ein kleines Trinkgeld unsere Waren mit dem Einkaufswägelchen bis zur Marina schieben darf. Mit der Hilfe des Marinaangestellten schieben und tragen wir das Wägelchen über den Steg bis vor die Blue Bie! |
Puerto Cabello II |
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Sonntag, 24. Februar
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Heute Morgen wollten wir eigentlich fertig waschen, doch es ist eben Venezuela: Wasser soll es um 11.00h, dann 13.00h … geben und so legen wir gegen Mittag ab um in den Morrocoy Nationalpark zu segeln. Unterwegs beisst ein so grosser Fisch an, dass ich nicht den Hauch einer Chance habe, ihn heranzuziehen. Zwei Minuten später ist der Kampf entschieden und der Fisch ist mitsamt Haken, Köder und Metallvorfach verschwunden! Der Morrocoy Nationalpark ist ein riesiges Mangrovengebiet von 10x5km mit Wasserstrassen, Kanälen, Inselchen, Sackgassen und grossen Wasserflächen. Alles schillert in den verschiedensten Grüntönen – Mangroven, Bäume Wasser und Untiefen. Die Markierungsbojen sind abwesend, die elektronischen Seekarten liegen einmal mehr daneben und so halten wir unsere Augen offen. Die Riffe und Untiefen sind so gut sichtbar, dass wir unter Gross und Genua die Wasserstrassen befahren. |
Morrocoy National Park |
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Montag, 25. Februar
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Der Fehler in der Ruderanlage ist schnell gefunden: Der Seilzug ist vom Block des Ruderquadranten gesprungen, weil es zuwenig gespannt ist. Wie immer ist vieles eingehockt und es ist eine ganz schöne Arbeit bis ich das Drahtseil entfernen kann. Nach zwei Stunden ist das Drahtseil gereinigt, gefettet, montiert und nachgezogen. Jetzt weiss ich wie die Ruderanlage funktioniert und dass sie in einwandfreiem Zustand ist. |
Morrocoy Anchorage |
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Nach einer feinen Omelette fahren wir im Morrocoy Nationalpark weiter zum nächsten Ankerplatz. Diesmal ankern wir nahe an einer der äusseren Mangroveninseln. Es sind keine eigentlichen Inseln, denn der Grund ist unter Wasser, nur die Mangroven ragen aus dem Wasser. Ich erkunde mit dem Dinghi einige Lagunen und Wasserwege. Es hat nicht allzu viele Vögel, doch ich sehe einige Kormorane und Geier. |
Vultures |
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Dienstag, 26. Februar
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Ich verbringe den ganzen Morgen im Motorenraum um mein Motorenelektrik Schema zu vervollständigen. Wer hätte gedacht, dass ich freiwillig in den Motorenraum gehe. In meinem Übermut gehe ich sogar so weit zu Beschliessen, die ganze Kabelführung neu zu machen. |
Alphorn in the Indian Cave |
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Mittwoch, 27. Februar
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Es ist ein sehr eindrückliches Frühstück unter den Kalksteinfelsen von Cuaro und ich fahre nach dem Frühstück einige Male um das Boot um ein gutes Foto zu machen. Anschliessend treten wir die Rückfahrt um die verschiedenen Riffe nach Chichiviriche an. Die Sonne meint es etwas besser und wir können die Riffe gut sehen. Gegen Mittag kommen wir an und relaxen gegenüber von Chichiviriche. Die Stadt sieht vom Wasser aus nicht sehr einladend, doch einmal dort gefällt es uns besser. Nila möchte wie vorausgeahnt ein Eis – nicht ganz einfach, wenn man keine Bolivar und als kleinstes eine USD 50 Note hat. So haben wir das Vergnügen, innert einer Stunde USD 48 zu verputzen, die anderen USD 2 geben wir für Glace aus:). Es gibt Espresso, Torte, Dessert, Lebensmittel, Flip Flop und zu guter letzt noch Wein bis wir den letzten Bolivar losgeworden sind. |
Golfo de Cuaro |
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Donnerstag, 28. Februar
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Die Nachtfahrt ist anstrengend. Wir segeln mit halbem Wind und Wellen von schräg vorne. So hat es immer wieder Spray über Deck und Blue Bie segelt unruhig, da wir mit 9-10kn doch sehr schnell in die steilen Wellen fahren. Wir queren die Schifffahrtsroute nach Panama und sehen innert drei Stunden fünf grosse Schiffe. Wir brauchen 8 Stunden für die 73 Meilen nach Bonaire, wo wir an einer Mooringboje belegen. Wir sehen viele Boote die wir bereits kennen und so gibt es da und dort ein grosses Hallo und die eine oder andere Information. |
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Freitag, 29. Februar
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Ein geschenkter Tag – diesen Tag gibt es nur jedes vierte Jahr! Nach zwei Monaten Venezuela geniessen wir das europäische Flair von Bonaire. Bonaire gehört mit Aruba und Curacao zu den Niederländischen Antillen, somit zu Holland und zu Europa. Ich war vor sieben Jahren schon einmal hier und empfand es als teuer. Doch das hat sich geändert: Weil die lokale Währung am Dollar und nicht am Euro hängt, ist es einiges günstiger geworden. Nur mit dem Bootszubehör ist es nicht ganz einfach und ich kann nur die wenigsten Sachen besorgen. So flaniere ich durch die Strassen, inspiziere das eine oder andere Geschäft und gönne mir an der Promenade einen Espresso. In Venezuela wäre es eine Strandbar! |
Kralendjik |
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Samstag, 1. Februar
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Auch wenn es nichts zu tun gibt, fliegt die Zeit nur so vorbei. Am Morgen mache ich Erledigungen und ersetze die defekte Kompassbeleuchtung und einen defekten Ventilator, auch wenn wir ihn praktisch nie brauchen. Die Belüftung ist sehr gut; auch bei Regen und geschlossenem Luk ist es zum Schlafen angenehm kühl. Trotzdem möchte ich die Blue Bie in einem guten Zustand haben und ersetze alles, was nicht in voll funktionsfähigem Zustand ist. Beim Ausmessen des Kabels der Kompassbeleuchtung stelle ich fest, dass es so korrodiert ist, dass gerade einmal 11.5V statt 12.6V ankommen. So wird einmal mehr aus einer 30 Minuten Aufgabe eine zweistündige Arbeit. |
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Sonntag, 2. Februar
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Es ist ein abwechslungsreicher Tag: Am Morgen helfen Nila und ich dem lokalen Segelclub beim Training der lokalen Segeljugend. Es ist noch nicht sehr organisiert und wir helfen beim Vorbereiten und Reparieren der Optimisten. Anschliessend überwache ich eine Boje, gebe Tips (ich habe schliesslich vor etlichen Jahren selber Optimist gesegelt) und berge zwei Boote nach einem Mastbruch und einer Kenterung. Es ist schön mit den lokalen Leuten in den Kontakt zu kommen. Aber wie so häufig: Wo es für uns einheitlich ‚lokale Leute’ sind, wird auf der Insel streng zwischen Bonairianer und Holländer unterschieden. So klein die Insel ist, der Graben ist doch sehr gross. |
Opti Training |
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