Kuba - San Blas |
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Kuba - San Blas auf Google Earth |
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Montag, 19. Mai - Dienstag, 20. Mai
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Nach 4 Wochen auf Kuba ist es Zeit Abschied zu nehmen. Eine wunderschöne Zeit, an die wir uns noch lange erinnern werden. Der Wind ist leicht und südlicher als erhofft. So segeln wir die nächsten zwei Tage hart am Wind und müssen sogar den einen oder anderen Kreuzschlag einlegen. Segeln gegen den Wind ist langsam, häufig nass und ruppig. Doch Blue Bie’s Bewegungen sind bei diesem leichten Wind sanft und wir haben Zeit. So geniessen wir die Fahrt, wenden alle paar Stunden, lassen Kuba Revue passieren und schmieden Pläne. Eine grosse Schule Delfine spielt eine halbe Stunde mit und um Blue Bie. Erstmals sehen wir auch Babydelfine, die keine 10cm von der Seite ihrer Mutter weichen. |
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Mittwoch, 21. Mai
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Bis zum Einklarieren warten wir an einer Mooringboje. Zwei Stunden und 4 Kreuzfahrtschiffe später können wir an der Pier anlegen und sind 15 Minuten später einklariert. Kostenlos - ebenso wie die erstklassige Mooring. So stürzen wir uns nach der langen Enthaltsamkeit in Venezuela, Haiti, Jamaica und Kuba wieder einmal so richtig in das westliche Einkaufsparadies. Doch es gibt für uns nichts zu kaufen. Die Läden sind mit Souvenirs, Uhren und Schmuck auf Kreuzfahrttouristen ausgelegt. Nach einer Stunde geben wir es auf und gehen in einen Coffee Shop mit WiFi Zugang. In der ersten halben Stunde lade ich 30MB Mails herunter und geniesse ein Scone und einen Espresso– mmmh. Nach so langer Zeit in der dritten Welt fallen mir die vielen Leuten mit Mobiltelefonen, bleichen Banker und Anwälte (haben sie kein Wochenende auf dieser Sonneninsel?), eine Rolltreppe und saubere Toiletten mit Papier und Handtüchern. |
Champions League Final |
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Donnerstag, 22. Mai
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Wir verbringen fast den ganzen Tag in zwei Restaurants mit WiFi Zugang. Wir sind sehr schnell ernüchtert über das Angebot in George Town und werden vor dem Auslaufen nur einen kurzen Ausflug in den Supermarkt machen. Heute liegen drei neue Kreuzfahrtschiffe vor Anker. Sie laufen üblicherweise um 7.00h ein und verlassen Grand Cayman gegen 16.00h wieder. Ab 15.00h kehrt Ruhe in das kleine Städtchen ein und ab 17.00h sind alle Läden geschlossen. „9 to 5“, das gilt hier noch. |
George Town |
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Freitag, 23. Mai
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Wir lernen mehr und mehr über Grand Cayman. Tourismus und Banking sind die beiden grossen Einkommensquellen. Es sind nicht die Kreuzfahrtschiffe, welche den Hauptanteil des Tourismus ausmachen, sondern die vielen Hotels und Ressorts. Dabei habe ich in der Schweiz nie über die Urlaubsdestination Cayman Islands gehört. Alle 5 Stern Hotelketten sind mit Ressorts vertreten. Die Gäste schätzen die Sicherheit, den hohen Entwicklungsstandard und das karibische Wetter. |
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Samstag, 24. Mai
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Eigentlich möchten wir nur kurz auf Grand Cayman bleiben und baldmöglichst Richtung Panama segeln. Doch das Wetter macht uns einen Strich durch die Rechnung: Vor Montag können wir wegen ungünstiger Windrichtung kaum auslaufen und bereits vier Tage später kommt eine erste tropische Depression mit stürmischen Winden von Panama auf Grand Cayman zu. Doch wir brauchen 2-4 Tage zum nächsten sicheren Hafen. Das ist zu knapp und so akzeptiere ich das Wetterverdikt, mindestens eine Woche hier bleiben zu müssen und den Sturm direkt über uns weg ziehen zu lassen. Doch wo lassen wir Blue Bie? An der exponierten Mooring? |
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Sonntag, 25. Mai
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Unser Ankerplatz, keine 100m von den Kreuzfahrtschiffen weg, hat super klares Wasser, intakte Riffe und wir schnorcheln eine Stunde um Blue Bie herum. Es ist ruhig in der Stadt heute. Am Freitag war ein Kreuzfahrtschiff hier, gestern und heute keines. Zudem sind alle Läden geschlossen. So nütze ich das fast überall vorhandene WiFi um mich wieder einmal um meine Bankangelegenheiten zu kümmern. |
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Montag, 26. Mai
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Wir machen uns auf den Weg in die grosse Lagune von Grand Cayman. Auf halbem Weg stoppen wir in ‚Stingray City’, einer Sandbank hinter dem Riff welches die Lagune schützt. Hier haben früher die Fischer die Fische ausgenommen, was Stachelrochen anlockte. Heute füttern Touristen- und Tauchboote die Stachelrochen. Diese sind mittlerweile handzahm und Nila und ich schwimmen mitten unter diesen faszinierenden Tieren. Sie lassen sich nicht nur berühren, sie lieben es gestreichelt zu werden und zwei Dutzend schwimmen um uns herum und über uns hinweg, wenn wir zu ihnen tauchen. Ihre Haut fühlt sich weich und samtig an. Wir sind total fasziniert. |
Stingray City I |
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Unser Liegeplatz ist im North Sound, einem Kanal, mit einem Dutzend Seitenkanälen und jeweils 6 Liegenschaften mit eigenem Bootssteg. Etwa die Hälfte ist bebaut. Vor 3 Jahren hat der Wirbelsturm „Ivan“ 90% aller Häuser auf Grand Cayman zerstört. Kein Wunder sieht alles so neu aus! Wir legen am Dock des ehemaligen Polizeipräsidenten von Grand Cayman an, der im Moment am Segeln ist und hier bald ein Haus bauen wird. Einen sicheren Liegeplatz kann man sich kaum vorstellen. Doch bei Windgeschwindigkeiten von über 160kn oder 300km wie bei Ivan ist nichts wirklich sicher. Nicht nur die Häuser wurden zerstört, die ganze Insel wurde überflutet. Ich möchte nicht in so einem Gebiet wohnen und bewundere die Leute, die hier wieder bei Null beginnen. |
Stingray City II |
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Dienstag, 27. Mai
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Heute merke ich, wie viel Zeit man mit Einkaufen verplempern kann. Eine halbe Stunde im Geschäft, 10 Minuten im Auto, dann in das nächste Geschäft und schwups ist ein Tag um. Abends haben uns Pete und Mary Anne auf ihr Dock zum Essen eingeladen. Sie leben auf ihrem Motorsegler am Dock und werden bei Gelegenheit ein Haus bauen. Bis dann essen sie auf dem Dock und schlafen an Bord. |
Our Cayman hosts: Pete & Mary Anne |
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Wir schlafen nicht besonders gut. Es ist sehr heiss, hat kaum in den Kanälen kaum Wind und wegen den Moskitos kann ich nicht im Cockpit schlafen. So läuft die ganze Nacht unser kleiner Ventilator, auch wenn er kaum Erleichterung bringt. |
North Sound Dock |
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Mittwoch, 28. Mai
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Ich erledige einige kleine Arbeiten an Bord und Nila wäscht. Die Arbeiten sind so klein, dass Pete sie verächtlich mit ‚Vanity’ abtut. Solche Aufgaben schaffen es bei ihm nicht einmal auf die Pendenzenliste! Schon schön, dass Blue Bie strukturell einwandfrei ist und ich nur Kleinigkeiten zu erledigen habe. Am Nachmittag gehen wir in die Stadt und bei der Segelmacherin vorbei. Sie ist ein Herz von einem Mensch, ändert unsere Cockpitkissen und will nicht einmal etwas dafür. |
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Donnerstag, 29. Mai
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Zum ersten Mal seit zwei Monaten regnet es wieder so richtig. Es gibt keinen Grund aufzustehen und wir lesen im Bett. Wir bringen der Segelmacherin Schweizer Schokolade als Dankeschön für ihre Arbeit und die Cockpitstühle um sie neu zu beziehen. Ihr Kommentar werde ich wohl das ganze Leben nicht vergessen - aber nicht ganz jugendfrei:) Im Fischereiladen hat es eine so grosse Auswahl, dass ich kaum weiss, welche Köder ich kaufen soll. Ich kaufe eine kleine Auswahl und etwas Zubehör. So kann ich während dem für das Wochenende angesagten Regen Köder und Haken mit einem Metallvorfach montieren. |
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Freitag, 30. Mai
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Wie vergeht doch die Zeit mit Besorgungen, Internet, Autofahren und Essen ohne dass bleibende Eindrücke zurück bleiben. Es hat nicht unbedingt mit Grand Cayman zu tun, aber wir tun hier viel zu wenig und schon gar nichts Erinnerungswürdiges. |
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Samstag, 31. Mai
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Noch vor dem Frühstück beschliessen wir morgen loszusegeln. Der Wetterbericht zeigt für die nächsten Tage nicht allzu viel Wind und teilweise von vorne, doch die weiteren Aussichten sind eher noch schlechter und wir haben es hier einfach gesehen… So benützen wir ein letztes Mal den Wagen von Peter und Mary Anne, klarieren aus, holen unsere neu bezogenen Cockpitstühle ab und kaufen im Supermarkt ein. Grand Cayman ist richtig teuer, weil alles importiert werden muss. Entgegen unseren Erwartungen brauchen wir nur etwas mehr als USD 100, da wir doch sehr zurückhaltend einkaufen. Zu guter letzt stöbern wir durch einen neuen, grossen und wunderschönen Buchladen und finden was wir suchen: Einen Reiseführer für Lateinamerika, ein Buch über Knoten und den „Economist“. Es ist schon nicht alles schlecht auf Grand Cayman … |
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Sonntag, 1. Juni (Etmal: 140 Seemeilen)
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Entgegen der Wettervorhersage kommt der Wind aus Nord- und nicht aus Südosten. So können wir 60-70° am Wind nicht nur unseren Kurs halten, sondern ein sattes Polster gegen Osten zulegen um uns gegen eine allfällige Winddrehung gegen Süden zu wappnen. Nur die Strömung steht mit 1-1.5kn gegen uns und verlangsamt unsere Fahrt. |
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Montag, 2. Juni (Etmal 145 Meilen)
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Gegen Mittag passieren wir die Seranillo Bank. Sie ist der letzte Ausläufer einer 300 Seemeilen langen Untiefe östlich von Honduras. Ich hätte nicht gedacht, dass uns der Wind erlaubt, sie soweit draussen zu passieren. Einmal mehr zeigt sich, dass die Bedingungen auf See häufig besser sind als man im Hafen denkt. Kurz vor Ende der Bank fangen wir einen Jack-Fisch und sichern das Nacht- und morgige Mittagessen. |
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Dienstag, 3. Juni (Etmal 170 Meilen)
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So langsam aber sicher kommen wir in den Langdistanz Groove. Wir verlieren die Übersicht, wie lange wir schon unterwegs sind. Es sind herrliche Stunden an Bord: Es gibt kaum etwas zu tun ausser Fischen, Kochen, Essen & etwas Navigation. Es bleibt viel Zeit für Gedanken, Träume, Lesen, Pläne und Gespräche. Es ist ein einfaches und herrliches Leben und ich freue mich auf die zahlreichen grossen Passagen im nächsten Jahr! |
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Mittwoch, 4. Juni (100 Meilen)
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Den ganzen Tag über ziehen Gewitterwolken über uns durch. Doch wie letzte Nacht bringen sie weder Wind noch Regen. Im Gegenteil, der Wind lässt gegen Mittag stark nach und wir haben einen gemütlichen Nachmittag an Bord. Wir spielen UpWords (dreidimensionales Scrabble), überspielen Musik von meiner Harddisk auf den Memory Stick und hören sie über das Bordradio. Noch nie habe ich so spielerische Delfine wie heute gesehen. Einer macht neben Blue Bie ein Männchen, während andere wiederholt mit der Schwanzflosse auf das Wasser klatschen und Nila anspritzen. Die Begegnung mit Delfinen fasziniert mich einmal mehr. |
Delfine |
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Donnerstag, 5. Juni
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Noch immer hat sich das Wetter nicht beruhigt, dafür aber unsere Nerven. Wir haben es schon lange aufgegeben, Gewitterwolken auszuweichen oder beim Herannahen die Segel zu reffen. Sicherheitshalber lassen wir in der Nacht trotzdem ein Reff im Grosssegel. Zweimal mussten wir den Autopiloten ausschalten, weil er Blue Bie bei Windstille nicht mehr auf Kurs halten konnte. |
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Freitag, 6. Juni
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San Blas – darüber könnte man Seiten füllen. Ein Archipel von 340 Inseln, 40 davon bewohnt und keine grösser als einen Quadratkilometer. Sie werden ausschliesslich von 55'000 Kuna Indianern bewohnt, welche das Archipel selbst verwalten. Kein anderer Stamm konnte in Amerika seine Kultur so gut bewahren wie die Kunas. Besucher sind herzlich willkommen. Noch lange wird uns das herzliche 'Hola' der Kinder im Ohr bleiben, das uns überall entgegenschallt, auch wenn wir mit dem Dinghi mehr als 100m weg vorbei fahren. Doch kein Fremder darf sich niederlassen, noch ist eine gemischte Heirat erlaubt. Jede Insel verwaltet sich wiederum weitgehend selbst und alles Land wird gemeinschaftlich benützt. So kann und muss jeder Kokosnüsse (das Hauptprodukt der Inseln) pflücken, darf aber das Land nicht kommerziell benützen. |
Porvenir |
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Unser erstes Kuna Dorf ist Wichub Huala auf der gleichnamigen Nachbarinsel. Sie ist fast vollständig mit Hütten überbaut. Die Wände sind aus Schilfrohr und das Dach aus Palmwedel. So benötigen sie kein Holz für den Hausbau – ein Lehrstück nachhaltiger Waldnutzung. Sie haben kein fliessendes Wasser und holen das Regenwasser mit Einbäumen von Flüssen des einige Kilometer entfernten Festlandes. Alles wirkt sehr sauber und die Leute sind sehr klein. Die Kunas sind nach den Pygmäern das zweitkleinste Volk der Welt. Kaum ein Mann reicht bis zu meiner Schulter und kaum eine Frau bis zu meiner Brust. Es fällt auf, dass im Gegensatz zu allen anderen Regionen der Karibik und Lateinamerika alle Leute dieselbe Hautfarbe haben. |
Wichub Huala |
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Samstag, 7. Juni
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Wo andere eine Bierbüchse öffnen, öffne ich eine Silikonbüchse und dichte ich die Notluke, ein Decksluk und beginne meine Toilette neu zu verfugen. Am Nachmittag erkunden wir mit dem Dinghi Nalu Nega. Sie gleicht Wichub Huala, doch die Leute scheinen etwas wohlhabender zu sein. Zumindest sind die Wege breiter und der Basketball Platz besser ausgerüstet. Basketball ist der Nationalsport der Kunas - erstaunlich bei ihrer Körpergrösse. Wir haben keinen Basketballplatz gesehen, der nicht in Betrieb war! |
Kuna woman |
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Nachdem ich während den letzten Monaten in allen Hardware-, Elektrik- und Segelläden ein spezielles zweiadriges Stromkabel gesucht habe, finde ich es hier in der Ecke eines Allerweltsladen! Auch Nila wird fündig und kauft von einer Kuna Frau eine Mola. Molas sind bunt bestickte und zusammengesetzte Stoffstücke, die zu Blusen verarbeitet werden, und sind neben Kokosnüssen und Fischfang die Haupteinnahmequelle der Kunas. Überall werden uns Molas angeboten und fast alle Frauen sitzen Frauen vor den Hütten, am Molas sticken. Es hat überall unendlich viele Kinder. Wie wir in den nächsten Wochen erfahren werden, gibt es kaum Familien mit weniger als 6 Kindern. |
Bakery |
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Sonntag, 8. Juni
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Heute mache ich einen ‚Yachtie-Tag’ und plaudere mit den Schweizern Silvio und Marinette und den Franzosen Pascale und Benedicte den Tag vorbei. Gestern waren wir Männer gemeinsam schnorcheln und Pascale hat mit der Harpune zwei schöne Fische erlegt, die wir gemeinsam gegessen haben. Ich bin froh, dass ich ihm beim Harpunenfischen zuschauen konnte. Es ist gar nicht einfach und bedarf guter Atem-, Tauch und Jagdtechnik. Ich glaube nicht, dass ich das wirklich lernen möchte und verwerfe den Gedanken, eine Harpune zu kaufen. |
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Montag, 9. Juni
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Nach drei Tagen in Porvenir möchten wir weitere San Blas Inseln sehen und wir segeln ein paar Seemeilen zu den Tupsuit Inseln. Sie sind sehr klein, gerade mal 100m lang und die Häuser quellen über das Ufer fast in das Wasser. Immer wieder kommen Kunas in ihren traditionellen ‚Ulus’ (Einbäumen) vorbei. Einige sind mit Segel, wenige mit einem Aussenborder ausgerüstet. Wir kaufen Limetten, Ananas und Mango und vereinbaren für Morgen einen Wanderausflug – sofern es nicht regnet. |
Full island |
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Dienstag, 10. Juni
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Wir erkunden mit Predio, unserem Führer zuerst per Dinghi einen Flusslauf und wandern dann 2 Stunden zu einem der wenigen Kuna Dörfer im Landesinnern. Die Wanderung ist schön und der Regenwald duftet von den vergangenen Regenfällen, doch wir sehen kaum Wildleben. Dabei würden wir doch zu gerne Toucane sehen, die hier leben. |
Kuna girls |
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Kunas bevorzugen Dörfer im Landesinnern, denn die ganze Versorgung erfolgt auf dem Wasserweg: Kolumbianische Händler bringen Reis, Zucker und andere Basisgüter, welche sie gegen Kokosnüsse, Ananas und andere Kuna-Erzeugnisse eintauschen. Dabei ist die Erde äusserst fruchtbar und das Dorf scheint in üppiger Natur unterzugehen. Auch das eine Folge der fehlenden Strasse von Panama nach Kolumbien. Kuna Yala kann nur ganz im Osten mit dem Auto erreicht werden. Der grösste Teil nur per Flugzeug oder Boot. |
Rio Nicuesa |
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Zurück an Bord, kommen Erich und Katrin vorbei, Schweizer Segler die schon seit 2002 in der Karibik sind. Wir plaudern angeregt für eine Stunde, bis wir bei Predio auf heissen Kakao eingeladen sind. Ich nehme mein Alphorn mit und gebe zum Dank ein kleines Ständchen. Im Nu sind alle Kinder des Dorfes versammelt. Anschliessend sind wir eingeladen, die Dorfversammlung (Kongress) zu besuchen. Das Kongressgebäude ist auf jeder Insel das grösste Haus und jeden Abend versammeln sich die Männer um die gemeinsame Arbeit und die Geschehnisse des Tages zu besprechen. Heute ist ein spiritueller Kongress zu dem auch die Frauen eingeladen sind. Der Häuptling und sein Stellvertreter liegen in der Hängematte, während die Bewohner auf Holzbänken sitzen. Auch eine Art zu zeigen, wer der Chef ist:) |
Basketball court |
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Mittwoch, 11. Juni
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Nach einigen kleinen Erledigungen an Bord holen wir Wasser ‚Insel-Style’. Wir fahren mit dem Dinghi zum einen Kilometer entfernten Flusslauf und paddeln den knapp knietiefen Fluss ein paar hundert Meter nach oben, wo wir mit Einheimischen Wasser fassen. Wir möchten vor allem schauen – selber Wasser fassen ist die beste Ausrede dafür! Die Kunas holen hier Wasser, waschen Wäsche und sich selbst. Auf dem Heimweg zieht ein heftiges Gewitter über uns hinweg. Der zu schwer beladene Einbaum eines Mädchens sinkt auf dem Rückweg im flachen Wasser und wir nehmen sie und ihre zweijährige Schwester im Dinghi mit nach Hause. Die kleine Schwester zittert im Regen am ganzen Leib und ist total verstört – doch das geschenkte Bonbon lässt sie keine Sekunde aus der Hand! |
Children party in San Blas |
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Donnerstag, 12. Juni
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Wir plaudern mit dem stolzen Besitzer eines Einbaumes auf Jungfernfahrt, kaufen einen Tintenfisch und werden nach Orosidup eingeladen. Wir folgen der Einladung gerne und ich nehme das Alphorn mit. Wir werden von den Kindern über die Insel geführt, die vielleicht 150m lang ist. Wir sehen ein halbes Dutzend Albinos – Zeugen der doch grossen Inzucht unter den Kunas. Ich spiele Alphorn und einmal mehr kommt das halbe Dorf herbeigelaufen. Anschliessend sitzen wir vor der Hütte einer Familie, plaudern mit ihnen und lernen unsere ersten Kuna Wörter. Die meisten Kunas sprechen ein wenig Spanisch, nur wenige Englisch. Wir sind sehr froh, dass wir etwas Spanisch sprechen. |
Ulu maiden voyage |
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Auf der grösseren Nachbarinsel holen wir Brot. Es gibt auf der ganzen Inseln keinen Laden und sie ist mit Hütten total überbaut. So hat es fast keinen öffentlichen Platz und wir haben irgendwie dort nichts verloren – ich habe das Gefühl wir dringen überall in die Privatsphäre der Leute ein. Der Bäcker ist noch nicht fertig mit dem Backen und so haben wir einen guten Grund, eine halbe Stunde dort zu sitzen. Der Häuptling kommt vorbei und sieht mein Alphorn. Er bittet mich zu spielen und so gebe ich auch auf dieser Insel ein Ständchen. Unter anderem für diese Gelegenheiten habe ich begonnen, Alphorn zu spielen. Er lächelt und sagt kein Wort, denn er spricht kein Spanisch. Im Kongress benützt er einen Übersetzer (den Bäcker), der ihm das auf Spanisch geschriebene panamaische Gesetz übersetzen muss! |
Alphorn in Kuna Yala |
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Freitag, 13. Juni
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Für einmal ist es Nila, die weiter ziehen möchte. Ich bin von Tupsuit verzaubert und könnte noch einige Tage bleiben. Wir segeln nach Carti, einem der Zentren und mit 5'000 Einwohnern grösseren Orten von San Blas. Es ist nahe an der Strasse nach Panama, hat auf dem Festland einen Flughafen und wird im Winter sogar von Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Wir gehen zuerst nach Carti Sugput. Es soll die reichste Insel von San Blas sein. Doch sie ist nicht besonders schön, hat einige Betonhäuser, die Wege sind schmutzig, Leute hängen herum und alles fühlt sich irgendwie nervös an – zumindest bin ich es. Nach einigen Einkäufen gehen wir zur Nachbarinsel Carti Yuntup. Der Kontrast könnte nicht grösser sein. Entlang aller Wege hat es einen kleinen Rasen und Blumen und alles strahlt Ruhe aus. Sofort ist meine Nervosität verschwunden und ich bin total entspannt. Unglaublich, wie nahe solche Gegensätze sind und wie stark ich darauf reagiere. |
Carti Sugput |
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Wir versuchen auf Sugput Essen zu gehen, wo Nila einige israelische Backpacker treffen möchte. Es hat in San Blas nur ganz wenige Pensionen und Restaurants und San Blas ist eigentlich nur unter Seglern bekannt. Backpacker sind die ersten, die dieses Juwel entdecken. Viele von ihnen an Bord von Segelyachten, mit denen sie (einmal mehr aufgrund der fehlenden Strasse von Panama nach Kolumbien) von Colon nach Cartagena segeln. Bei USD 350 pro Person und bis zu 8 Backpackern auf einer 10m Segelyacht ein einträgliches Geschäft! Wir haben uns mit dem Wirt offenbar falsch verstanden. Er hat kein Nachtessen für uns vorbereitet. Wir fahren mit dem Dinghi 100m nach Yunput und wir werden in der anderen Pension herzlich willkommen geheissen und verplaudern den Abend mit schwedischen und australischen Packpackern. |
Carti Yunput |
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Samstag, 14. Juni
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In der Nacht ziehen Gewitter über uns hinweg und ich bleibe zwei Stunden an Deck um zu schauen, ob alles passt. Trotz Schwell aus mehreren Richtungen liegen wir sicher. Der Morgen bleibt regnerisch und ich versuche ein paar Layout-Ideen an meiner Homepage umzusetzen. Am Nachmittag dringt Trommelmusik vom Ufer herüber. 5 Knaben spielen ohne Unterbruch, Melodie oder Stil. Da uns die Atmosphäre auf Carti auch sonst nicht so passt, beschliessen wir einen anderen Ankerplatz zu suchen. Nicht ganz einfach: Der Regen hat die Flüsse anschwellen lassen und eine trübe Masse zieht an uns vorbei, so dass wir die Motoren lieber nicht laufen lassen. |
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Sonntag, 15. Juni
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Ich widme wieder einmal eine Stunde den Motoren, stelle das Gas und Schaltung ein und dichte zwei Luken ab, die ich bis jetzt nicht dicht gekriegt habe. Hatte ich letztes Jahr einige Pannen in der Motorenelektrik, so scheint dies das Jahr der leckenden Fenster und Luken zu sein. Noch habe ich drei kleine Lecks, die sich in starkem Regen bemerkbar machen. |
Lemon Cays |
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Montag, 16. Juni
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Die Computerprogrammierung hat mich gepackt und so sitze ich den ganzen Morgen vor dem Laptop und beginne eine neue Homepage zu gestalten. Je mehr ich mache, desto mehr Möglichkeiten sehe ich. |
Dream island Lemon Cay |
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Dienstag, 17. Juni
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Überraschenderweise sind die Beamten bereits heute hier und alle rennen zum Ausklarieren. Bis zu 6 Dinghis sind gleichzeitig am Steg. Wir klarieren gegen Mittag aus als sich die Meute verzogen hat. Zurück an Bord sehen wir einen Delfin vorbeicruisen und einen Stachelrochen neben dem Boot einen einen Meter hohen Satz machen. Das habe ich jetzt doch noch nie gesehen! |
Nurdupu |
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Im Gegensatz zu vielen anderen Orten man kann sich für den Weg bis Cartagena Zeit lassen und die vielen San Blas Inseln auf dem Weg geniessen. Was im Winter eine harte Kreuz gegen den Passatwind wäre, ist im Sommer durch flaue und drehende Winde und Gewitter gekennzeichnet. |
Kuna house |
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So machen wir uns auf den 200 Meilen weiten Weg nach Cartagena. Für die ersten 5 Meilen nach Nurdupu brauchen wir zwei Stunden. Nurdupu ist eine kaum 100m grosse, mit hübschen Palmen und Häusern bestandene Insel. Wir werden vom Dorfältesten begrüsst und eingeladen, das Dorf zu besichtigen. Es wird von einer Familie mit 40 Personen bewohnt: Grosseltern, 8 Geschwister und Grosskinder. Wir haben erstmals Gelegenheit, ein Haus von innen zu betrachten. Ausser Hängematten, einigen wenigen Regalen und viel Unordnung hat es nicht viel Ausstattung. Es ist überraschend gross und ich hätte nicht gedacht, dass sogar die Hunde ihre eigenen Hängematten haben :) Wir sitzen mit der Familie eine Weile vor den Hütten und werden dann eingeladen in ihrem kleinen Restaurant zu essen. Diese Art zu reisen und die Leute zu erleben, sagt mir schon sehr zu! |
Dog hammock |
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