Tobago - Trinidad |
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Etappe auf Google Earth |
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Freitag, 7. Dezember
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Erstmals seit mehr einer Woche hat es wieder Wind zum Kiten. Die Windrichtung ist auch ideal und ich spiele den ganzen Tag in den Brandungswellen, reisse auf dem Wellenkamm das Brett herum, um die Welle hinunter zu gleiten und unten einen grossen weiten Bogen zurück zur Welle zu fahren um dann wieder von vorne zu beginnen. Nicht ganz einfach, denn ich muss den Kite im Rhythmus fliegen, doch wenn es passt schaffe ich auf derselben Welle einige Kurven. |
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Samstag, 8. Dezember
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Ich installiere den reparierten Alternator ein und er funktioniert einwandfrei. Eine Pendenz mehr erledigt! Zwischen zwei Regenschauern fahre ich zu Roland und schwatze mit ihm einige Stunden. |
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Sonntag, 9. Dezember
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Schon wieder kein Wind. Ich schlafe aus, lese, faulenze und schiebe meine Aufgaben ein wenig vor mir her. Gegen Mittag funkt Roland, der näher beim Kitespot ankert, dass es Wind hat. So erledige ich erst, was ich mir vorgenommen habe, packe meinen Kite und fahre mit dem Dinghi an den Kitestrand. Bis ich ankomme, regnet es und ich verbringe den ganzen Nachmittag an der Kitestation am Plaudern. |
Sunday school |
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Montag, 10. Dezember
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Für heute ist kein Wind zum Kiten angesagt und für einmal ist die Vorhersage leider richtig. So werkle ich ein wenig an der Blue Bie und lese. Bald ist meine Pendenzenliste abgearbeitet, doch an einem Tag wie dem heutigen wird sie länger: Ich will die Ruderanlage demontieren, fetten und wieder montieren. Dabei fällt mir eine Mutter in das Wasser. Da es ein spezielles Gewinde ist, hole ich die Tauchausrüstung und tauche nach ihr. Doch ich finde die Mutter nicht, bemerke aber, dass die Tauchweste von der Flasche langsam aufgeblasen wird. Eine Pendenz erledigt – zwei neue geschaffen! |
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Dienstag, 11. Dezember
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Ich repariere provisorisch die Ruderanlage und gehe anschliessend an den Strand zum Kiten. Doch so richtig Wind kommt keiner auf. Ich bin zwar ein wenig auf dem Wasser, verbringe aber wesentlich mehr Zeit mit einem Buch am Strand. Ich denke viel über meine nächsten Schritte nach. Obwohl meine Route gut in meinen Gedanken verankert ist, gefällt es mir sehr gut auf Tobago und es ist mir die letzten Wochen einige Male der Gedanke gekommen, ein halbes Jahr hier zu bleiben. Es ist schön zum Kiten, das Essen ist super und auch der Kontakt zu den Leuten auf der Insel ist besser als auf anderen Inseln. Obwohl es nichts miteinander zu tun hat, verknüpfe ich meinen Gedanken ein halbes Jahr hier zu bleiben mit der Lebensfreude der zugewanderten Leute auf der Insel. Ich sehe wie sie keinen Lebenssinn zu haben scheinen und dem Alkohol verfallen. Sicher gibt es viele, die nicht Alkoholiker werden, doch diese sehe ich nicht! So möchte ich nicht enden. Da kommt das Mail eines Freundes genau zur rechten Zeit „Stillstand bedeutet Rückschritt“. Wie wahr! |
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Mittwoch, 12. Dezember
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So ganz ist die Regenzeit nicht vorbei und es hat die ganze Nacht durchgeregnet. Der verspätete tropische Sturm bei Puerto Rico wird eine grosse Dünung (3-4m) über die ganze Karibikkette senden und ein Wolkenband von Guyana bis Martinique wird anhaltenden Regen bringen. Yachtsegler fragen in den Funknetzen, ob ihr Ankerplatz sicher ist. Wolfgang kommt vorbei und wir schauen uns im Internet die Vorhersagen an. So zahlt sich mein Ankerplatz weiter draussen, dafür in der Nähe des Hotels mit WiFi aus. Es könnte die nächsten Tage zwar unruhig werden und das Anlanden des Dinghi könnte schwierig werden, aber der Ankerplatz scheint sicher. Zum Glück konnte das Hochzeitspaar ihre Trauung verschieben. Unter regentriefenden Palmen zu heiraten wäre doch eine triste Angelegenheit geworden. |
Villa Kunterbunt am Dinghistrand |
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Donnerstag, 13. Dezember
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Was für ein Schrotttag! Der Wind ist die ganze Zeit megaböig und ist im besten Fall gut genug, um hin und her zu fahren. Zum Trainieren taugt er überhaupt nichts. So bin ich kite-technisch nach einigen Tagen ohne Wind und heute mit schlechtem Wind doch eher frustriert. Umso schlimmer, dass der Wetterbericht guten Wind prognostiziert hätte! Trotzdem bin ich so müde, dass ich um 19.00h ohne Nachtessen einschlafe:) |
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Freitag, 14. Dezember
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Der Wind ist am Morgen wieder gleich böig wie gestern. Doch am Nachmittag wird er erstmals besser und ich fühle erste Fortschritte beim Kiten. |
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Samstag, 15. Dezember
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Erstmals seit mehr als einer Woche begrüsst mich die Sonne beim Aufstehen. Der heutige Tag ist ein Traumtag für die Hochzeit von Gabi und Ralph: Die Sonne strahlt und der Wind bläst, so dass Ralph vor der Trauung noch ein paar Stunden surfen kann. Ich lasse mir das Kiten auch nicht nehmen. Gegen Mittag bläst der Wind mit 25kn, so dass ein kleinerer Kite angesagt wäre. Doch meiner ist auf dem Boot und so lasse ich die stärksten Böen durchgehen, ehe ich nochmals hinausgehe. Ich bin noch immer überpowert und müde vom Vormittag. So höre ich auf, schmücke die Blue Bie mit ein paar Palmwedeln und gehe an die Hochzeit. Ich habe mich richtig gekleidet: Die ganze Hochzeitgesellschaft erscheint in weiss! |
Wedding ceremony |
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Nach dem Apéro segeln wir mit der Blue Bie zwei Stunden in den Sonnenuntergang. Zum Glück habe ich im Voraus Seekrankheitsmedikamente verteilt – so konnte ich schlimmeres verhindern und alle haben den Törn genossen. Vor Anker geniessen wir ein letztes Bier und ich gebe der Gesellschaft noch ein Alphornständchen. |
Bride & groom |
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Sonntag, 16. Dezember
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Die Nachbarschaft unter den Seglern ist schon herrlich. Liegt das daran, dass man sich einlassen kann ohne Angst haben zu müssen, dass man nicht wegziehen kann, wenn es zu viel wird? Wie schon einige Male gehe ich bei Michael und Mary einen Morgenkaffee trinken. Wann immer ich mit dem Dinghi vorbeifahre rufen sie mir zu, dass sie frischen Kaffee aufgesetzt haben. Wer kann da schon nein sagen? Sie sind mit ihrer 18 Monate alten Tochter Ali und Nanny/Crew Beth unterwegs. Einmal mehr hat es nur am Morgen Wind zum Kitesurfen. |
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Montag, 17. Dezember
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Der Wind ist wieder einmal nur am Morgen gut und ich bin dank dem Wecker früh am Kiten. Es sind immer die gleichen Leute am Kiten: Roland & Michael, Max, ein Deutscher, der hier seit einigen Jahren lebt, sowie Thomas, der Surflehrer. Abgesehen von uns ist die Surfstation so gut wie ausgestorben. |
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Dienstag, 18. Dezember
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Beim Aufstehen scheint noch die Sonne, doch es ist bald vorbei mit der Herrlichkeit und es regnet mehr oder weniger den ganzen Tag. So kann ich meine Muskeln Entspannung gönnen, die Küche herausputzen, Tagebuch schreiben und auf Eva und Wolfgang’s Laptop die GPS Maus installieren. Die Software ist ziemlich widerspenstig, doch mein Ehrgeiz ist angestachelt, nachdem sich einige andere vergebens darum bemüht haben. Und siehe da, nach ein paar Stunden knobeln kriege ich sie zum Laufen. |
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Mittwoch, 19. Dezember
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Mein Frühstücksrepertoire wird kontinuierlich grösser: Ich habe jetzt auch pochierte Eier auf Toastbrot in das Repertoire aufgenommen. Der Regen hat zwar über Nacht weitgehend aufgehört, doch wirklich gut ist das Wetter nicht. So mache ich Erledigungen: Gehe zur Bank, wechsle in der Garage das Ventil der Tauchflasche und bringe wieder einmal die Wäsche. Als ich die Tauchflasche montieren will, merke ich dass das Ventil nicht passt. So wird nichts aus dem geplanten Tauchgang mit Eva und Wolfgang. |
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Donnerstag, 20. Dezember
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Man könnte ja meinen, ich habe jede Zeit der Welt, doch mit ausschlafen, frühstücken, kiten, lesen, plaudern, mit Freunden essen gehen, Tagebuch schreiben, Software installieren, Hochzeitsausfahrt, etc. geht die Zeit wie im Flug vorbei. So kürze ich den Tag am Strand ab und bleibe den ganzen Nachmittag und Abend bewusst auf der Blue Bie um Zeit für mich zu haben. |
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Freitag, 21. Dezember
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Heute ist wieder ein guter Kitetag und ich geniesse die Zeit auf und am Wasser. Abends gehen Eva, Wolfgang und ich zu Pia, wo wir Geschnetzeltes mit Rösti kochen, ergänzt mit einem feinem Schokoladekuchen, Piña Colada, Weisswein und Rum. |
Cooking with Eva, Wolfgang und Pia |
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Ohne uns selber loben zu wollen, aber es hat wunderbar geschmeckt. So gut, dass Eva und ich uns anschliessend ein wenig auf das Ohr legen musste! |
After a fine dinner |
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Samstag, 22. Dezember
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Endlich wieder einmal ein richtig strahlender Tag – es braucht nicht viel und alle sind glücklich. Nur der Wind ist zu schwach zum Kitesurfen. Doch ich vermisse es gar nicht, ich habe genug gekitet die letzten Tage. |
Tropical seasons greeting |
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Sonntag, 23. Dezember
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Ich bin fast den ganzen Tag am Lesen und Plaudern - auf anderen Booten, am Strand und abends an der Beachbar, wo die erste Weihnachtsparty des Jahres steigt. Einmal mehr treffen sich die bekannten Gesichter. Die Seglerszene ist auf Tobago so klein, dass fast alle auf einem Bild Platz haben (von links: Mary & Michael, Evi, Pia & Wolfgang, Courtney) und sich alle gegenseitig kennen. So gross ist die Party nicht und um 22.00h werden die Bürgersteige hochgeklappt. |
Christmas at Bago's |
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Montag, 24. Dezember
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Ich gehe am Morgen nach Scarborough ausklarieren – ein deutsches Seglerpaar nimmt mich in ihrem Mietwagen mit. Die Beamten sind megastur. Um von Tobago nach Trinidad zu fahren, muss ich mich hier abmelden und anderntags in Trinidad anmelden, obwohl es im gleichen Land ist! In Trinidad muss ich erst noch direkt an das anderen Ende der Insel fahren um einzuklarieren; es ist mir nicht erlaubt unterwegs in einer Ankerbucht anzuhalten. Ich melde mich trotzdem ab – auf das Risiko hin einen Verweis zu erhalten, schliesslich will ich ja erst übermorgen fahren, aber nicht die Überzeitgebühr von 50 USD bezahlen. |
Christmas party |
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Am Nachmittag gehen Eva, Wolfgang und ich an eine Beachparty – ohne zu wissen, dass es eine private Veranstaltung ist. Am Abend gehen wir zusammen in das Coco Café schön essen. So haben wir beides – Karibik-Partystimmung und ein beschauliches Weihnachtsessen. Dazwischen hatte ich einige beschauliche Stunden an Bord, wo ich in aller Ruhe über mein Leben reflektieren und an meine Familie und Freunde denken konnte, wie weit weg sie sich auch immer befinden. |
Evi, Wolfgang & Philip |
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Dienstag, 25. Dezember
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Hatte ich Angst, Weihnachten alleine zu verbringen? Ich verwende den grössten Teil des Tages um mich von meinen Freunden in Tobago zu verabschieden. Am Abend lade ich Eva & Wolfgang auf eine mit Käse überbackene Speckrösti ein. Zusammen mit einem Alphornständchen feiern wir einen wunderschönen Schweizerabend – nur der Schnee fehlt! |
Alphornständchen |
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Mittwoch, 26. Dezember
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Bereits um 6.00h lichte ich den Anker um nach Trinidad zu segeln. Doch der Tag beginnt schlecht: Bei einer Maschine lässt sich kein Gang mehr einlegen. So fahre ich mit nur einer Maschine los – schliesslich ist Blue Bie ein Segelboot. Unter Grosssegel und Spinnaker mache ich bald gute Fahrt. Als ich den Spi einige Minuten alleine lasse um Logbuch zu führen, wickelt er sich um das Vorstag. Der Alptraum jedes Seglers – erst recht der eines Einhandseglers! Wie soll ich dort hinauf kommen? Die Blase die sich um das Vorstag gewickelt hat, ist mehr als 10m über Deck! Nachdenken hilft und nach einer Viertelstunde kommt mir die Idee, den Spi um sich selber zu wickeln und dann Umdrehung um Umdrehung vom Vorstag zu entwickeln. Eine Stunde später ist es geschafft und der Spi ist auf Deck. Der Wind hat so stark aufgefrischt, dass ich auch unter Genua und Gross platt vor dem Wind 8kn und mit Strom 10kn laufe. Als sich eine Regenböe nähert, reffe ich sicherheitshalber das Gross, doch der Wind legt nicht zu. Doch ich halte mich an das Prinzip: „Wenn du an reffen denkst – reffe!“ Kurz vor Trinidad fange ich eine 80cm lange Dorado. Meine am Flohmarkt in Zürich gekaufte Federwaage zeigt 2.8kg an. |
Chaguaramas |
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In Chaguaramas mache ich an einer Mooringboje fest. Wind und Strömung spielen muntere Spiele, sodass die Bote in alle Richtungen stehen und vor Anker viel Schwojradius benötigen würden. Chaguaramas fühlt sich wie die Simpsoon Bay Lagoon in St. Martin wie ein Bootsfriedhof an. Es scheint als liegen alle Boote seit Jahren hier, es hat hunderte Boote an Land die auf ihre Eigner warten oder verkauft werden sollten und neben den Segelyachten liegen Schlepper, Grossfischerboote und eine Ölplattform. Entgegen meinen Befürchtungen fragen die Zollbeamten beim Einklarieren nicht einmal nach, wieso ich seit dem Ausklarieren in Tobago mehr als zwei Tage hierher gebraucht habe. Auch die fällige Überzeitgebühr wird nicht erhoben. Darauf gönne ich mir ein Bier im nahe gelegenen Restaurant. |
Jean-Yves |
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Donnerstag, 27. Dezember
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Wie geniesse ich es, im Café del Mar wieder einmal so richtig französisch zu frühstücken: Croissant, Espresso und alle Zeit der Welt! Was will ich mehr? Chaguaramas ist der Ort in der südlichen Karibik mit den besten Einkaufsmöglichkeiten für Yachtzubehör. Weil die Einkaufsmöglichkeiten während den nächsten Monaten in der westlichen Karibik doch eher beschränkt sind, ist die Liste lang. Nach einem ersten Einkauf suche ich den Fehler in der Getriebeschaltung. Ich kann ihn in der Schalteinheit finden, in der nach langem Gebrauch das Schmierfett festgehockt ist. Dadurch ist ein Bolzen gebrochen, der dann den Gang endgültig blockiert hat. Den Bolzen kann ich in einem Yachtshop besorgen und nach einer kompletten Zerlegung und Remontage der Schalteinheit, schaltet sie so sanft wie noch nie seit Blue Bie in meiner Obhut ist. |
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Freitag, 28. Dezember
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Nach einem gemütlichen Frühstück im Café del Mar widme ich mich der Steuerbord Getriebeschaltung. Sie funktioniert zwar, läuft aber schwergängig. Gegen Mittag läuft sie so sanft wie die Backbord Einheit. Am Nachmittag gehe ich von Geschäft zu Geschäft kaufe Ersatz- und Verbrauchsteile und jage der Schraubenmutter nach, die ich in Tobago versenkt habe. Am späten Nachmittag frage ich Neil, ob er mit hilft die Schaltung wieder zu montieren. Doch so richtig motiviert ist er nicht und meint: „Wir müssen doch morgen auch noch etwas zu tun haben“! Auch eine Option:) Ich bin so richtig müde, nachdem ich den ganzen Tag aktiv war und die vorhergehende Nacht aus unerfindlichen Gründen kaum geschlafen habe. |
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Samstag, 29. Dezember
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Heute sollte ich die Mutter in einem Geschäft abholen können. Doch der Laden ist geschlossen und ich gehe zu einem nagelneuen Dean-Katamaran unter Schweizer Flagge. Mein „Guete Morge“ wird mit „Do you speak english?“ beantwortet. Der Skipper ist nicht auf dem Boot, nur die Delivery Crew, welche die Yacht von Cape Town hierher gesegelt hat. Ich komme mit der Crew in das Gespräch und gehe anschliessend zurück in das Geschäft. Und tatsächlich, der Ladenbesitzer hat die Mutter. Für Technikfreaks: Eine 3/8 Zoll Feingewinde Mutter. Was hat die auf einem europäischen Boot verloren? Als er mir sagt, dass es diese auch selbstsichernd gibt, warte ich gerne bis Montag um die perfekte Mutter zu erhalten. |
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Sonntag, 30. Dezember
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Man könnte ja meinen, Sonntag in der Karibik ist Dolce Far Niente. Weit gefehlt. Ich habe inoffiziell den Auftrag erhalten eine Silvesterfeier für die anderen Yachten die ich aus Tobago kenne, zu organisieren. Das Silvestermenu im Restaurant erscheint uns allen zu gestopft und so beschliessen wir, gemeinsam auf einer Yacht zu essen. Bis ich das mit diversen Dinghi-Fahrten organisiert habe, ist schon fast der halbe Tag um und ich habe das eine oder andere Bier genossen. |
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Montag, 31. Dezember
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Ein gedrängter Vormittag, da am Mittag alle Geschäfte schliessen: Beim dritten Anlauf erhalte ich die selbstichernden Muttern, nütze den letzten Ausverkaufstag bei einen Yachtausrüster aus und kaufe Lebensmittel für das Silvesteressen: Jeder kocht etwas und bringt etwas mit: So gibt es ein irisches und englisches Poulet, israelischen Gemüsereis, österreichischen Nudelsalat und Kuchen sowie Schweizer Rösti und Brotfrucht. Es war alles lecker, nur mein Versuch an der Brotfrucht war nicht so von Erfolg gekrönt. Doch es hat genug und die Rösti hat allen gemundet! |
Nila |
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Dienstag, 1. Januar
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Schon wieder ein Jahr um? Ich lebe nun schon 18 Monate an Bord von Blue Bie. Es ist eine fantastische Erfahrung, die ich nicht missen möchte. Vieles ist so ganz anders gekommen: Ich hatte mit dem alleine unterwegs sein viel weniger Mühe als erwartet. Ich komme gut mit mir alleine zurecht und treffe ich überall spannende Leute. Dafür hatte ich mehr Reparaturen als erwartet. Da war wohl meine Erwartung aufgrund meiner Bodensee-Erfahrung falsch, denn ich habe eher weniger Reparaturen als andere Leute. Zudem kann ich gefühlsmässig immer mehr selber machen und brauche seltener den Mechaniker als anfänglich. |
Scotland Bay |
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