Taveuni - Nananu-I-Ra

Taveuni - Nananu-I-Ra in Google Maps (Webbrowser) und in Google Earth (separates Programm)


View from Audrey's Café

Taveuni

Der letzte Bericht hat bei Kaffee und Kuchen bei Audrey aufgehört und der neue verdient damit zu starten. Als ich das Flugzeug landen höre, spaziere ich zum Flughafen, wo Kathrin mit einer kleinen Twin Otter ankommt und von atemberaubenden Ausblicken aus dem Flugzeug erzählt. Keine halbe Stunde nachdem ich Audrey verlassen habe, sitzen Kathrin und ich bei Audrey‘s Iced Coffee und Kuchen. Wie besser könnte man einen Törn starten?!?


Me in Taveuni

Rabi

Das Wetter ist mit einem durchziehenden Trog nicht gerade vielversprechend für die nächsten Tage. So ankern wir in der gut geschützten Catherine Bay auf Rabi. Ich bin nicht der einzige Cruiser mit dieser Idee und schliesslich ankern 5 Boote in der Bucht. Rabi wird von ehemaligen Einwohnern von Banaba in der Republik Kiribati bewohnt. Sie verliessen ihre Insel, weil diese durch die englischen Phosphorminen weitestgehend zerstört wurde. Heute sprechen sie Banaba, Englisch, etwas Fidschi und Hindi, sind in der Regierung von Kiribati vertreten und leben in ihrer eigenen Welt innerhalb Fidschi. So sehe ich erstmals seit langen wieder Polynesier mit langen geraden Haaren anstelle der kraushaarigen Melanesier in Fidschi.


Rabi church

Nicht alle Tage ankern so viele Yachten hier und die 600 Dorfeinwohner organisierenkurzfristig ein Fundraising für die im letzten Zyklon beschädigte Kirch. Wir Yachties werden in den Kindergarten eingeladen, wo einige Frauen zu Gesang oder Stereoanlage tanzen. Es wird viel gescherzt und gelacht und es kommt ein ansehnlicher Batzen für die Kirchenreparatur zusammen. Die Kirche erinnert denn eher eine Kathedrale und thront hoch über dem Dorf und der Bucht.


Rabi fund raising

Nasasobu

Nach dem Durchzug der Front sind starke Südwinde angesagt und ich ankere in der perfekt geschützten Bucht von Nasasobu, wo ich vor einigen Wochen so eine gute Zeit mit Migration, Kalida und den Einheimischen hatte. Es ist schon erstaunlich wie draussen 30kn toben können und in der hinter Taveuni geschützten Bucht keine 10kn Wind ankommen. Wir gehen abends mit ein paar Lebensmitteln zur Familie und sitzen unter grossen Mangobäumen und plaudern. Sie bieten all ihre Früchte an: Sie haben mehr Zitronen, Bananen, Kokosnüsse, Kasawa, Kürbisse, Tarot und Passionsfrüchte als sie essen können. Sogar essbare Pilze wachsen wild auf ihrem Land – doch sie kennen und essen sie nicht…


Fruit bats in Nasasobu

Schon Dutzende Male habe ich mich darüber aufgeregt, dass mein Navigationsprogramm MaxSea nicht erlaubt, über den Antimeridian (180. Längengrad) hinwegzurollen. So muss ich die Karte immer vom einen zum anderen Rand bewegen, wenn ich den Antimeridian überquere, was ich vor allem auf der Passage von und nach Neuseeland und um Taveuni häufig vorkommt. Ich hätte ja gedacht, ich kenne das Programm so gut wie jeder andere und war dann doch überrascht als Charles von Entre’act mir sagt, das könne man einstellen. Ich habe eine Flasche Wein gewettet und sie innert zwei Minuten prompt verloren. Dafür freue ich mich jetzt jedesmal, wenn ich MaxSea verwende:)


Nasasobu communication

Savu Savu

Wohl das letzte Mal in diesem Jahr stoppe ich in Savu Savu um Einzukaufen. Savu Savu ist zwar eine angenehme quirlige Kleinstadt, wo ich immer auch wieder andere Cruiser treffe. Einen Grund lange zu bleiben gibt es diesmal jedoch nicht und wir segeln nach zwei Tagen weiter.


Savu Savu street scene

Der Wind bläst böig über die Hügel und ich bitte Kathrin zu steuern, damit ich noch E-Mails schreiben kann. Ihrem Unbehagen, dass es zu viel Wind hat, schenke ich zu wenig Beachtung, denn es ist meines Erachtens problemlos. Doch da denken wir anders und wir finden erst einen Kompromiss als ich das Grosssegel berge und wir nur unter gereffter Genua nach Namena segeln. Gut, dass wir uns im Laufe der nächsten Tage darüber aussprechen können und daran wachsen. Zu zweit segeln will gelernt sein!!!


Sailing from Savu Savu

Namena

Wohl das letzte Mal in diesem Jahr stoppe ich in Savu Savu um Einzukaufen. Savu Savu ist zwar eine angenehme quirlige Kleinstadt, wo ich immer auch wieder andere Cruiser treffe. Einen Grund lange zu bleiben gibt es diesmal jedoch nicht und wir segeln nach zwei Tagen weiter. Der Wind bläst böig über die Hügel und ich bitte Kathrin zu steuern, damit ich noch E-Mails schreiben kann. Ihrem Unbehagen, dass es zu viel Wind hat, schenke ich zu wenig Beachtung, denn es ist meines Erachtens problemlos. Doch da denken wir anders und wir finden erst einen Kompromiss als ich das Grosssegel berge und wir nur unter gereffter Genua nach Namena segeln. Gut, dass wir uns im Laufe der nächsten Tage darüber aussprechen können und daran wachsen. Zu zweit segeln will gelernt sein!!!


Makogai

Makogai ist eine der unbekannten Traumdestinationen, weil es kein Hotel auf der Insel hat und somit für den Normaltouristenunzugänglich ich. Wir schnorcheln am schönsten Korallenkopf den ich kenne: Er kommt gleich neben dem Ankerplatz direkt aus 10m Tiefe bis knapp unter die Oberfläche, verschiedenste Korallenarten wachsen darauf, unendlich viele kleine Fische schwimmen darum herum und Dutzende Clownfische suchen ihre Familie:)


End of a beautiful day

Am eindrücklichsten sind die bis zu einem Meter grossen Riesenmuscheln. Diese werden auf der Insel gezüchtet und in ganz Fidschi ausgesetzt. So kommen die Stationsleiter vorbei und bitten um 20 Liter Benzin um an das Festland zu fahren. Da ich morgen schon weiter will, bin ich nicht bereit mein Benzin abzutreten, denn sie könnten ihn mir erst zwei Tage später geben und Geld haben sie keines… Doch schliessen finden wir einen typischen Deal: Sie finden bei einer anderen Yacht Benzin zum Leihen und ich schenke ihnen das beizumischende Öl.


Giant clams

Auf der Insel hat es auch eine ehemalige Leprakolonie, die bis in die 50er Jahre betrieben wurde. Rassismus ist kein neues Thema und so überrascht es nur wenig, dass dieses den Fidschianern vorbehalten war, während die Inder ihre eigene Kolonie auf der andren Inselseite hatten. Die Natur hat sich das Dorf mittlerweile fast wieder zurück erobert. Nur die Betonsockel der Häuser, das betonierte Openair Kino und Gefängnis und einige Grabsteine sind in der zunehmenden Wildnis noch zu sehen.


Makogai leper colonoy

Naigani

Naigani ist eine kleine Resort-Insel, die vor allem von Tauchern besucht wird. Wir treffen ein paar leicht unzufriedene Gäste, denn der Keilriemen des Tauchkompressors ist gerissen. Es ist wohl nicht ganz untypisch, dass kein Ersatz vorrätig ist, dieser erst langwierig beschafft werden muss und bis dann das Tauchprogramm auf einem Minimum läuft. Trotzdem verbringen wir einen gemütlichen Abend im Resort.


Naigani beach

Schon nächsten tags geht es weiter nach Nananu-I-Ra, dem Ziel das ich schon so lange angepeilt habe. Ein letztes Mal fordert mich die Navigation mit mässiger Sicht, Dutzenden Riffen und stark drehenden Winden. Ist es Erfahrung oder Vorsicht, dass ich immer mit dem schlimmsten rechne, den Törn danach ausrichte und danach positiv überrascht werde?!? Offenbar, denn es kommt fast immer besser als ich denke. Wir laufen gegen 14.00h an Ellington Wharf vorbei und können in einem kleinsten Schnellimbiss einkaufen gehen: Sie haben immerhin Eier, tiefgefrorenes Hühnchen, einige Karotten und super leckere Samosas. Danach sind es nur noch zwei Meilen nach Nananu-I-Ra, wo ich für einen Monat meine Zelte aufschlage um Kitesurfen zu gehen.


Naigani dinner entertainment

Nananu-I-Ra

Kathrin wollte eigentlich weiterziehen, doch sie kann hier einen Tauchkurs absolvieren und steckt schon bald in Büchern und dann unter Wasser. Ich repariere erst einmal diverse Ventile an meinen Kites – schon nervig, dass der Leim an den 4 Jahre alten Kites schon seit einiger Zeit nicht mehr hält und ich eines nach dem anderen reparieren muss. Doch ich schaffe es immer den richtigen Kite zur Verfügung, wenn der Wind bläst. In der ersten Woche bläst dieser etwas halbpatzig, in der zweiten gar nicht und in den letzten zwei Wochen durchgängig.


Nananu-I-Ra kitesurfing

Schon bald bin ich wieder im Kite-Rhythmus, geniesse das Spiel mit dem Wind, lerne den einen oder anderen Trick, lebe einfach im Moment und schlafe abends körperlich müde. Ich bin zwar nicht mehr der Jüngste, aber noch immer einer der besseren Kiter auf dem Wasser. Doch mein Material kommt schon langsam in’s Alter und so bestelle ich in Amerika neue Kites, denn ich möchte nächsten Winter einige Monate in Westaustralien Kitesurfen gehen.


Kitesurfing Nananu-I-Ra

Es hat auch seine Vorteile, wenn man für eine Weile vor Ort bleibt – immer wieder kommen befreundete Cruiser vorbei, bleiben einige Tage und wir finden ausreichend Zeit für ein Schwätzchen. Auch Jane und Charles, englische Cruiser, die hier auch ein Ferienhaus haben, beleben meinen Aufenthalt. Sie führen mich bei Einheimischen ein und wir verbringen gemütliche Abende in ihrem Haus oder bei einem feinen Nachtessen aus dem Erdofen.


Auch mit Kitesurf-Touristen komme ich immer mehr in Kontakt, auch wenn die ansässige Kitesurf-Station alles andere als gastfreundlich ist; nicht nur mit mir als Nichtkunde, sondern auch den eigenen Gästen und Mitarbeitern gegenüber. Selten habe ich eine Firma (Person) erlebt, die so allgemein unbeliebt ist. Gut, dass ich nicht darauf angewiesen war und mit anderen unabhängigen Kitern ein paar Meter nebenan von einer schönen Wiese starten konnte.


Kitesurf location

Innert zwei Tagen kommen drei andere Kitesurf-Cruiser nach Nananu-I-Ra: Petr auf Endless, den ich von Neuseeland kenne, Peter und Christina auf Nymph und Paolo auf Supermario. Während ich Paolo erst hier kennen lerne, kenne ich seine Crew Sandrine von früher und auch Peter ist ein guter Bekannter, hat er doch die letztjährige Überholung von Blue Bie auf der Norsand Werft als Chef der Arbeiterequipe betreut.

So bleibt die Zeit kurzweilig und im Gegensatz zu manchem Urlaub stören mich auch kitesurf-freie Tage überhaupt nicht. Zweimal fahre ich nach Rakiraki zum Einkaufen und Abfall entsorgen, denn auf der Insel gibt es nur wenig: Ein Resort betreibt einen kleinen Laden und bei Max und Maxine im MacDonalds Beach Resort bin ich schon bald Stammgast:)


Nananu-I-Ra evening entertainment

Viel zu schnell verfliegt die Zeit. Doch ich hoffe, dass ich dieses Jahr noch viel zum Kitesurfen komme. Voraussichtlich erst in Fidschi und dann länger im Winter. Ausserdem kommt mein Pa für einige Wochen zu Besuch und das ist schon immer ein Höhepunkt meines Cruising-Jahres.


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