Kommunikation

Die Kommunikation an Bord hat sich in den letzten Jahren dank WiFi, E-Mail, und Satellitenelefon in den letzten Jahren massiv verändert. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht über die Kommunikationsformen und –kanäle an Bord von Blue Bie:


  E-Mail Internet Sprache Wetter
WiFi vor Anker vor Anker vor Anker über Skype vor Anker
GSM vor Anker und in Küstennähe, falls kein WiFi möglich, aber nicht genutzt da zu langsam oder zu teuer vor Anker  
UKW     Küstennähe Küstennähe
Satellitentelefon auf Passage möglich, aber nicht genutzt da zu langsam oder zu teuer auf Passage, aber selten genutzt da teuer auf Passage
Kurzwelle möglich, aber nicht genutzt     auf Passage

Kommunikationsformen

Wie die meisten Cruiser verbringe ich den weitaus grössten Teil der Reise vor Anker und dort erfolgt die Kommunikation vorwiegend über WiFi (WLan). Auf Passage ist dies nicht möglich und die Kommunikation erfolgt in reduziertem Rahmen über das Satellitentelefon. Die Kommunikation auf Küstenfahrt ist eher unwichtig, da ja in ein paar Stunden bereits wieder WiFi vorhanden ist.

Skype ist sicherlich die schönste Kommunikationsform, kann ich doch damit unbeschränkt plaudern und bei guter Verbindung den Gesprächspartner erst noch sehen. Beide Gesprächspartner müssen gleichzeitig online sein, was die Koordination nicht nur aufgrund der Zeitverschiebung etwas aufwendiger macht. Es ist sicher der beste und günstigste Weg mit Familie und enge Freunden Kontakt zu halten. Falls diese keinen Internet-Zugang haben, kann man mit Skype-Out auch günstig auf’s Festnetz telefonieren. Dies ist auch wichtig für den Verkehr mit Banken und/oder Behörden zu Hause oder sonstwo auf der Welt. Und ich geniesse es auch, mit (Cruising-)Freunden, die zufällig auch gerade online sind, einen Schwatz zu halten.

E-Mail ist die wichtigste Kommunikationsform. Nicht nur mit Familie und Freunden zu Hause, meines Erachtens immer mehr auch mit anderen Cruisern. Die Kurzwellen-Kommunikation kann die Flexibilität und Bequemlichkeit von E-Mail nicht erreichen. Jeder sendet und empfängt E-Mail wann, wo und wie er will. Ich verwende eine separate E-Mail Adresse für E-Mail über das Satellitentelefon um das Volumen über dieses doch relativ teure Medium gering zu halten.

Die Homepage ist zwar sehr persönlich, aber sehr gut geeignet um Freunde und Bekannte auf dem Laufenden zu halten. So kann ich in den E-Mail mehr auf persönliche Sachen eingehen. In der Praxis passiert ab und zu das Gegenteil: Ein E-Mail bildet die Basis für das Tagesbuch. Die Homepage gestalte ich mit einem Content Management System (web to date von Data Becker), das gibt ein professionelles Erscheinungsbild, auch ohne Programiererfahrung. Seit einem Jahr verwende ich Twitter um mein tägliches Blog auf der Homepage und in Facebook zu führen: Mir gefällt Twitter, weil ich damit Beiträge flexibel per Internet, Mail oder SMS erfassen kann und die ‚Tweets‘ auf meine Homepage verlinkt sind. Der Satelliten-Tracker von argus Networks aktualisiert meine Position alle 12 Stunden und ist ebenfalls automatisch in die Homepage eingebunden. Den Verlauf des Törns führe ich in Google Earth manuell nach und speichere sie in KML Dateien. Diese können dann in Google Earth und Google Maps dargestellt werden.

Ich empfange die Wetterinformation in Form von Grib-Files von MaxSea. Wer diese Möglichkeit nicht hat, kann sie sich gratis von Saildocs zusenden lassen. Auf Passage lasse ich sie auf mein Satelliten E-Mail leiten. In Küstennähe höre ich den Wetterbericht über den UKW-Funk, selten über den UKW Radio. Zudem gibt es jede Menge gute Internetseiten mit Wetterinformationen. Kein Anbieter deckt alles ab, doch mit Windfinder (für grössere Gebiete), WindGURU (für Spotvorhersagen), PassageWeather (für entlegene Gebiete), die amerikanische NOAA Wetterseiten (für Wirbelstürme und E-Niño Vorhersagen) hat man ein gutes Start-Portfolio.


Kommunikationsmittel

Computer:
Auf Blue Bie ist der Computer das Kommunikationszentrum, ein Ersatz-Laptop meines Erachtens (auch wegen der Navigation) deshalb unverzichtbar. An den Computer gibt es keine speziellen Anforderungen, Eine eingebaute WiFi-Karte ist von Vorteil. Ich verwende meist eine externe WiFi Antenne vor Anker, diese kann im Idealfall die Reichweite verdoppeln. Am Computer braucht es zwei, drei USB Schnittstellen Für den Anschluss von seriellen Geräten verwende ich einen USB/Seriell Adapter. Das wichtigste Computer-Zubehör ist eine wasserdichte Tasche für den Computer-Transport an Land! Einige Cruiser trennen Navigations- / Kommunikations- und Medien-PC aus Sicherheitsgründen. Ich schätze die Bequemlichkeit alles auf einem PC zu habenund verlasse mich im Notfall auf ein regelmässiges Backup und einen Ersatz-PC (Viren oder Computerschaden).

WiFi / Internet-Café:
Vor Anker läuft fast die ganze Kommunikation über WiFi oder seltener über ein LAN in einem Internet-Café. Fast überall auf der Welt findet man mehr oder weniger schnelles WiFi, sei es direkt an Bord von dezidierten und meist kostenpflichtigen Anbietern oder von offenen Netzwerken aus der Ortschaft, in einem Café welches meist über Konsumation abgegolten wird oder in einem speziellen Internet-Café. Fast überall kann man den eigenen Laptop verwenden, wenn man weiss wie man IP Adressen an seinem PC einstellt. Es bewährt sich deshalb sehr die E-Mails in einem Mailprogramm wie Outlook off-line zu erfassen und sie dann im Internet-Café nur zu senden und empfangen. Somit kann man die Online-Zeit zum Skypen und Internet verwenden.

Satellitentelefon:
Ich verwende ein Iridium 9505 Satellitentelefon mit einem Modem-Kit. Im Gegensatz zum älteren Modell 9500 habe ich damit überall problemlos Empfang. Neben den Kosten des Gerätes und des Modem-Kits von USD 1300 kommen laufende Kosten von rund USD 500-600 pro Jahr für das Pre-Paid Abonnement mit 500 Minuten. Diese Minuten reichen mir mehr als ein Jahr, da ich nur 1-2 Monate pro Jahr auf Passage bin. Auf Passage bin ich rund 2 Minuten pro Tag online um den Wetterbericht per E-Mail zu empfangen (~3kB) und das eine oder andere E-Mail zu senden. Leider verfallen die Gesprächsminuten nach einem Jahr, doch man kann die Nutzungsdauer der unverwendeten Minuten für USD 35 pro Monat verlängern. Nicht billig, aber immer noch günstiger als neue Minuten.

Kurzwellenfunk:
Die Kurzwellenanlage auf Blue Bie ist nicht super gut installiert. Keine Kurzwellenanlage ist das, doch meine ist gefühlsmässig unterdurchschnittlich. Der Empfang funktioniert problemlos, das Senden weniger gut, da die Erdung relativ schlecht ist und mein Transceiver beim Senden die Frequenz nicht besonders gut hält. Über die richtige Installation werden ganze Bücher geschrieben, meine Ausstattung besteht aus Antenne, Antennentuner und Pactor-Modem für die Kommunikation mit dem PC: Ich glaube ich würde bei einer Neuausrüstung auf die ganze Kurzwellenanlage verzichten und das Geld in Minuten für das Satellitentelefon investieren.

Die Kurzwellenanlage brauche ich unregelmässig um einen Wetterfax herunterzuladen um das grössere Wetterbild zu sehen. Auch wenn viele Cruiser über Kurzwelle mailen, habe ich das mit meinem Kurzwellengerät nie richtig zum Funktionieren gebracht. Als Amateurfunker gibt es via WinLink gratis E-Mail über Kurzwelle, für alle anderen kostet Sailmail USD 250 pro Jahr.

Die häufig erwähnten zitierten Funknetze existieren und sind sicherlich hilfreich, doch ich halte auf der Passage lieber Kontakt mit einigen wenigen befreundeten Yachten per E-Mail.

UKW Funk:
Dieser ist unentbehrlich und unabhängig von den anderen Kommunikationskanälen und dient der Kommunikation mit Hafenmeistern, anderen Cruisern in Empfangsnähe und dem Empfang des Wetterberichts. Zusätzlich verwende ich ein Hand-Funkgerät für die Boot - Land Kommunikation, wenn einer von uns an Land ist und z.B. Dinghi-Transport braucht und im Seennotfall für die Kommunikation mit Rettungskräften aus der Rettungsinsel.

Mobiltelefon:
Über GSM kann man in Land-nähe über Roaming zu soweit vernünftigen Kosten E-Mails und Wetterbericht empfangen, falls es einmal kein WiFi in der Nähe hat. Bleibe ich irgendwo länger und habe viel Kontakt mit lokalen Anbietern, kaufe ich eine Pre-Paid SIM-Karte um lokal erreichbar zu sein. Diese kosten ein paar Dollar und sind bis jetzt überall problemlos erhältlich gewesen. Früher habe ich ein Smartphone mit einem Roaming verwendet um E-Mails herunterzuladen, falls in Landnähe einmal kein WiFi verfügbar ist. Doch dieses ist mittlerweile gestorben und ich vermisse es nicht wirklich.


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