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Navigation
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Übersicht
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Ich navigiere an Bord von Blue Bie voll elektronisch. Aus Sicherheits- und Stromspargründen sind die drei Systeme elektronische Seekarte auf dem Laptop, GPS und Autopilot unabhängig, aber miteinander verbunden. Dadurch kann ich nicht nur jederzeit meine Position sekundengenau auf der Seekarte sehen, sondern kann bei Bedarf auch Wegpunkte und Routen vom Laptop auf den GPS übertragen. Der Autopilot wiederum kann vom GPS den Kurs zum nächsten Wegpunkt oder Routen übernehmen.
Wieso elektronisch und nicht traditionell mit Seekarten? Zugegebenermassen bin ich ein wenig ein Technofreak, doch die elektronische Navigation hilft massiv Zeit sparen und hat viel weniger Fehlerquellen. Ich denke es braucht rund 5 Minuten, um einen manuellen Fix zu machen, in die Seekarte einzutragen, den neuen Kurs abzustecken, um Missweisung und Strömung zu korrigieren und ihn schliesslich am Autopiloten einzugeben. Fünf Minuten, die ich vor allem beim Einhandsegeln dazu verwende, um mich um die Bootsführung zu kümmern und allfällige Gefahren zu beobachten. Von den möglichen Fehlerquellen beim Abstecken des neuen Kurses möchte ich gar nicht sprechen.
Das führt dann unweigerlich zur Frage: Braucht es einen Kartentisch an Bord oder nicht? Ich habe keinen und vermisse ihn auch nicht. Was es braucht, ist ein Platz für alle Elektronikgeräte (inkl. Radar, Funk, etc) und einen komfortablen Arbeitsplatz für den Laptop. Dieser braucht Stromanschluss und ein Kabel für die Verbindung zu den Instrumenten. Bei mir ist der Salontisch Arbeitsplatz. Mein Tisch ist gross und ich habe keine Familie, die sich um den Tisch streitet. Die Kabel verschwinden bei Nichtgebrauch unter die Salonpolster - bei einem Technofreak wie mir also nie:)
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Autopilot
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Ich habe einen einfach Pinnenautopiloten von Autohelm, der wie die meisten Autopiloten einen Kompasskurs oder den direkten Weg auf einen Wegpunkt steuern kann und damit automatisch die Strömung korrigiert.
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GPS
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Ich habe einen eingebauten Furuno GPS und zwei Backup Handheld-GPS. Die Funktionsweise ist bei allen GPS gleich, einzig der Bedienungskomfort des eingebauten GPS ist grösser. Beim Handheld-GPS ist darauf zu achten, dass er über eine NMEA Schnittstelle und eine externe 12V Stromversorgung verfügt. Die Lebensdauer der eingebauten Batterien ist bestenfalls für den Notfall geeignet.
Für diesen würde ich (wie auch beim Handheld Funkgerät) unbedingt normale (wiederaufladbare) Batterien verwenden und keine eingebauten Akkus. Wie kann man diese bei einem absoluten Stromausfall oder in der Rettungsinsel wieder aufladen? Da sind einige Ersatzbatterien wesentlich sinnvoller.
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Laptop
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Ich verwende auf Blue Bie einen Laptop für die Navigation, weil ich diesen in Sichtweite vom Steuerstand wettergeschützt positionieren und so die Seekarten vom Steuerstand aus sehen kann. Auf vielen Yachten ist ein Kartenplotter beim Steuerstand aus Komfort und Sicherheitsgründen vorzuziehen, weil der Laptop in der Kabine zu weit weg ist. Ein Laptop ist im Vergleich zu einem Kartenplotter wesentlich kostengünstiger und ist heute wohl auf fast jedem Boot vorhanden. Spezielle Anforderungen an den Laptop gibt es nicht. Serielle Schnittstellen wären zwar wünschenswert, sind aber heute so gut wie ausgestorben und können mit einem Seriell/USB-Konverter ersetzt werden. Zudem empfiehlt sich ein Spannungswandler der ohne den Umweg über 220V von der 12V die Laptop-Spannung erzeugen kann.
Ich habe einen Ersatz-Laptop mit geladener Navigationssoftware einsatzbereit. Ich war schon mehrmals froh darüber, so z.B. als ich bei der Landannäherung ein Glas Fruchtsaft über den Laptop ausgeleert habe. Der Ersatzlaptop hat eine Minute später die Position angezeigt – mein Original-Laptop war erst einige Tage später wieder einsatzbereit - Glück gehabt.
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Verbindung der Geräte
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Der Autopilot ist über eine NMEA Schnittstelle mit dem GPS verbunden. NMEA ist der Quasi-Standard der Kommunikation von verschiedenen Elektronikkomponenten an Bord. Die Verbindung erfolgt mit einem zwei-adrigen Kabel.
Der GPS ist über ein serielles Schnittstellenkabel und einen Seriell/USB Konverter mit dem Laptop verbunden. Das serielle Kabel hat auf der einen Seite einen Standard (9-Pol) seriellen Stecker und drei Litzen werden beim GPS an der entsprechenden Position angeklemmt. Dieses Kabel fertigt man selber indem man ein zweiseitiges serielles Kabel entsprechend abändert - oder seinen Vater um Hilfe bittet :)
Den Seriell/USB Konverter kauft man im Handel (z.B. von Garmin), da dieser nicht nur das Kabel, sondern auch Software benötigt.
Für beide Kabel würde ich Ersatz mitführen, da diese wie alles an Bord korrodieren.
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PC Software und Karten
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Für den PC benötigt man Navigationssoftware und Karten. Diese gibt es von verschiedenen Herstellern. Ich verwende die MaxSea Software und primär C-Map Karten. MaxSea erlaubt die Verwendung verschiedenartiger Seekarten. MaxSea erlaubt, zwei oder mehr verschiedene Seekarten nebeneinander darzustellen. So habe ich meist in einem Fenster eine Vektor- und in einem anderen Fenster eine Rasterkarte offen um Unterschiede zu sehen.
Die Qualität der elektronischen Seekarten ist je nach Fahrtgebiet unterschiedlich, doch grundsätzlich nicht schlechter als Papierkarten. Rasterkarten (u.a. von MapMedia) sind gescannte Papierkarten und sind entsprechend identisch zu den Papierkarten. Sie benötigen leider sehr viel Speicher – die ganze Welt um 25 GB. Vektorkarten (u.a. von C-Map) werden speziell für die elektronische Navigation hergestellt und erlauben nahtloseres hinein- und herauszoomen. Die detailtreue hängt somit vom Produzenten ab.
In meiner Erfahrung sind je nach Fahrtgebiet entweder beide Kartentypen GPS genau (z.B. Europa, grösstenteils Karibik, Kolumbien), beide gleich falsch (z.B. Venezuela) oder unterschiedlich (z.B. Kuba, wo die Raster- und Papierkarten dank der russischen Marine genau sind, die amerikanischen C-Map Karten aber nicht).
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Praxis
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Ich plane jeweils am Vorabend den Törn des nächsten Tages und gebe aufgrund Hafenführer und/oder Seekarten die Wegpunkte manuell in den GPS ein. Nur selten übertrage ich die Wegpunkte vom Laptop auf den GPS, da es für einige wenige Wegpunkte von Hand fast schneller ist. je nach Situation trage ich schon mal einen Wegpunkt, Hilfspunkte oder Handskizzen in das Logbuch ein.
Auf See läuft mein GPS immer, der Autopilot meistens und aus Stromspargründen der Laptop selten und ich navigiere mit GPS und auf Sicht. Für die Endansteuerung unter Motor verwende ich häufig den PC und die elektronischen Seekarten, denn dann habe auch genügend Strom zur Verfügung. Der GPS benötigt c. 0.2A, der Laptop 3A.
Aus Sicherheitsgründen trage ich alle drei Stunden meine Position in das Logbuch und habe einige Überseglerkarten an Bord. Einen Sextant führe ich nicht mit. Mit den Überseglern und der Position im Logbuch kann ich bei einem Systemausfall sicher irgendwo ankommen, wenn auch nicht komfortabel navigieren. Bis jetzt hatte ich noch keinen Systemausfall.
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Fazit
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Man darf der elektronischen Navigation nie ganz trauen, aber ich sehe gegenüber der manuellen Navigation keinen wesentlichen Nachteil. Ein Blick über Bord ist ein nach wie vor höchst wichtiges Navigationsinstrument und ist in vielen Korallengebieten das einzig zuverlässige Navigationsmittel.
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